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Welpensozialisierung, eine Artikelserie von Barbara Puhl

Barbara Puhl

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Einführung
2. Grundlagen
3. praktische Auswirkungen für den Züchter
4. Konsequenzen: Züchter, kann das jeder sein? Körperliche -, nervliche -, geistige -, seelische- , finanzielle-, zeitliche- und räumliche Anforderungen
5. Qualitätsnachweise
6. Praktische Vorgehensweisen bei Sommer - oder Winterwürfen
7. Fazit für werdende Züchter und "alte Hasen",
8. Gewährleistungsgesetz und seine Umsetzung
9. Fazit für alle, die sich einen Welpen anschaffen

Welpensozialisierung, eine Artikelserie von Barbara Puhl

3. Praktische Auswirkungen für den Züchter

3.1. Praktische Auswirkungen bei der Geburt


Die Hündin liegt in Presswehen. Gleich sollte sich die erste Fruchtblase mit dem Welpen am äußeren Ende des Geburtskanals zeigen.

Die Spannung steigt.

Wird es eine Steißlage, also ein Welpe, der mit den Hinterläufen zuerst raus kommt, oder eine normale Kopflage sein?
Wie wird der Welpe aussehen?
Wird er leben?
Hat er sich verschluckt und Wasser eingeatmet?
Ist er gar erstickt?
Ist er normal oder hat er irgendwelche Anormalitäten?
Welches Geschlecht hat der kommende Welpe?
Habe ich alles genügend vorbereitet?

Schnell wird nochmals alles gecheckt: die Telefonnummer des Tierarztes, falls nicht alles glatt geht; die Qutipps für die Reinigung von Maul und Nase, der Cognac mit Pipette - falls die Atmung nicht einsetzen will; der Rasierer, um die Markierung der einzelnen Welpen vorzunehmen; die kleinen Tücher, um evtl. bei der Steißlage den Welpen mit herauszuziehen; die Waage, um den kleinen neuen Vierbeiner zu wiegen; die Feudel, damit das Fruchtwasser sofort entsorgt werden kann; Traubenzucker, falls … usw.

Die Mutterhündin stöhnt bei jeder Presswehe. Es ist Schwerstarbeit. Endlich, nach langer Zeit erscheint die Fruchtblase mit einem Köpfchen. Nun geht alles schnell. Bei der nächsten Presswehe flutscht der Welpe heraus und die Mutter enthäutet ihn, beißt die Nabelschnur durch, leckt und massiert den Kleinen bis er Quaklaute von sich gibt und der nächste Welpe schon wieder auf die Welt kommen möchte.

Wenn dieser geboren wird, nutze ich die Zeit und nehme den zuvor geborenen Welpen aus der Wurfkiste und lege ihn unterhalb meines Halses auf die Stimmbänder, spreche die neuesten Daten z.B. es ist ein Rüde, Kennzeichnung XYZ zu den schreibenden Praktikanten und lege ihn schließlich auf die Waage.

Das Gewicht ist schnell ermittelt und dann geht es auf demselben Weg wieder zurück zur Hundemutter. Dabei rede ich leise, aber deutlich hörbar mit dem Welpen und der Praktikantin.

Welpensozialisierung

Warum das?
Der Welpe wird mit geschlossenen Augen und Ohren geboren. Aber er kann riechen und fühlen. Vom Instinkt findet er die Zitze der Mutterhündin, die ihm sofort vertraut wird. Damit er auch für den Menschen Vertrautheit entwickeln kann, lege ich ihn auf mein Dekolletee.

Durch das Sprechen vibriert dieser Bereich und der Welpe spürt das. Mein Körpergeruch prägt sich in sein Welpengehirn bereits ein. Dies wird ihm zu einem vertrauten Faktor, der sich bei der Aufzucht sehr bewährt.

3.2. Bis zur zweiten Woche

In dieser Zeit geht es um 1. Körperwärme, 2. Schlafen, 3. Nahrungsaufnahme und 4. Kontaktliegen/Kontaktaufnahme sowie um 5. Sauberkeit.

