Kaufpreis eines Welpen

Immer wieder hören wir von gedankenlosen Welpenkäufern den Vorwurf: „Ihre Hunde sind viel zu teuer. Man bekommt im Internet einen Tibet-Terrier-Welpen schon ab 450,– € !“.

 © Antje Lindert-Rottke - Fotolia
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Hierauf erfolgt meistens -sofern der potentielle Käufer überhaupt einer Argumentation zugänglich ist- eine längere Diskussion, während derer ich ihm zu erklären versuche, dass dieser „Billighund“ für den“Händlerzüchter“ oder „Vermittler“ -auch so etwas gibt es im Internet- nichts als eine empfindungslose Verkaufsware darstellt, die entweder aus eigener Massenproduktion in Käfighaltung ( ohne Anbindung an den Menschen, ohne ausreichende tierärztliche Betreuung, gefüttert und aufgezogen mit den minderwertigsten und billigsten Nahrungsprodukten, öffentlich und ungeniert im Internet in Miniausläufen mit „verpinkelter Heu-/Sägemehleinstreu“ und z.T Wassertränken, die für große Kühe gut aber von Welpen kaum bedienbar sind, zur Schau gestellt und nicht zuletzt ohne jegliche Paarungsplanung für genetisch gesunde Tiere) oder aber aus den östlichen EU-Ländern unter noch erheblich schlimmeren Voraussetzungen gezüchtet, ganz legal importiert wird (Importware immer dann, wenn Mutterhündin nicht vorhanden).

© kranidi - Fotolia
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Nur unter solchen tierverachtenden Voraussetzungen kann der Händler dann eine gewisse Marge erzielen und Profit machen, so dass sich das Geschäft auch lohnt, wobei „Vater Staat“ bei diesen Händlern noch Steuern kassiert und kräftig mitverdient; alles also absolut legal.

Auf der Strecke bleibt das Tier. Oftmals neurotisch, verwurmt und krank kommt dann der Welpe zu seinem neuen Besitzer und macht damit den Platz frei für die nächste zu verkaufende arme Kreatur.

Wenn der Welpe Glück hat, zahlt sein neuer Besitzer ein Mehrfaches des Kaufpreises für Tierarztkosten, bei weniger Glück landet er im Tierheim und im schlimmsten Falle wieder beim „Züchterhändler“, wo dann das Martyrium, manchmal bis zum bitteren Ende in der Kadavertonne, weitergeht.

Hauptchuld an dieser ekelhaften Misere jedoch trägt die „Geiz ist geil-“ und „Ich bin doch nicht blöd“- Mentalität unserer Gesellschaft, die erst solchen rein gewinnorientierten und staatlich sanktionierten Machenschaften den Nährboden schafft!

Betrachtet man die Ausführungen von führenden Ethologen im Bereich der Kynologie wie auch unsere eigenen Erfahrungen, so kann ich nur dringend vor dem Kauf von „Billighunden“ diverser Händler, kommerzieller Züchter und Vermittler warnen.

Ihre Geldbörse, ihre unverletzt bleibenden Nachbarn und Kinder und nicht zuletzt Ihre eigenen Nerven werden es Ihnen auf Dauer danken.