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Gesundheit

Hundefutter – Futterbestandteile

Hunde brauchen, obwohl sie vom Gebiss her eigentlich reine Fleischfresser sind, eine vielfältig zusammengesetzte Ernährung.

Als Faustregel gilt, dass Hundefutter etwa 30% Eiweiß, 50% Kohlenhydrate sowie 5% Fett enthalten sollte. Die restlichen 15% setzen sich aus Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen zusammen.

Sie können das Futter entweder selbst zubereiten oder das Fertigfutter eines seriösen Herstellers benutzen, was den Vorteil hat, dass die erforderlichen Nahrungsbestandteile dort bereits im richtigen Verhältnis zueinander gemischt sind.

Dabei spielt es keine Rolle, ob sie Trocken- oder Feuchtfutter verwenden, das Nährstoffverhältnis ist bei beiden gleich. Dem Trockenfutter hat man nur den größten Teil der Feuchtigkeit entzogen, deswegen müssen sie unbedingt darauf achten, dass ihr Hund entsprechend mehr Wasser trinkt.

Beliebt ist die Methode, Frischfutter aus Fleisch, Essensresten (z.B. gekochte Kartoffeln, Gemüse, Getreide, Teigwaren) und Hundeflocken selbst herzustellen.

Dabei sollten sie auf keinen Fall rohes Fleisch verfüttern, da gefährliche Infektionen mit Salmonellen, Toxoplasmose und, bei rohem Schweinefleisch, die immer tödlich verlaufende „Aujeszkysche Krankheit“ übertragen werden können.

Auch die unterschiedlichen Nährwerte sollten sie beachten. Muskelfleisch enthält ein hochwertigeres Eiweiß als Fleisch mit einem starken Anteil von Bindegewebe. Lunge und Milz haben einen geringeren Nährwert als Leber, die neben hochwertigen Proteinen viel Eisen und Vitamine enthält, aber aufgrund ihrer abführenden Wirkung nicht zu häufig verfüttert bzw. nicht mehr als 5% der gesamten Nahrungsmenge ausmachen sollte.

Auch Fisch (gekocht + grätenfrei) und Geflügel sind geeignet, insbesondere bei Diät oder als Schonkost.

Eier als Futterbestandteile müssen immer gekocht werden (Salmonellen!), beim Gemüse kann mit Ausnahme der Kartoffel auch Rohkost verwendet werden.

Alle Obstsorten sind, z.B. als Vorspeise, geeignet und sehr gesund. Hunde können jedoch selbst körpereigenes Vitamin C herstellen, vielleicht wird Obst deswegen von manchen Hunden total abgelehnt. Falls es von ihrem Hund akzeptiert wird, sollten sie bei Kernobst darauf achten, dass die Kerne nicht mitgefressen werden.

Pflaumen- oder Pfirsichkerne können sich ansonsten durch ihre rauhe Oberfläche an der Darmwand festsetzen, Kirschkerne führen zu Verstopfungen.

Welpen können sich durch die in den Kernen enthaltene Menge Blausäure lebensgefährliche Vergiftungen zuziehen.

Scharfe Gewürze sollten sie nicht verwenden, sie können Haut- und Darmreaktionen verursachen und den sensiblen Geruchssinn des Hundes schädigen. Eine geringe Menge Salz dagegen ist zur Aufrechterhaltung der Lebensfunktionen, insbesondere bei Durchfall, unbedingt notwendig.

Bei selbst angemischtem Futter müssen sie daher täglich eine Prise Salz zufügen, Fertigfutter hat bereits vom Hersteller die benötigte Menge Salz erhalten. Durch Zugabe eines Esslöffels Pflanzenöl erhält das selbstgemischte Futter nicht nur einen zusätzlichen Fettanteil, es beugt zugleich auch einem stumpfen Fell vor.

Knochen sind als Hundefutter nicht geeignet. Sie haben einen geringen Nährwert und verursachen schlimmstenfalls hartnäckige Verstopfungen bis hin zum Darmverschluss oder -perforation.

Gelegentlich können sie ihrem Hund aber Markknochen bzw. Sandknochen vom Rind oder Kalb geben. Auch spezielle Kauknochen aus Büffelhaut oder Kaustangen sind zum Kauen und Beissen gut geeignet. Sie helfen außerdem, Zahnbelag zu vermeiden.

