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Rupert Sheldrake

Was haben Affen auf einem Felsen, Meisen in England, Kängurus in Australien und unsere PONs gemeinsam?

Ich möchte heute ein Thema vorstellen, das nur wenigen Menschen bekannt ist. Ein Phänomen, dass in der Biologie „morphogenetische Felder, oder auch morphische Felder“ genannt wird. Der Öffentlichkeit bekannt wurden sie durch den englischen Biologen und Biochemiker Prof. Rupert Sheldrake.

 

Diese Felder sind wissenschaftlich anerkannt, Ihre Bedeutung auf die Arten unumstritten. Sheldrake bezeichnet sie nach über 25 Jahren Forschung als „Gedächtnis der Natur“. So ein Feld ist die Rahmenbedingung, der ein lebendiges System seine typische Organisation und seine spezifischen Aktivitäten verdankt. Nach den Aussagen der modernen Physik sind sie fundamentaler als die Materie.

Diese Felder sind auch nicht mit Begriffen der Materie zu erklären, sondern umgekehrt: Um die Materie zu erklären, greift man auf die Begriffe „Energie“ und „Feld“ zurück.

Wir kennen natürlich die Begriffe elektromagnetisches Feld, Gravitationsfeld usw., aber von den morphischen Feldern hat man meist wenig oder gar nichts gehört.

Dabei sind sie es, die die Natur und ihre Artenvielfalt beeinflussen und ein Kaninchen zu einem Kaninchen formen und einen PON zu einem PON. Es geht ganz einfach um die rätselhaften Prozesse der Formenentstehung von Kristallen über Pflanzen, Tiere und Menschen, bis hin zur menschlichen Gesellschaft und Kultur.

Keine Sorge, ich habe nicht vor, eine wissenschaftliche Abhandlung über die Morphogenetik zu schreiben, dafür fehlt mir das Wissen. Ich möchte aber über ein Phänomen berichten, das alle Tierbesitzer kennen, nämlich die gedankliche (telepathische) Übertragung zwischen Tierhalter und seinem Tier. Was oft als Unsinn, Aberglaube oder schlicht als Einbildung abgetan wird, ist nämlich in Wirklichkeit eine Tatsache, dem Professor Sheldrake sogar ein ganzes Buch gewidmet hat.

Titel: Der siebte Sinn der Tiere, die geheimen Fähigkeiten der Tiere.

Der Hund, der am Gartentor wartet, obwohl sein Herrchen viel früher heimkommt als sonst, die Katze die unauffindbar ist, obwohl sie doch an nichts ablesen konnte, dass sie zum Arzt gebracht werden soll.

Tiere, die in der Gemeinschaft mit uns Menschen leben, haben oft ein unglaubliches Gespür für Dinge, die in der nahen Zukunft liegen. Wir alle kennen die Situation, wenn wir die Absicht haben unsere PONs zu kämmen, verziehen sie sich plötzlich unter die Eckbank und das, obwohl wir weder die Lage auf dem Sofa verändert haben, geschweige denn, die Bürste oder den Kamm schon in der Hand halten.

Ich habe das über Jahre ganz bewusst beobachtet. Anfangs dachte ich, die Hunde könnten irgendwelche Signale an meiner Haltung, an meiner Körpersprache entnehmen, das war es aber nicht. Es war tatsächlich so, sobald ich meine Gedanken auf das Kämmen der Hunde ausrichtete, nahmen sie diese Absicht telepatisch wahr und waren weg.

Ich versuchte sie auszutricksen, indem ich zunächst harmlose Tätigkeiten aufnahm, aber sie waren schon misstrauisch, ihr Verhalten mir gegenüber hatte sich schon merklich verändert. Sie wussten ganz einfach, das Kämmen stand an.

Heute ist das für mich alltäglich geworden. Ich weiß, dass meine Hunde jeden Gedanken von mir aufschnappen, im guten und im schlechten und ihre Verhaltensweisen, ihr Gemüt, Ihr Wesen und ihre körperliche Verfassung von mir und meinen Gedanken mit beeinflusst werden.

Die wissenschaftliche Arbeit von Prof. Sheldrake befasste sich über viele Jahrzehnte mit diesem Wahrnehmungsvermögen zwischen den Arten.

Er erbrachte Beweise darüber, dass viele Hunde und Katzen und andere Haustiere die Absichten von Menschen aufnehmen können, die etliche Kilometer von ihnen entfernt sind. Aus allen seinen Berichten über das vorausahnende Verhalten der Tiere geht hervor, dass sie besonders auf die Menschen reagieren, zu denen sie die tiefste, emotionale Bindung hatten.

