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Hüftgelenksdysplasie (HD), die häufigste erbliche Erkrankung des Hundes

Heilung durch Früherkennung und Therapie im Alter von 16 Wochen

Der Begriff Hüftgelenksdysplasie oder HD bezeichnet eine erbliche Erkrankung, die bei bis zu 70% der untersuchten Rassehunde vorkommt. Die betroffenen Tiere leiden unter instabilen Hüftgelenken und entwickeln im Laufe ihres Lebens häufig schmerzhafte Gelenksarthrosen.

Dank eines neuen Früherkennungsverfahrens ist die Hüftgelenksdysplasie des Hundes jetzt in vielen Fällen heilbar. Mit Hilfe einer speziellen Röntgentechnik, dem sog. PennHIP-Verfahren, kann die Gefahr einer späteren Arthrosebildung bereits in einem Alter von 16 Wochen festgestellt werden.

Das PennHIP-Verfahren* ermöglicht die Bestimmung des sogenannten Distraktionsindexes, einem Maß für die Lockerheit der Hüftgelenke. Je lockerer die Gelenke, desto größer das Arthroserisiko. In Abhängigkeit von dieser Untersuchung wird entschieden, ob eine Behandlung der Welpen notwendig ist.

In gewisser Hinsicht ist das PennHIP-Screeningverfahren mit der routinemäßigen Ultraschalluntersuchung der Hüftgelenke beim menschlichen Säugling vergleichbar. Auch beim Mensch lässt sich die später sehr aufwändige und nicht immer erfolgreiche Behandlung der HD durch entsprechende Maßnahmen im Kindesalter vermeiden (Spreizhose beim Säugling für etwa 6 Monate).

Bei den betroffenen Welpen kann durch einen wenig belastenden ambulanten Eingriff das Wachstum des Beckens optimiert und das Arthroserisiko stark vermindert werden. Hierbei wird die Wachstumsfuge des Schambeines in einem Alter von 16 (bis maximal 20) Wochen elektrochirurgisch inaktiviert.

Dieser Eingriff, genannt juvenile pubische Symphysiodese verändert die Entwicklung des Beckens.
Während die oberen Anteile der Hüftknochen ungebremst weiterwachsen, stoppt das Wachstum im unteren, vorderen Beckenbereich.

Dadurch kippen die Gelenkpfannen (Acetabula) nach außen über die Köpfe der Oberschenkelknochen (Abbildung 2).


PennHIP-Verfahren

Auf diese Weise wird die Entwicklung der Hüftgelenke während der Hauptwachstumsphase des Hundes optimiert; die Stabilität der Hüftgelenke nimmt zu. Eine bestehende Dysplasie wird im Idealfall bis zur kompletten HD-Freiheit gemindert und die Gefahr der Arthrosebildung wird deutlich reduziert.

Erwachsener Hund nach Symphysiodese

Die komplikationsarme Operationstechnik bietet eine echte Heilungschance. Zehn Tage Leckschutz und Leinenzwang sind die einzigen Einschränkungen für die betroffenen Tiere. Bei fachlich korrekter Durchführung von Diagnostik, Patientenauswahl und chirurgischem Eingriff liegt die Erfolgsquote der OP bei 80 bis 90 %.

Gelenksarthrosen, die schmerzhaften und kostspieligen Folgen der Hüftgelenksdysplasie können so vermieden werden.

*PennHIP steht für "Pennsylvania Hip Improvement Program" und wurde in den USA an der Universität von Pennsylvania entwickelt.

Nähere Informationen zu Vorkommen, Frühdiagnostik und Therapie der HD unter www.pennhip.de


 

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