|
Startseite Welpen.de |
Gesamte Artikel | Alle Artikel von Dr. Christine
Löwenstein
Futtermittelallergie
Was ist Futtermittelallergie?
Hunde und Katzen können allergisch auf Futtermittelbestandteile reagieren.
Die Futtermittelallergie ist für ca. 1-5% aller Hauterkrankungen
beim Hund und für ungefähr 10% aller allergischen Dermatosen
ohne Flohbissallergien verantwortlich. Es bestehen keine Rasse- oder Geschlechtsdispositionen.
Futtermittelallergien können schon mit 6 Monaten, aber auch in fortgeschrittenem
Alter auftreten.
Für die Entwicklung dieser Erkrankungen ist die mehrfache Aufnahme
des Allergens Voraussetzung, die so genannte Sensibilisierungsphase. Auch
können Tiere jahrelang ein Futter aufgenommen haben, bevor sie eine
klinisch sichtbare Allergie entwickeln. 25% der Futtermittelallergiker
leiden zusätzlich noch an einer Atopie oder Flohbissallergie.
Abb. 2: Elefantenhaut durch Futtermittelallergie
80% der Hunde reagieren auf 1 oder 2 Futtermittelbestandteile allergisch,
nur ca. 20% auf 3 bis 5 verschiedene Komponenten. Rindfleisch und Milchprodukte
gehören beim Hund zu den häufigsten Allergenen, gefolgt von
Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Soja, Eier und Fisch.
Wie sieht eine Futtermittelallergie aus?
85-90% der Tiere zeigen Hautsymptome und von diesen haben etwa 10-15%
Magen-Darm-Probleme, wie z.B. Durchfall und Erbrechen. Das wichtigste
dermatologische Zeichen beim Hund ist Juckreiz an den Pfoten, in den Achseln,
in der Leiste und um die Augen (Abb. 1-3). 25% der Tiere mit Futtermittelallergien
haben als einziges klinisches Symptom Juckreiz an den Ohren und wiederkehrende
Ohrenentzündungen (Abb. 4).

Abb. 1: Pododermatitis durch Futtermittelallergie
Bei der Katze zeigen sich die Anzeichen einer Futtermittelallergie meist
an Kopf, Ohren und im Bereich des Halses (Abb. 5). Auch Läsionen
des Eosinophilen-Granulom-Komplexes inform von eosinophilen Plaques und
Granulomen sind zu beobachten.

Abb. 3: Futtermittelallergie: Veränderungen durch Juckreiz im
Gesicht
Durch allergiebedingten Juckreiz kommt es zu Haarverlust, Hautverletzungen,
Schuppen- und Krustenbildung. Die geschädigte Haut kann sich sekundär
bakteriell infizieren, was zu einer weiteren Verstärkung des Juckreizes
führt.
Wie wird Futtermittelallergie diagnostiziert?
Um eine Futtermittelallergie mit einer relativen Sicherheit zu diagnostizieren,
muss eine Eliminationsdiät über eine Dauer von 6-10 Wochen durchgeführt
werden. Leider ist eine Diät mit einer kürzeren Dauer nicht
aussagefähig, da nur ca. 25% der Tiere in den ersten 3 Wochen eine
Verbesserung der Symptome zeigen, einige brauchen bis zu 10 Wochen und
mehr.
Zur Durchführung der Diät sollte nur eine Fleischsorte und
eine Kohlehydratsorte gefüttert werden. Wichtig ist, dass die Tiere
das Fleisch nach Möglichkeit vorher noch nie gefressen haben. Da
die meisten handelsüblichen Dosenfutter nicht deklarieren, welche
Fleischsorten sie enthalten, sind diese zur Durchführung von diagnostischen
Diäten nicht geeignet.

Abb. 4: Futtermittelallergie: chronische Ohrenentzündungen
Bei alleinigen Futtermittelallergikern verschwindet der Juckreiz nach
einer Eliminationsdiät vollständig. Die Diagnose gilt aber erst
dann als bestätigt, wenn Juckreiz nach Verfütterung des alten
Futters innerhalb von maximal 14 Tagen hervorzurufen ist (Provokationstest).
Durch einen positiven Provokationstest kann die Diagnose Futtermittelallergie
gestellt werden, die Identifikation der auslösenden Allergene erfolgt
in einem weiteren Schritt.
Von anderen Testverfahren zur Diagnose von Futtermittelallergie, wie z.B.
Bluttests, Hautallergietests oder gastroskopische Futtermitteltests wird
aufgrund der geringen Zuverlässigkeit oder schwierigen Durchführbarkeit
abgeraten.
Lamm und Reis, die optimale Allergiediät?
Viele Tierbesitzer geben Lamm und Reis, wenn ihr Tier Hautprobleme hat.Dies
hängt damit zusammen, dass in früheren Jahren Dermatologen Lamm
und Reis als Ausschlussdiät empfohlen haben.

Abb. 5: Futtermittelallergie: chronischer Juckreiz im Kopf-Halsbereich
Zu dieser Zeit wurde Lammfleisch nur selten für Tierfuttermittel
verwandt, heutzutage ist es ein nicht mehr seltener Bestandteil von Hundefuttern.
Deshalb ist es für die Durchführung einer Ausschlussdiät
nicht mehr geeignet.
Lesen Sie auch: Dermatomyositis
Kontakt zur Autorin:
E-Mail : info@hauttierarzt.de
Homepage: http://www.hauttierarzt.de
(C) Dr. Christine Löwenstein , alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors!
|