Normalerweise bleiben diese Bindungen innerhalb einer Gattung fixiert, das morphische Feld beinhaltet die Formgebung, Wahrnehmung, Entwicklung und Erinnerung einer jeweiligen Gattung. Da wir Menschen aber zu unseren Haustieren eine tiefe, gefühlsbetonte Bindung aufnehmen, sie in unser Haus und in unsere Umwelt aufnahmen, verschwinden die Grenzen der Felder und wir schöpfen sozusagen aus einem gemeinsamen Topf. Damit beschäftigte sich ein Team von Sheldrake über viele Jahre.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich die Bücher und dieses Wissen zum ersten Mal in die Hände bekam.

Dunkel erinnere ich mich an meinen Biologie-Leistungskurs über Arbeiten der großen Verhaltensforscher wie Konrad Lorenz und Iwan Pawlov. Mit Morphogenetik verknüpfe ich heute noch den „Affenfelsen“, sowie Lorenz mit seinen Graugänsen ein fester Begriff ist und den Glöckchen schwingenden Pawlow, der damit Hunde zum sabbern brachte, kennt wohl jeder. Die Arbeiten von Sheldrake kamen erst später auf den Plan.

Prägung Gänsekücken
Gänsekücken

Die einfachste Übertragung findet zwischen den Arten selbst statt. Mit dem Affenfelsen bezeichnet man eine Erscheinung, die hinlänglich bekannt ist. Es geht um Lerninhalte, die innerhalb einer Gattung weitergegeben werden, obwohl sie räumlich getrennt sind.

Lernt z.B. eine Affengruppe auf einem Felsen im Kongo eine Frucht mit einem Stein aufzuschlagen, dann kann es fast zur gleichen Zeit auch eine nicht verwandte Gruppe in Neuguinea, obwohl diese Affen nichts miteinander zu tun haben, außer!, sie gehören derselben Gattung an, also auch demselben morphogenetischen Feld. Eigentlich ganz simpel.

Von diesen Lernschritten gibt es inzwischen vielzählige Studien. So beobachtete man heimische Singvögel in England über viele Jahre, die es gelernt hatten, die Deckel der Milchflaschen aufzupicken, sobald sie vor der Eingangstüre abgestellt wurden. Auch das wurde fast zeitgleich in mehreren Regionen auf der Insel beobachtet.

Was verblüffend daran ist, ein paar Jahre später wurden die Verpackungen der Milchflaschen geändert.

Die Flaschen wurden durch Plastik ersetzt, einen Deckel gab es nicht mehr. Die Vögel suchten sich eine andere Nahrungsquelle. Die Generationen, die noch Milchflaschendeckel aufpicken konnten starben aus.

Jahre später, Generationen von Vogelkinder später, wurden die Flaschen mit Deckel aber wieder eingeführt. Es dauerte nur eine kurze Zeit und sie wurden wieder mit derselben Sicherheit gefunden und als Nahrungsquelle erkannt, viel schneller als die ersten Vögel brauchten, um das herauszufinden.

Darüber gibt es gesicherte Aufzeichnungen in den Archiven der Biologen und Verhaltensforscher. Man kam zu dem Schluss, dass die neuen Generationen von Vögeln über altes Wissen verfügten und sofort „wussten“, was diese Milchflaschen vor der Türe zu bedeuten hatten.

Dieses Wissen ist in den morphischen Feldern gespeichert und kann bei Bedarf von der Gattung abgerufen werden. Bei beiden Beispielen spielt die Bindung zu den Menschen keine Rolle, dieses Verhalten zielt einzig darauf ab, die eigene Existenz und die der Nachkommen zu sichern.

Wir wollen uns aber die Ereignisse und Geschichten anschauen, die mit unseren Haustieren zu tun haben und wo sich die Felder (wie in der Mathematik bei zwei ineinandergreifenden Kreisen) überschneiden, also die Gattungen miteinander kommunizieren, obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprechen.

Nachdem ich nun erläutert habe, dass diese Kommunikation stattfindet, sie nicht geleugnet werden kann, erscheinen die zwei nachfolgenden Tiergeschichten in einem anderen Licht und landen nicht in der Schublade der Fabeln und Märchen.

Sie haben sich genau so zugetragen und sind ebenfalls belegt. Für das Experiment mit Jaytee, einem Terrierrüden, war ein ganzes wissenschaftliches Team beschäftigt, den Beweis für die telepathischen Botschaften zwischen Tier und Halter zu erbringen und es ist ihnen gelungen!

