Unser lieber Hund – glücklich und gesund!

Die seelische Seite : Unser lieber Hund – glücklich und gesund!

Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und Antworten, ist in den Hunden enthalten.<
Franz Kafka, „Forschungen eines Hundes“

Die Beispiele, die seine Sensibilität beweisen, haben Bücher gefüllt:

  • Hunde finden über weite Entfernungen nach Hause zurück.
  • Hunde trauern jahrelang um ihren verstorbenen Herren.
  • Hunde wissen, wann wir traurig sind, sie freuen sich, wenn wir nach Hause zurückkehren und lassen den Kopf hängen, wenn sie nicht mit uns gehen dürfen.
  • Sie verteidigen uns und unser Haus.

Es wäre nicht möglich, sie zu Spürhunden, Schutzhunden, Suchhunden oder Therapiehunden auszubilden, wenn sie nicht ein feines Empfinden besäßen. Nur mit Lob und Strafen wären solche Ausbildungen nicht durchführbar.

Damit allein wären sie nicht einmal stubenrein zu machen. Sie sind bestrebt, es uns recht zu machen, weil sie auf unsere Freundschaft großen Wert legen.

© Christian Müller - Fotolia.com
© Christian Müller – Fotolia.com

Es ist nur recht und billig, solch guten Freunden ein gutes zu Hause zu bieten und sich um ihre Gesundheit und ihr Glück zu bemühen. Gutes Futter und ein Dach über dem Kopf reichen dazu ebensowenig, wie das für unsere Kinder ausreichen würde.

Es genügt nicht, sie hin und wieder zu streicheln. Wir müssen ihrer Sensibilität gerecht werden. Es kann passieren, dass Hunde eine als pathologisch einzustufende Depression entwickeln.

Was ist also zu tun? Was betrübt, was ängstigt sie? Was beruhigt, was erfreut sie?

Das wird individuell verschieden sein, und es lohnt sich, für die Erforschung ihrer Seele Zeit aufzuwenden. Es gibt aber auch bestimmte Verhaltensweisen, die alle Hunde erfreuen – und andere, die sie belasten.

Der Hund ist – anders als die Katze – kein Einzelgänger. Er ist ein Rudeltier. Alles, was ihn vom Rudel trennt, bereitet ihm Kummer. 

Er will nicht abgeschoben, zurückgelassen, allein eingesperrt werden. Das heißt nicht, dass er nicht lernen sollte, auch mal allein zu bleiben – für eine gewisse Zeit. Doch man muß ihm das sagen, ihn streicheln, bevor man das Haus verläßt.

Er versteht das. Wenn wir – etwa mit Freunden – aus unserer Wohnung gehen und ihn unbeachtet liegen lassen, fügen wir ihm Schmerz zu.

Es gibt ausgezeichnete Hundepensionen, die unser Tier gern aufnehmen, wenn wir in Urlaub fahren. Wir aber müssen uns überlegen, ob es nicht möglich ist, unseren Hund mitzunehmen. Er gehört nun mal zur Familie.

Die Urlaubspläne sollten mit dieser Tatsache in Einklang gebracht werden. Auch die beste Hundepension kann die Menschen, die der Hund liebt, nicht ersetzen.

Sie kommen nach Hause. Der Hund jauchzt vor Freude. Er wedelt mit dem Schwanz, dreht sich im Kreis und schaut Sie immer wieder an.

Wissen Sie, wie intensiv er auf Sie gewartet hat, was in ihm vorging, bis Sie wiederkamen?

Vielleicht verschwenden Sie keinen Gedanken daran. Vielleicht haben Sie Ärger im Büro gehabt.Vielleicht haben Sie ganz andere Dinge im Kopf – kurzum: Sie beachten ihren Freund und seine Freude nicht. Sie gehen an ihm vorbei, ins Arbeitszimmer, ans Telefon.

Er schaut Ihnen noch nach und geht schließlich auf seinen Platz, nicht gerade freudig. Sie können sicher sein, daß Sie ihren Hund betrübt haben, völlig unnötig – soviel Zeit, wie man sie braucht, um seinen Gruss zu erwidern, ist immer da.

„Also das gewöhn‘ ich dem Tier noch ab, immer dieses Anspringen! Meinen schönen Popelinmantel muß ich nun doch in die Reinigung bringen, obwohl ich ihn nur zweimal anhatte.“ Die Popelinmantelbesitzerin stößt den Hund zurück. „Verdammtes Vieh! Mach das nicht nochmal!“ Er wird es nochmal machen, denn er hat Temperament und will ihr zeigen, daß er sie gern hat und ihr den rüden Ton verzeiht.

Vielleicht gibt er es eines Tages auf. Dafür aber wird er nicht gelobt, denn es ist doch wohl selbstverständlich, dass der Hund sich anständig zu benehmen hat – so wie es seine Herrin versteht.

Ich kenne eine andere Dame, die sich mit stets modischer Eleganz kleidet. Sie kommt nach Hause, ihr Labrador rast aus dem Garten auf sie zu. Gleich wird er an ihr hochspringen. Das weiß sie. Sie streckt ihm die Hände entgegen und … fängt seine Vorderpfoten auf. Beide strahlen sich an.

Dann setzt sie ihn sanft ab. „Lauf!“, sagt sie dazu, damit er seinen Freudensprung möglichst nicht wiederholt.

Im Großen und Ganzen kann ich schon morgens den Tag übersehen. Wenn es sich irgendwie einrichten läßt, wird meine Hündin mich begleiten. Sie fährt nämlich leidenschaftlich gern im Auto mit und muß nur dann zu Hause bleiben, wenn sie irgendwo zu lange warten müßte oder andere Personen mitfahren wollen. Kann sie mit, sage ich es ihr morgens schon.

Sie wird sich dann darauf freuen und aufmerksam beobachten, ob ich evtl. die Schuhe wechsele und schließlich die Autoschlüssel vom Schlüsselbord nehme. Ich darf sie nicht enttäuschen und es mir plötzlich anders überlegen.

Das würde ihr schlimmen Kummer bereiten! Wir enttäuschen unseren Hund auch dann, wenn wir seinen Tagesrythmus ändern, z.B. einen Spaziergang zur gewohnten Stunde nicht machen. Versuchen wir, Enttäuschungen zu vermeiden!

Das Gefühlsleben des Hundes ist dem unsrigen sehr ähnlich. Sind wir im Zweifel, wie wir uns richtig verhalten sollen, können wir an uns selbst maßnehmen.

Damit wir uns richtig verstehen:

Kein Hund soll „vermenschlicht“ werden! Er muß seine Freiheit haben. Er soll ganz und gar Hund bleiben!

Es wäre falsch, zu glauben, dass die nachgiebigsten Hundehalter die besten sind. Der Hund muß – genau wie ein Kind – seine Grenzen kennen. Die zu respektieren, kann er aber auch lernen, ohne ihn zu enttäuschen, beleidigen oder zu strafen. Das ist auf einen Nenner zu bringen – und die wahre Kunst der Hundehaltung!

Gert August

Diesen Artikel hat uns der Verfasser zur Verfügung gestellt, damit wir ihn, mit seiner freundlichen Genehmigung, bei www.welpen.de veröffentlichen können.

Wenn Sie Fragen an den Autor haben, dann können Sie ihn unter der e-mail-Adresse: detty.pilgrim@t-online.de kontaktieren.

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