Der Kranke und sein Freund

„Verordnen Sie lieber einen Hund!“ überschreibt der Verfasser seinen Artikel in der großen Ärztezeitung „Medical Tribune“. Darin erfahren wir von einer Fähigkeit unserer Hunde, dem Diabetiker eine bedrohliche Unterzuckerung anzuzeigen, bevor der Kranke das merkt.

Best friends

Es wird von einem Hund berichtet, der sein Frauchen weckt, wenn ihr im Schlaf eine Unterzuckerung droht, die bekannterweise gerade dann besonders gefährlich ist.

Weiter lesen wir von einem anderen Hund, der seine Herrin nicht aus dem Haus läßt, wenn der Zuckerspiegel schon zu weit abgesunken ist.

Dieser Artikel, vor allem die Überschrift, verführt zu der Annahme, man könne einen beliebigen Hund nehmen, der sich dann schon bemerkbar machen würde.

Es wird noch einiges an Öffentlichkeitsarbeit zu leisten sein, um diesen Irrtum auszuräumen. Zunächst einmal wird bei der Auswahl des Hundes auf besonders sensible Rassen zurückzugreifen sein. Der Züchter einer solchen Rasse sollte als verantwortungsbewußt und fachlich hoch qualifiziert bekannt sein.

Solche Züchter nämlich fördern schon in den ersten Lebenswochen des Welpen gezielt die Bindungsfähigkeit des Hundes. Auf die kommt es in erster Linie an: Das gute, enge Verhältnis zwischen dem Besitzer und seinem Hund ist absolute Voraussetzung für das „Funktionieren“ der Warntätigkeit des Hundes.

© Sophia Winters - Fotolia.com
© Sophia Winters – Fotolia.com

Nicht alle Hunde eines Wurfes werden sich als in gleicher Weise begabt erweisen. Ein guter Züchter wird einen Weg finden, das frühzeitig auszutesten.

Für den Diabetiker bedeutet das: Er muß einen Welpen „aus gutem Hause“ erwerben, um sich vor Enttäuschungen zu schützen.

Eine zweite, bis jetzt noch viel zu wenig bekannte Fähigkeit unserer vierbeinigen Lieblinge ist die Meldung des Herannahens eines Anfalls bei epilepsiekranken Menschen. Das ist von großer Bedeutung für jenen Kranken, der von einem sogenannten „Sturzanfall“ bedroht ist, der im voraus keine von Menschen erkennbare Symptome zeigt.

Da die Vorankündigung des Hundes etwa 15 – 60 Min. vor dem Anfall erfolgt, hat der Kranke noch rechtzeitig Gelegenheit, sich an einen sicheren Ort zu begeben. Hier gilt für die Auswahl des Hundes das oben gesagte genau so. Zur Zeit gibt es in Deutschland meines Wissens nur eine Züchterin, die sich mit solchen Hunden befaßt. Sie bildet sie auch weiter aus.

Da sie eine sehr verantwortungsbewußte Person ist, will sie erst dann etwas darüber publizieren, wenn sie sicher sein kann, daß von ihr ausgesuchte und ausgebildete Hunde ihre Lektion auch nach längerer Zeit noch sicher beherrschen.

Wir wollen bei dieser Gelegenheit daran erinnern, daß längst anerkannt und bewiesen ist, wie gut nicht nur Gesunden sondern besonders auch Kranken der Umgang mit Tieren, vor allem Hunden, bekommt.

Dies ist neben der Warntätigkeit ein nicht zu unterschätzender Effekt. Hunde sind allzu wertvolle Begleiter und Freunde des Menschen, als das man ihnen das Leben unnütz schwer machen sollte, nur weil es ein paar böse Menschen gibt, die sie mißbrauchen.

Gert August

Diesen Artikel hat uns der Verfasser zur Verfügung gestellt, damit wir ihn, mit seiner freundlichen Genehmigung, bei www.welpen.de veröffentlichen können. Wenn Sie Fragen an den Autor haben, dann können Sie ihn unter der e-mail-Adresse: detty.pilgrim@t-online.de kontaktieren.

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