Nachdem Prof. Sheldrake überzeugt davon war, dass es diese „morphische“ Übertragung zwischen Mensch und Tier gibt, setzte er alles dran, es auch zu beweisen. Er machte eine öffentliche Ausschreibung und bat Tierbesitzer besonders auffällige Ereignisse mit ihrem Tier zu beschreiben.

Er fand heraus, dass besonders viele Tiere auf die Heimkehr ihrer Besitzer reagieren und zwar lange, bevor sie tatsächlich heimkommen. Die Anwesenden zuhause konnten das bestätigen. Genau so etwas hatte Sheldrake gesucht. Er suchte sich einen besonders geeigneten Fall aus und besuchte die Leute in ihrem Zuhause.

EXPERIMENTE MIT PAM UND JAYTEE

Pam und ihr Rüde wurde einem spannenden Experiment unterzogen. Pam bekam die Anweisung, zu den unterschiedlichsten Zeiten aus dem Haus zu gehen, den Hund wie gewohnt bei ihren Eltern zu lassen und niemand über ihre Rückkehr Bescheid zu sagen. Eine Gruppe des Teams begleitete Pam mit einer Videokamera, die andere Gruppe blieb zu Hause beim Hund, ebenfalls mit einer Kamera bestückt.

Sheldrake war es zur Beweisführung außerordentlich wichtig, dass alle anderen Möglichkeiten, die nicht auf Gedankenübertragung zurückzuführen waren, ausgeschlossen wurden. Also erschwerte er das Experiment, indem er Pam mit den verschiedensten Transportfahrzeugen nach Hause fahren ließ, mal kam sie mit dem PKW, mal mit dem Taxi, mal mit dem Bus, mal wurde sie von Freunden heimgefahren.

Eine weitere Erschwernis war, dass nicht mal Pam selbst wusste, wann sie heimfahren sollte, sie bekam es vom Team zu unterschiedlichen Zeiten genannt. Also wurde die Übertragung Pam-Eltern-Jaytee auch ausgeschlossen. Keiner der Familie des Hundes wusste Bescheid.

Das Ergebnis war sensationell.

Mit Hilfe der Videoaufnahmen ließ sich Jaytees Verhalten so detailliert beobachten, wie es zuvor noch niemals möglich war. Praktisch die ganze Zeit, in der Pam ausgegangen war, lag Jaytee ziemlich ruhig zu Füssen von Pam`s Mutter.

In der Filmzusammenfassung wurden beide Aufnahmen exakt synchron auf dem geteilten Bildschirm gezeigt – Pam auf der einen Seite, Jaytee auf der anderen Seite. Erfuhr Pam vom „Außenteam“, dass sie nach Hause fahren soll, zeigte Jaytee fast im selben Moment Anzeichen von Wachsamkeit, er spitzte die Ohren und wurde unruhig.

Nur wenige Sekunden nachdem Pam gesagt wurde, sie solle heimfahren und sie auf dem Weg zum Taxistand war, erhob sich Jaytee von seinem Platz, ging zum Gartentor, um sich dort erwartungsvoll hinzusetzen. Während Pam`s Heimfahrt blieb er die ganze Zeit dort sitzen.

In 85 von 100 Fällen reagierte Jaytee auf diese Weise. Die übrigen 15 mal blieb er im Haus liegen.

Wie sich herausstellte, war das immer der Fall, wenn nur Pam`s Vater anwesend war. Der Hund hatte Angst vor ihm und blieb liegen. Dieser Reiz war wohl stärker.

Dieses Experiment brachte Sheldrake den Beweis, dass unsere Haustiere auf unsere Intentionen reagieren. Es gab für ihn keine andere Möglichkeit, wie Jaytee mit Hilfe der normalen Sinne hätte wissen können, in welchem Augenblick Pam die Heimfahrt antrat. Jaytee schien darauf telepathisch zu reagieren.

Telepathische Rufe und Befehle
Sheldrake`s Forschungen wurden ausgedehnt. In Australien traf er auf den Tierarzt David Paxton, der ebenfalls in der Forschung tätig war. Gemeinsam machten sie sich auf die Suche nach weiteren Fallbeispielen und trafen auf die wahrscheinlich wundersamste Kommunikation zwischen Mensch und Tier.

Ein Farmer hatte lange Jahre große Probleme, seine Viehweiden gegenüber den heimischen Kängurus zu verteidigen. Sie fraßen im nachts die Weidegründe leer und je mehr er abschoss, oder durch Gift erledigte, desto mehr erschienen auf der Bildfläche. Er wusste sich keinen Rat mehr.

