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Wir bekommen einen HundTeil II, Eingewöhnung, die ersten Tage im neuen Zuhause Sie haben gerade Ihren Welpen vom Züchter abgeholt. Ein kleines Bündel Hund, gerade mal 8 oder 9 Wochen alt. Die ersten Tage in der neuen Familie bedeuten für alle Mitglieder der Beginn eines neuen Lebensabschnitts. Darüber sollten sich alle bewußt sein. Ein ernstzunehmendes, fühlendes Lebewesen hat seinen Platz in der Familie eingenommen. Sie wollten es so, Sie haben sich diesen Wunsch nach einem Welpen erfüllt, jetzt liegt es auch an Ihnen, diesem Wesen Platz und Raum zu verschaffen.
Grundregel Nr. 1 Bleiben Sie ruhig. Jede Hektik überträgt sich auf den Hund und macht ihn nervös. Bedenken Sie, er hat soeben sein Zuhause, seine Mutter, seine Geschwister, seine gewohnte Umgebung verloren und befindet sich bei fremden Menschen in einer völlig fremden Umgebung. Deshalb ist es Ihre erste Pflicht, ihm die Sicherheit zurückzugeben, die er braucht, um sich mit Ihnen und der neuen Behausung vertraut zu machen.
Erste kleine Erziehungsübungen
Geschimpft wird der Welpe in den ersten Stunden überhaupt nicht. Das würde ihn nur verunsichern. Zeigt er unerwünschtes Verhalten, jammert er oder knabbert er an Gegenständen herum, die Ihnen heilig sind, nehmen sie es kommentarlos weg und ignorieren seinen Protest. Wenden Sie sich Dingen zu, die er haben darf. Dabei können Sie sich auf den Boden setzen und mit einem hundegerechten Spielzeug seine Aufmerksamkeit gewinnen. Wahrscheinlich wendet er sich schnell der neuen Attraktion zu und wird alles vorherige vergessen. Auch hier folgt sofort das Lob, wenn er kommt und mit geeigneten Spielzeugen seinen Spiel- und Bewegungstrieb auslebt.
Lässt es die Witterung zu, gehen Sie am besten mit ihm in den Garten. Die Eingewöhnung fällt dort leichter, weil er dort wenig Unfug machen kann. Für Sie bedeutet das weniger Druck. Er kann sich dort auch erleichtern wie und wann er will. Die beste Gelegenheit, ihn für sein erledigtes Geschäftchen zu loben und zwar laut und deutlich!! Er soll begreifen, dass Sie seine Hinterlassenschaft bemerkt haben und es für gut und richtig halten, dass er es an diesem Platz gemacht hat. Das gibt ihm Sicherheit.
Seinen Bedürfnissen nachzukommen ist für den Hund eine körperliche Befriedigung, wird es mit Lob begleitet, wird es für ihn noch angenehmer und er wird in Zukunft sich nach diesem Lob ausrichten. Das Loben wird Sie Ihr ganzes Hundeleben begleiten, der Hund braucht es, wie das Licht zum Leben. Er wird alles daran setzen, diese Anerkennung, diese Bestätigung seiner Handlungen, von Ihnen zu erhalten. Also loben Sie ihn für alle guten Handlungen. Reden Sie mit ihm, sagen Sie ihm, was für ein toller kleiner Kerl er ist und er wird Sie dafür anhimmeln. Das Lob ist das Salz in der Suppe der Hundeerziehung. Strafen brauchen Sie Ihren Hund nicht. Es würde nur dazu führen, dass er Ihre Nähe meidet und vor Ihnen wegläuft. Kommt es ganz schlimm, wird er sich verkriechen, wenn er Ihre Schritte hört und schlimmstenfalls schnappt er nach Ihnen. Dann haben Sie und nicht Ihr kleiner Hund eine Menge falsch gemacht, das Vertrauen zu Ihnen hat er jedenfalls verloren.
