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Rang- und Rudelordnung, ein weit unterschätzter PON-ErziehungsanspruchEs war einmal ein PON-Rüde, der kam als aufgeweckter, fröhlicher Hund zu seinen neuen Besitzern. Wir wollen ihn Donald nennen. Diese Geschichte ist wahr, trug sich genau so vor einigen Jahren zu. Den Namen habe ich geändert, obwohl Donald wahrscheinlich schon längst im Hundehimmel ist, wollen wir doch seine wahre Identität bewahren.
Donald wuchs mit drei anderen Geschwistern ganz normal auf. An ihm war
nichts auffälliges. Er kam zu einem jungen Ehepaar, berufstätig,
ohne Kinder. Die beiden versicherten der Züchterin, dass sie sich
sehr wohl im klaren darüber wären, dass der junge Hund Erziehung,
soziale Kontakte und ein abwechslungsreiches Leben benötigt. Das
wäre kein Problem, da beide Schichtdienst arbeiteten und immer einer
für Donald da wäre. Abwechselnd zwar, aber er wäre nicht
länger als zwei- vier Stunden alleine. Die Züchterin ließ
sich überzeugen, vertraute den Aussagen der Leute. Donald zog in
eine Etagenwohnung in einer ländlichen Gemeinde. Man versuchte es mit einer Hundeschule. Donald ließ sich nicht
einordnen. Er spielte an der Leine völlig verrückt, ließ
man ihn los, stürzte er sich wahllos auf andere Rüden. Andere Ausbildungsplätze wurden erprobt. Das Ergebnis war immer
dasselbe. Donald flog nach kurzer Zeit vom Platz. Bald darauf hatte er
fast keinen Kontakt mehr mit anderen Hunden. Im Umgang mit seinen Besitzern
zeigte er keine Probleme, sie gingen ja auch auf ihn ein. Trotzdem wurde
der Hund zur Belastung. Jeder Spaziergang war ein Horror geworden. Man
musste ja immer damit rechnen, dass plötzlich ein anderer Hund um
die Ecke kam und es war Donald zu diesem Zeitpunkt auch egal, ob Rüde
oder Hündin. Alles was vier Beine hatte, wurde angegriffen und in
einem Kampf zu Boden geworfen. Keiner hielt ihn mehr davon ab, seine Leute
hatten inzwischen Angst vor ihrem Hund. Für Donald wurde ein neues Zuhause gesucht. Gott sei Dank fand sich bald eine Familie, die bereits einen PON hatten. Als er starb, wollten sie schnell einen neuen PON in die Familie aufnehmen. Das war Donalds Glück. Die PON-Erfahrung der Familie bewahrte ihn davor, seine Macken erst richtig auszuleben. Zwar hat er in den ersten zwei Wochen nach der Umsiedelung den kleinen Dackel von Freunden mit kleinen Löchern im Ohr nach Hause "apportiert" (er gab ihn vorher nicht her). Auf diesen Schreck hin, wurde ein hartes Training für Donald ausgearbeitet. Der Vater in der Familie verfügte als selbständiger Unternehmer genau über die Eigenschaften, die Donald zur Einordnung brauchte: Autorität, Führungseigenschaften, klare Zielvorstellungen und Durchsetzungsvermögen. Er sagte zu mir: "Ich habe vier Söhne und einen Betrieb mit vielen Mitarbeitern. Da werde ich mir doch von einem Hund nicht auf der Nase rumtanzen lassen. Donald kann bleiben, aber nur, wenn er mit dem letzten Platz zufrieden ist. In meinem Schwimmbad hat er nichts verloren." (Das sind Originalworte) So kam es dann auch. Donald verlor zwar seine "Alpha-Stellung", gewann dafür aber eine komplette Familie. Er wurde als Hund ernstgenommen, aber nicht vermenschlicht. Donald war bald damit zufrieden und wurde ein ganz toller Hund. Als ich das letzte Mal mit der Familie Kontakt hatte, war er 10 Jahre alt. Inzwischen waren die ersten Enkelkinder im Haus. Auf die Frage, wie es ihm geht, bekam ich zur Antwort: " Wir hatten noch nie einen so zuverlässigen Hund. Mit den Enkelkindern ist er einfach sensationell. Auch ist er ein guter Wachhund. Aufs Grundstück kommt keiner unbemerkt. Auch traut sich keiner an ihm vorbei, seine Familie geht ihm über alles. Es ist ein gutes Gefühl, ihn um sich zu haben." Ende gut alles gut. Übrigens ist Donald noch ein erfolgreicher Deckrüde geworden. Er steht in vielen Ahnentafeln, natürlich unter seinem richtigen Namen.
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