Nun war dieser Farmer durchaus ein Tierfreund, er wollte nichts lieber als friedlich mit seiner Umwelt und den darin befindlichen Tieren leben. Ihm war bewusst, dass nicht die Kängurus, sondern er mit seinem Vieh die Eindringlinge waren und dass die großen Tiere ein Recht an diesem Land hatten.

Diese Erkenntnis veranlasste ihn zu einem außergewöhnlichen, fast mystischen Schritt.

Er traf eine „Vereinbarung“ mit den Tieren, einen Waffenstillstand und zwar telepathisch! Hier seine Geschichte, die er Paxton erzählte:

„Eines Morgens fuhr ich zu den wilden Hügeln, hielt knapp vor einer Baumgruppe und bereitete mich auf meinen ersten Kommunikationsversuch vor, wobei ich mir ziemlich blöd vorkam. Obwohl es mir verrückt vorkam, sprach ich laut und deutlich im Inneren eine Bitte aus: „Ich weiß nicht, ob ihr Kängurus mich hören könnt, aber ich biete euch ein Abkommen an, das die Bedürfnisse beider Seiten deckt.

Ich ersuche euch, unsere Weiden nicht mehr abzugrasen. Als Gegenleistung werde ich dafür sorgen, dass niemand mehr auf euch schießt und solange ich die Weiden bewirtschafte, stelle ich einen Teil meiner Weiden zur Verfügung. Da ich begriffen habe, dass ich dieses Land mit euch teilen muss, werde ich auf einen Teil der Ländereien verzichten. Nehmt aber nur soviel, dass es meinem Vieh auch reicht.“ Seinen Nachbarn teilte er mit, dass die Abschüsse auf seinem Land verboten sind.

Innerhalb kurzer Zeit hatten sich seine Weiden erholt. Das Gras wurde dick und saftig, es reichte fortan für alle seine Kühe. Der Kängurubestand ging auf ein normales Maß zurück. Nun könnte man an einen Zufall glauben. Aber in den Aufzeichnungen von Paxton wurde noch eine Besonderheit vermerkt. Nach ein paar Jahren zog der Farmer in einen anderen Landstrich, sein Nachfolger hatte nach kurzer Zeit wieder eine Känguru-Plage zu verzeichnen.

Paxton und Sheldrake waren davon überzeugt, dass es auch möglich ist, den Wildtieren unsere Intentionen mitzuteilen und ein Abkommen zu schließen, das beiden Seiten zum Wohle gereicht.

Ich habe ganz bewusst diese Geschichte zum Schluss beschrieben. Vielleicht denken Sie, was hat das mit unseren Hunden, mit unseren PONs zu tun. Vielleicht mehr, als Sie glauben. Diese Vereinbarungen mit wildlebenden Tieren sind nicht auf bestimmte Orte beschränkt. Sie wirken auch in unseren heimischen Gärten.

Warum sollte es nicht möglich sein, auf diese Weise mit Lebewesen zu kommunizieren, die wir als Eindringlinge und als lästig empfinden?

Maulwürfe im Garten können eine Plage sein, Schnecken ebenfalls oder wie wäre es mit Zecken? Vielleicht sind manche nur zur Plage geworden, weil wir ihren Lebensraum streitig machen? Wir sind nun mal nicht alleine auf dieser Welt. Gift und Köder vermehren langfristig die Plage, sie bringen nicht wirklich Abhilfe.

Karin Jetter

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.

Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

Quellenverzeichnis:

Rupert Sheldrake

– Der siebte Sinn der Tiere

– Die Seele ist ein Feld

– Das schöpferische Universum

– Denken am Rande des Undenkbaren

– Das Gedächtnis der Natur

– Weitere Bücher finden Sie auf der homepage von Dr. Rupert Sheldrake
Internet: www.sheldrake.org (deutsche Übersetzung möglich), diese Seiten informieren immer aktuell über die wissenschaftlichen Experimente zum Thema morphische Felder.

Buchtipps zum Thema: Der Pferdeflüsterer

In diesem Buch wird in einmaliger Weise die seelische Verknüpfung zwischen einem Mädchen und ihrem Pferd beschrieben. Sie erleiden gemeinsam einen schweren, traumatischen Unfall. Beide kämpfen um ihr Überleben. Am Krankheits- und Genesungsprozess nehmen beide in gleichem Masse teil, obwohl sie teilweise Hunderte Kilometer voneinander getrennt sind.

Den Pferdeflüsterer gibt es wirklich. Er arbeitet in den USA mit gestörten Pferden. Der Roman bezieht sich auf seine Arbeit.