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Desensibilisierung einer Hundephobie am Beispiel eines behinderten Mädchens.
Ein Artikel von Barbara Puhl - Teil2

Barbara Puhl

Die persönlichen Daten wurden von der Therapeutin, aus datenschutzrechtlichen Gründen, verändert.


Inhaltsverzeichnis:
1. Einführung
2. Grundsätze
3. Verfahren

Grundsätze:
1. Nur soweit das Kind freiwillig mitmacht gehen.
Das Kind bestimmt das Lerntempo.

Ohne Zwang geht alles leichter und ist erfolgreicher. Schließlich soll evtl. noch Freude an der Beziehung zum Hund entstehen. Da jede Art von Zwang Gegenwehr erzeugt, ist auch diese Arbeit nur erfolgreich durch Freiwilligkeit durchzuführen.

Dabei ist zu beachten, dass es sowohl bei dem Mädchen, als auch bei dem Hund schlechte und gute Tage gibt, d.h. mal schneller oder langsamer gelernt wird oder auch kein einziger Lernschritt zu erzielen ist...


2. Dem Kind immer einen Sicherheitsraum bei der Therapie bieten.
Das Mädchen muß sich zurückziehen können, wenn es Panik bekommt und wieder Sicherheit braucht. Praktisch heißt das, dass es zwischen sich und dem Angstobjekt eine Mauer, einen Tisch, einen Menschen, eine Wiese, eine Bürste, etc. braucht. Je nach Fortschritt der Behandlung ist das Sicherheitsobjekt zu verkleinern, bzw. ganz fallen zu lassen.

[ Bild1: Skulpturen sind oft eine grosse Hilfe bei der Bewältigung]
[ Bild2: Hier könnte eine Mauer bei der Katze Sicherheit bieten]


3. Kleine Schritte gehen
Lieber einen zu kleinen Schritt gehen und das Kind loben können, als einen zu großen, den es nicht bewältigen kann. Von daher muß vor einer neuen Behandlungseinheit sehr genau geplant werden, was heute dran sein könnte, wenn das Kind und der Hund mitmachen. Lieber den großen einen Schritt in 20 Klein- bzw. Kleinstschritte unterteilen, als nur zwei Lerneinheiten daraus machen, die u.U. dann nicht bewältigt werden.


4. Das Kind auch schon bei kleinen Fortschritten individuell loben.
Es ist ein Unterschied, ob ein ganzkörpergelähmter Patient nach monatelanger Überei einen Finger etwas bewegen kann, oder ob ein körperlich gesundes Kind den selben Finger bewegt. Für den Erstgenannten ist es ein wahnsinns Erfolg, wohingegen für den Zweitgenannten es eine Sebstverständlichkeit dastell. Das zeigt, dass selbst Loben eine höchst individuelle Angelegenheit ist und es von unserem therapeutischen Können abhängt, ob das Behandlungsziel durch Lob schneller erreicht wird oder nicht: Hängt die Wurst zu hoch, ist sie nichts wert, hängt sie zu tief, macht die Arbeit keinen Spaß.

Das Kind merkt, ob es uns mit unserer Anerkennung und Lob ernst gemeint ist. Darum müssen zunächst der Therapeut und seine Helfer autark und glaubwürdig sein.

Es steigert die Lernqualität, wenn wir das Lob bzw. die Anerkennung unterschiedlich gestalten. Nicht nur Worte werden als Lob aufgefasst, sondern z.B. auch Nüsse, Bonbons, 3 mal Schaukeln dürfen, etc. Es sollte jedoch unmittelbar nach erfolgreicher Arbeit gegeben werden. Dadurch haben wir einen echten Verstärker.


5. Dem Kind als Therapeut immer einen Schritt im Voraus sein.
Wie oben erwähnt, gibt es schlechte und auch gute Tage des Klienten. Falls wir einen guten Tag erwischen, kann es sein, dass sich der Zweibeiner rasend Neues aneignet und wir als Therapeuten mit keinem einzigen Lernschritt mehr in der Hand dastehen.

Manchmal ist es wie eine Explosion in der Seele des Patienten und dieser macht wie ein Sprinter einen Schritt vor dem nächsten und erreicht in nicht zu fassender Geschwindigkeit ein Ziel, dass für viel später anvisiert wurde. Es ist von daher unerlässlich, den gesamten Behandlungsplan gegenwärtig zu haben um individuell handeln zu können.

[ Bild3: Ich liebe Euch.]

 

Teil3: 3. Verfahren

Kontakt zur Autorin:

E-Mail : therapiehunde-deutschland@t-online.de
Homepage: http://www.therapiehunde-deutschland.de


 

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