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Mitglied im American Bulldog Club Deutschland
e.V.
Zum 4. Geburtstag
des C-Wurfes
- und nun bald 4 Jahren mit Chica

Es war vor etwa 15 Jahren in
Griechenland, unsere Kinder noch klein, am Campingplatz eine Familie mit
dem "Kleinen Monster" - diesen Namen gaben ihm unsere Kids spontan:
Ein weißes Temperamentbündel, ungestüm und voller Kraft,
das den ganzen Tag mit einem Rudel Kindern, incl. unseren, umhertollte,
Küsse verteilte, dass die Köpfe wackelten, die Kleineren gnadenlos
über den Haufen rannte und "richtig lachen" konnte.
Die Entscheidung war gefallen: "Wenn wieder ein Hund, dann das Monster!"
Und nun war es soweit, Beruf und Familie ließen es zu - das Monster
brach über uns herein: Raus aus dem Auto, rein in den Garten und
auf alles gestürzt, was da so herumstand: Wang, unser alter Laufenterich,
zwickte das erschrockene Hundebaby kräftig in den Schwanz, Katze
Sheela zog ihm gnadenlos die Krallen über die Schnauze (die Narbe
sieht man heute noch), Pferd Sir Nelson packte das kreischende Ungetüm
kurzerhand am Genick, hob es hoch und ließ es da etwas unentschlossen
baumeln, bevor er es unsanft wieder ausspuckte und Nachbars Schäfermischling
Rambo rannte die kleine Stänkerin einfach über den Haufen.
Nun, all diese Erziehungsmaßnahmen
in Verbindung mit unseren menschlichen Bemühungen, Hundeschulen eingeschlossen,
ergaben einen recht gut erzogenen Hund, der heute mit seinem Herrchen
als "Reiseleiterhündin" Gruppen quer durch Europa und Afrika
auf sog. Abenteuerreisen begleitet.
Wobei die Betonung auf "erzogen" und nicht auf "dressiert"
liegt: Wer einen Hund möchte, der sich auf Kommando in den Dreck
fallen lässt, sollte sich einen Schäferhund zulegen.
Chica zB wird auf den Befehl "Hier" zuerst einmal schauen, warum
sie kommen sollte - schließlich könnte sie ja etwas Interessantes
versäumen - dann allerdings kommt sie hocherfreut und sehr zufrieden
mit ihrer eigenen Folgsamkeit
Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen - sie hat bei Begleithundeturnieren
hervorragend abgeschnitten - wenn sie will, dann kann sie!!
Das heißt, dass sie verlässlich ist, wenn´s drauf ankommt:
Sie bleibt jederzeit alleine vor einem Geschäft, ist durchaus salonfähig
in jedem Lokal und passt auch mal am Strand auf das Gepäck auf.
Erreichen kann man alles - mit viel Liebe, Geduld, Leckerlis und Zeit.
Allerdings nichts mit Schreien, Hektik, Schlägen und anderen Grobheiten.
Man würde nur verständnislose Blicke ernten und die Bulldogge
würde dem einfach ihre Sturheit entgegensetzen. Auf die sie übrigens
aus Liebe zu ihrer Familie - fast - immer bereit ist, zu verzichten!
Ein American Bulldog braucht Bewegung - ich bin mit Chica täglich
mind. 10 Kilometer per Rad, Pferd oder zu Fuß unterwegs, sie dankt´s
mir mit Tagesmärschen von bis zu 40 Kilometern bei Trekkingtouren
und das während mehrerer Tage hintereinander.
Sie ist ein selbstbewusster, stets freundlicher, Kinder liebender Hund,
immer auf "Action" aus und trotzdem (wahrscheinlich auch bedingt
durch ihre Dominanz) ein ausgezeichneter Wächter.
Selber sollte man in guter körperlicher Verfassung sein - es kann
schon einmal vorkommen, dass dieses Kraftpaket so ausgelassen herumtollt,
dass es ganz einfach vergisst, rechtzeitig abzubremsen - das endet hin
und wieder mit blauen Flecken oder einer Bauchlandung.
Egal, wo Chica hinkommt, ob Russland, Baltikum, Frankreich, Spanien oder
Marokko - sie erntet neugierige Blicke und wird durch ihre freundliche
Ausstrahlung auch von Fremden sehr rasch gestreichelt und geknuddelt -
in Deutschland natürlich eher selten, aber wir wohnen ja zum Glück
in Österreich!
Gut, dass unsere Kleine nicht weiß, was ein "Kampfhund"
ist!
Meine Meinung:
Ein American Bulldog ist eine Persönlichkeit, die man anerkennen
sollte - kein Hund zum Scharfmachen oder für die Schutzhundeprüfung,
auch kein Hund, dessen Willen man mit "Starker Hand" bricht;
allerdings ist er ein Hund, der konsequent geführt werden sollte,
einmal aufgestellte Regeln müssen ihre Gültigkeit behalten.
Empfehlenswert ist es, bereits "Hundeerfahrung" zu haben!
Er ist kein Hund für den Zwinger oder die kleine Wohnung, dafür
wunderbar für größere Kinder geeignet, die mit Hunden
umgehen können (für kleine vielleicht etwas zu ungestüm),
verträglich mit Tieren, manchmal anderen Hunden im eigenen "Revier"
gegenüber etwas kritisch, niemals hektisch dafür sehr neugierig
und immer an Futter interessiert.
Sein Fell ist pflegeleicht, er ist ein robuster Hund, der Kälte nicht
unbedingt "liebt" aber durchaus bei genügend Bewegung einer
fröhlichen Schlittenpartie oder Schitour nicht abgeneigt ist.
Es sei auch nicht verheimlicht, dass es ihm größtes Vergnügen
bereitet, seiner Freude durch heftiges Hochspringen (40kg!) und nach Möglichkeit
kräftiges Kopfstoßen (schmerzhaft, wenn es die Nase erwischt!)
auszudrücken - nach nunmehr 4 Jahren haben wir aber auch das im Griff
..
Das Wichtigste zum Schluss: Die Anschaffung eines JEDEN Hundes sollte
wohlüberlegt sein - ganz besonders aber die Entscheidung für
ein Familienmitglied mit dem Namen "Kleines Monster"!
Peter Schuster, Österreich
Mail: piti.schuster@tiscali.at
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