Sollten Sie sich über Ihren kleinen Hund ärgern, denken Sie immer daran, dass Sie dieses Lebewesen haben wollten und es Ihre Verantwortung ist, ihm das Zusammenleben beizubringen und das gelingt am besten mit positiver Verstärkung seiner Handlungen. Alles andere ignorieren Sie am besten. Zumindest die ersten Tage bis Wochen. Korrekturen können dann erfolgen, wenn das Vertrauen gefestigt, der Hund überwiegend mit Lob seine Sicherheit aufbauen konnte. Dann nimmt er auch mal eine energische Korrektur, ein lautes Neeeiiiin!! gelassen hin und wird sich anderen Beschäftigungen zuwenden.
Lernen Sie die Körpersprache Ihres Hundes kennen und er wird
auf Ihre achten
Hunde sind Gewohnheitstiere Kinder sind im Umgang mit kleinen Hunden manchmal übereifrig, sie wollen dieses kleine Fellbündel am liebsten ständig festhalten und drücken und rumtragen. Das geht natürlich nicht. Er ist kein Spielzeug. Auch hier müssen seine Bedürfnisse erstmal im Vordergrund stehen. Er soll sich frei bewegen dürfen. Wird er festgehalten, fühlt er sich schnell als Beute und wird sich heftig wehren, was wiederum beim Kind Enttäuschung und Unverständnis auslöst. Auf keinen Fall sollte man einen solchen Machtkampf ausarten lassen. Schläft der Welpe, ist er für Kinder jeden Alters tabu!
Freß- und Tischsitten Die meisten lernen sehr schnell, dass es erst was zu essen gibt, wenn man sich hinsetzt und seine kleine Schnauze hält. Wenn Sie seinen Napf kommentarlos bei jedem Gehüpfe und Gejammer hinstellen, wird er natürlich aus das beibehalten, er wird ja belohnt dafür.
Nach den Mahlzeiten gehen Sie am besten nach draussen mit ihm. Er wird sich bald darauf erleichtern. Der Magen drückt, der Darm ist voll. Bleiben Sie dabei, bis er sein Geschäft erledigt hat. Auch hier ist die Bestätigung seines Verhaltens die halbe Erziehung. Macht er mal ins Haus, putzen sie es stillschweigend weg. Schimpfen bringt nichts, er will sie ja nicht ärgern. Wenn Sie Ihren Hund gut beobachten, werden Sie bald merken, dass seinem Bedürfnis sich zu erleichtern, bestimmte Verhaltensweisen vorhergehen. Er wird unruhig, dreht sich im Kreis, schnüffelt am Boden, dreht sich wieder und hockt sich dann in gebeugter Haltung hin. Diesem Verhalten folgt fast immer das große Geschäft, eine ernste, wichtige Angelegenheit für den Hund. Für ihn ist es nicht verständlich, weshalb er deshalb geschimpft wird. Aber trösten Sie sich, ich kenne keinen jungen Hund, der nicht bestrebt war, seine Notdurft im Freien und zwar bald außerhalb des Geländes zu verrichten. Er will ganz sicher nicht auf ewig sein innerstes Revier, sein Nest beschmutzen. Dieses Verhalten ist ihm angeboren, wir haben nur dafür Sorge zu tragen, ihm die Gelegenheit dafür zu verschaffen. In der Regel sind junge Hunde mit ca. 5 Monaten stubenrein. Ein kleines Malheur passiert auch danach mal, also kein Grund zur Aufregung.
Wo hinlegen, wo schlafen, wo sind seine Geschwister? Auch hier sind die ersten Eindrücke prägend und die will man ihm doch so vertrauenserweckend wie möglich gestalten. Nachts wird geschlafen und nicht gespielt! Wird er unruhig und Sie sind sich sicher, dass er nicht muss, ignorieren Sie sein Verhalten. Wenn Sie beginnen auf ihn einzugehen, auf sein munteres Spielen reagieren, machen Sie bald die Nacht zum Tag. Nach ein paar erfolglosen Bemühungen um Ihre Aufmerksamkeit, wird er sich wieder zusammenrollen und weiterschlafen.