Milchprodukte enthalten sehr viel Eiweiß, Fett und Mineralstoffe. Milch als Getränk ist für Hunde jedoch nicht sonderlich geeignet, da manche Hunde, besonders bei den erwachsenen Tieren, den Milchzucker (Laktose) nicht verdauen können.

Ursache dafür ist das Fehlen der dafür notwendigen Darmbakterien, die abgebaut werden, sobald keine Milch mehr aufgenommen wird. Als Folge davon kann sich Durchfall mit gelegentlichem Erbrechen einstellen.

Bei fortgesetzter Fütterung von Milchprodukten wie etwa Joghurt oder Quark siedeln sich diese Bakterien aber in kurzer Zeit wieder im Darm an und sorgen dafür, dass Milchzucker verdaut werden kann.

Als Hilfe zur Erziehung sowie als Belohnung bei Dressurübungen und gutem Benehmen bieten sich viele spezielle „Leckerlis“ für Hunde an. Mit knochenförmigen Hundekuchen, Kekskringeln, kleinen Happen aus Rind- oder Hühnerfleisch, Schokoladenbiskuits oder Vitamindrops lässt sich jeder Hund gerne belohnen.

Auch Trockenfutter ist dazu geeignet, Süßigkeiten jedoch auf keinen Fall. Um Übergewicht und Betteln zu vermeiden, sollten sie die „Leckerlis“ niemals als Zwischenmahlzeit verfüttern, sondern ziehen sie die Belohnungshappen später von der regulären Futtermenge wieder ab.

Gelegentlich fressen Hunde Gras. Das ist kein Grund zur Besorgnis, der Hund nimmt dadurch nur zusätzliche Mineralstoffe und Vitamine auf und macht sich die magen- und darmreinigende Wirkung des Grases zunutze.

Auch ein evtl. anschließendes Wiedererbrechen ist normal, da die scharfen Kanten des Grases im Rachen des Hundes einen Brechreiz auslösen können.

© guiney – Fotolia.com

Hunde als eigentliche Fleischfresser haben einen anders aufgebauten Verdauungstrakt als der Allesfresser Mensch. Er ist relativ kurz, dementsprechend wird die Nahrung viel schneller verdaut bzw. befindet sich kürzer im Magen und Darm und auch Reaktionen wie etwa Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung treten schneller auf.

Durch eine ausgewogene Fütterung lassen sich solche Folgen weitestgehend vermeiden. Dazu muss man jedoch wissen, welche Nahrungsmittel welche Reaktionen verursachen. Abführend, d.h. Durchfall verursachend, können sehr fette Nahrung, pflanzliche Rohkost, Milch sowie rohe Eier, rohes Fleisch und rohe Leber, aber auch Pflanzenöle und bestimmte Dosenfutter wirken.

Andererseits können ein zu trockenes Futter, viele weiche Knochen oder eine zu geringe Wasseraufnahme Verstopfungen verursachen, sodass die o.g. Futtermittel durchaus als Abführmittel Verwendung finden können.

Welpen benötigen aufgrund ihres Wachstums relativ (d.h. im Verhältnis zum Körpergewicht) größere Mengen als erwachsene oder gar alte Hunde. Zudem muss ihr Futter natürlich anders zusammengesetzt sein, sie haben einen erhöhten Bedarf an Eiweiß, Proteinen und Mineralien.

Alte Hunde dagegen benötigen mehr Kohlenhydrate und Ballaststoffe, die tierischen Fette sollten durch pflanzliche ersetzt werden. Zudem brauchen sie auch mehr Vitamine. Weitere Faktoren, die die Futterzusammensetzung beeinflussen, sind Krankheit, Trächtigkeit und Laktation.

Im modernen Fachhandel sind mittlerweile für so gut wie jedes Lebensalter sowie jede Lebenslage entsprechend verschiedene Futtersorten erhältlich, die in der Regel sehr gut sind. Wichtig ist allerdings, die jeweils benötigte Zusammensetzung und auch die Gebrauchsanweisungen genauestens zu beachten.

Zudem sollte das Futter niemals direkt aus dem Kühlschrank kommen, sondern idealerweise Zimmertemperatur aufweisen.

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