3.2.1. Körperwärme
Wir als Züchter können die Hundemutter in vielen Dingen unterstützen, so z.B. den Welpen genügend Wärme zukommen zu lassen. Dafür gibt es Strahler oder auch "künstliche Glucken". Damit es der Hündin nicht zu warm wird, wird die künstliche Glucke so gehängt, dass in das so genannte funktionelle U (es ist das vom Muttertier gebildete Halbrund, in dem sich die Welpen in den ersten Lebenstagen aufhalten) strahlt. Mit dieser Wärmezufuhr bewahren wir den Welpen vor Unterkühlung. Dazu ist allerdings auch eine gute Beobachtung nötig, denn wenn die Welpen es zu warm haben, krabbeln sie auseinander. Ist es zu kühl, dann liegen sie dicht an dicht und die Mutterhündin macht auch mehr und mehr ein kleineres U, bis hin, dass daraus fast ein O wird.

Geburt der Welpen

3.2.2. Schlafen
Schlafende Hunde sollte man nicht stören. In den ersten Tagen schlafen die Welpen etwa 90 % des Tages. Bis ungefähr zum 8. Tag haben sie nur 10% als kurze Wachphasen. Wenn das Stören des Schlafes öfters vorkommt, wird der Hund nervös - nicht anders wie beim Menschen. Das erstaunliche ist für mich, dass die Welpen meist ruhig weiter schlafen, wenn man sie langsam und behutsam aus der Kiste nimmt und sie z.B. auf den eigenen Schoß legt.

Diese Wärme und den Geruch von Menschen kennen sie schon (wenn sie entsprechend vorbereitet worden sind) und schlafen ruhig weiter. Für mich ist es sehr aufschlussreich, wenn Welpenkäufer kommen und dies nach Anweisung auch machen. Da die Welpen/Hunde die Stimmung des Menschen erfühlen, schlafen sie weiter oder werden unruhig.

Wenn das Unruhigwerden der Welpen bei einem späteren Besuch erneut passiert, dann bekommen diese Menschen von mir keinen Hund. Es darf im späteren Leben des Vierbeiners nicht nur dem Menschen gut gehen, sondern auch dem Hund. Er muss das Gefühl der Sicherheit haben und das hat er bei diesem Menschen nicht!



3.2.3. Nahrungsaufnahme
Hier brauchen wir Menschen in den ersten zwei Wochen für gewöhnlich nicht helfen, denn dafür ist die Hundemutter verantwortlich. Nur, wenn etwas nicht stimmt, greifen wir als Züchter ein.

3.2.4. Kontaktliegen/Kontaktaufnahme

Oder nehmen wir den Punkt Kontaktaufnahme/Kontaktliegen. Jeden Tag wird jeder Welpe einmal hochgenommen und gewogen. Dabei verfahre ich wie in Punkt 3.1. beschrieben. Die Wärme und der Geruch auf meinem Dekolletee sind anders als bei der Mutter oder den Geschwistern. Menschen riechen anders als Hunde. Das lernen die Kleinen sehr schnell, denn auch die Praktikanten bei mir helfen mit. Menschenprägung und Menschengewöhnung ist hier das Lernziel

3.2.5. Sauberkeit
Kot- und Urinentsorgung ist eine vornehmliche Aufgabe der Mutter. Trotzdem kommt es bei einem großen Wurf vor, dass diese das ein oder andere "Würstchen" übersieht. Sauberkeit und beste Hygiene in der Wurfkiste beinhaltet auch, dass man täglich die Liegeunterlagen wechselt und auskocht bzw. auswäscht.

Das nasse Liegen der Welpen bzw. der Mutter zieht Ungeziefer an, was man nicht gebrauchen kann, da diese sich die Lagerstätte als ihre Brutstätte zu eigen machen und z.B. Schmeißfliegen und Speckkäfer ihre Eier dort ablegen. Fliegen und Mücken beißen oder stechen die Welpen und die Mutterhündin, was für diese auch nicht angenehm ist und oftmals die Mutterhündin zum Fliegenschnappen verleitet.

Fliegengitter vor der Tür und den Fenstern sind die beste Gegenwehr. Als Unterlage hat sich das Antidekubitusfell aus der Humanmedizin (gibt es in Sanitätshäusern) bestens bewährt, denn es ist auskochbar, trocknet schnell im Tümmler oder an der frischen Luft, ist weich und flauschig und nimmt Hundekrallen nicht übel.

Ein sehr langlebiges Produkt, welches sich ein Hundelebenlang vorzüglich als Körbchenersatz verwenden lässt. So werden die Welpen bereits auf eine trockene, weiche, hygienisch einwandfreie Wohlfühlumgebung geprägt.

Weiterlesen - 3.3. Ab der dritten bis fünften Woche (sensible Phase – Sympatikus und
Parasympatikus)


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E-Mail : therapiehunde-deutschland@t-online.de
Homepage: http://www.therapiehunde-deutschland.de


 

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