Der erste Ausgang und die Überforderung Die ersten Spaziergänge sollten eine ½ Stunde nicht überschreiten und sollten immer mit einem Erfolg abgeschlossen werden! Aber nicht überfordern. Der Welpe wird ihnen folgen, so lange er körperlich kann, das gibt ihm sein Instinkt vor. Setzt er sich hin, ist er eigentlich schon überfordert und hundemüde!
Erleben in der Umwelt
Er will lernen - mit Ihnen Wenn er etwas stabiler ist, scheuen Sie sich nicht auch mal an Krach machende Plätze zu gehen, also an Sportplätze, Kindergarten, Schulen und lassen ihn ruhig auch mal dieses Getöse ertragen. Nach anfänglichem Gezerre an der Leine wird er sich beruhigen und sich an Ihnen orientieren. Tun Sie so, als wenn es das Selbstverständlichste der Welt ist, lärmende Kinder zu beobachten oder an einer Hauptstraße zu stehen und die Lastwagen vorbeidonnern zu lassen. TRÖSTEN SIE IHN NIEMALS!!! Also kein beruhigendes Wort an ihn, wenn er winselt, die Rute einklemmt und den Schauplatz verlassen will. Ignorieren Sie ihn und sein Verhalten und nehmen Sie ihn niemals auf den Arm. Er muß sich dran gewöhnen und er wird sich dran gewöhnen! Also öfters mal so eine Übung wiederholen, und bei der kleinsten Erfolgsrückmeldung den Hund loben und nochmals loben.
Spielen und toben Das geht alles ohne Gewalt. Haben Sie schon mal gesehen, wie ein Hund einen Welpen zurechtweist? Dazu braucht er keine Zeitung, keinen Stock, sondern wird der Kleine zu lästig, steht er auf und geht weg. Folgt er ihm und will weiterspielen, wird er angeknurrt oder angebellt. Der Welpe versteht diese Sprache und wendet sich von ihm ab.
Tierärztliche Erst-Versorgung das weitere Vorgehen bezüglich der Impfungen besprechen. Ihr Welpe kann dabei in Ruhe die Praxis ausschnüffeln, die Gerüche aufnehmen, mal auf dem Behandlungstisch sitzen, ohne dass ihm einer auf den Pelz bzw. Fell rückt. Ist der Tierarzt ein verständiger Tierfreund, wird er ihn freundlich ansprechen, ihm ein Leckerchen reichen und alles ist für den Kleinen in bester Ordnung. Warum sollte er sich vor dem nächsten Besuch fürchten? Es ist ihm ja nichts negatives in Erinnerung geblieben.
Das richtige Tragen und - wie lange Welpen müssen getragen werden. Sie dürfen keine Treppen laufen und nicht ins und aus dem Auto springen. Denn dies beansprucht die Gelenke und Sehnen des Welpen zu sehr. Tragen Sie Ihren Hund nicht herum, er ist kein kleines Kind. Er gehört auf den Boden. Vor allem auf den ersten Spaziergängen neigt ein Anfänger dazu, den Welpen auf den Arm zu nehmen. Das ist völlig verkehrt. Dieses Hochnehmen verführt andererseits fremde Hunde dazu, den Kontakt zu dem weggerissenen Hund erneut und intensiver zu suchen. Wie soll er getragen werden? Nicht von Kindern, die dieses Gewicht nicht locker beherrschen. Eine Hand unter die Vorderbrust - zwischen den Vorderläufen gespreizt. So hat man die Kontrolle über seinen Vorderbau und hält die Balance, wenn er vorn herumsucht. Das Hinterteil hält man mit der anderen Hand, man unterstützt quasi den Rest von unten. Dann drückt man ihn an den eigenen Brustkorb und hat ihn sicher unter Kontrolle. Aus so einer Lage kann sich der Hund nicht befreien und wird stillhalten.
Ein Rat zum Schluß Er kann aber nur das lernen, was Sie ihm beibringen!
Karin Jetter ::: Lesen Sie auch: Wir bekommen einen Hund - Teil 3
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