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Wir bekommen einen Hund
Teil III, Einige Regeln für den Umgang mit Ihrem Welpen
Jeder Hund lernt nur durch angenehme und unangenehme Erfahrung, diese
Erfahrungen sind prägend
Verstärken Sie erwünschtes Verhalten durch Lob, freundliche
Ansprache, Streicheleinheiten, Spiel und Leckerchen
Unerwünschte Verhalten korrigiert man mit Spielabbruch, sanftes
Wegschubsen, ignorieren seiner unerwünschten Aktivitäten und
nur im äußersten Fall durch grobe Ansprache oder Strafe (über
den Fang greifen)
Um seinen Folgetrieb zu fördern, darf niemals gestraft werden, wenn
der Welpe zurückkommt oder auf einen zuläuft. Das Kommen muss
für den Welpen eine reine Freude sein und wird immer mit einem freundlichen
"komm" oder "hier" belohnt. Egal, was der Welpe auch
angestellt hat, wenn er Sie kommen sieht und läuft auf Sie zu, dann
wird dieses Kommen belohnt. Was vorher war zählt nicht!
Der Welpe wird nicht festgehalten oder eingefangen, man bleibt ruhig
und wartet mit Lockruf, bis er von sich aus kommt. Ist er durch nichts
zu bewegen zu kommen, wird er nochmals laut gerufen und man läuft
schnell von ihm weg. Der Erfolg stellt sich prompt ein, er wird Ihnen
nachlaufen und nicht Sie ihm!
Den Welpen nicht hochnehmen, wenn ein anderer Hund in der Nähe ist.
Daraus kann ängstliches, aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen
entstehen. Traut man selbst der Situation nicht, den Welpen mit rufen
und locken aus der Situation entfernen.
Eine neue Situation, ein neues Erlebnis möglichst immer mit Erfolg
abschließen. Nicht mit einem überforderten, ängstlichen
Hund aus einer Übung gehen. Solange verbleiben, bis sich der Hund
beruhigt hat, dann loben und schnell die Übung beenden und den Schauplatz
verlassen.
Den Welpen nicht rufen, wenn Sie fast sicher sind, dass er nicht auf
ihren Ruf reagieren wird. Dann warten Sie lieber ab, bis er mit seinem
Tun ablässt und sich Ihnen wieder zuwendet. Dann locken und rufen.
Gefahren durch Straßen müssen besonders am Anfang gut eingeschätzt
werden. Dann den Welpen lieber anleinen!
Ein schlafender Welpe ist tabu für Kinder und Besucher
Die Früherziehung wird nur von einer Person durchgeführt. Kinder
dürfen sich daran nicht beteiligen. Ihre ständigen Kommandos
führen dazu, dass der Hund lernt nicht zu gehorchen, denn es wird
nicht auf die Ausführung bestanden. Kinder benützen im Umgang
mit ihrem Welpen andere Worte. Darüber muss sich die Familie einig
sein..
Welpen laufen nicht weg. Die lebensnotwenige Bindung an einen Sozialpartner,
also die Familie, lässt gerade den noch unsicheren Welpen engen Kontakt
halten. Gewähren Sie ihm diesen Kontakt, in Ihrer unmittelbaren Nähe
wird nicht gestraft, so lästig kann einem ein Welpe gar nicht werden.
Ausreichenden Auslauf und Spielmöglichkeiten mit Artgenossen bieten.
Der eigene Garten reicht nicht aus. Isolation ist für einen jungen
Hund eine Folter!
Bis zur 16. Lebenswoche ein umfangreiches Reizangebot anbieten. Gezielte
Prägung auf die Umwelt gehört zur Verantwortung eines Hundebesitzers.
Einige Regeln für Kinder im Umgang mit dem Welpen
Liebe Kinder,
Euer Welpe kann ein guter Freund für euch werden. Doch Hunde sprechen
eine andere Sprache und machen andere Handlungen als wir Menschen. Darum
sollte man lernen, schon bald mit dem Welpen so umzugehen, dass er euch
versteht und ihr ihn.
Ein Welpe braucht viel Schlaf um wachsen zu können. Wird dieser
Schlaf ständig unterbrochen, kann er krank werden. Wecke ihn bitte
nicht auf, wenn er schläft, auch nicht für deine Freunde. Erkläre
ihnen, warum das nicht geht.
Versuche nicht ihn herumzutragen. Welpen mögen das gar nicht, wenn
sie ständig festgehalten werden. In der Natur trägt die Mutter
ihre Welpen nur die ersten Lebenstage, danach bleibt der Welpe zwar in
der Nähe seiner Mutter, wird aber nicht mehr festgehalten. Dieses
Verhalten versteht der Welpe. Also bleibe in seiner Nähe, dass wird
er genießen.
Wenn der Welpe sein Essen bekommt, lass ihn in Ruhe fressen. Du kannst
auch hier in der Nähe bleiben, dann freut er sich über deine
Gesellschaft und wird sich dir sofort wieder zuwenden, wenn er mit dem
Fressen fertig ist. Du kannst auch freundlich mit ihm reden, wenn er frisst.
Nach dem Fressen wird erst mal nicht getobt, das bekommt seinem Magen
nicht.
Behandle den Welpen immer gut. Füge ihm keine Schmerzen zu, noch
brülle ihn an. So wolltest du doch von deinen Freunden auch nicht
behandelt werden und der Welpe will doch mal dein Freund werden.
Hunde lernen und spielen sehr gern. So wie du auch. Wenn du ihm was beibringen
willst, denke daran, er kann es nicht sofort verstehen. Du musst es immer
wieder üben. Lobe ihn und streichle ihn aber jedes Mal und sag niemals
"du bist ein dummer Hund!"
Mach mit dem Welpen keine Fangspiele. Er kann dich nur mit seinen Zähnen
festhalten und die sind am Anfang spitz und können dich kratzen.
Wenn er größer ist, wird er dich in seinem Übermut anspringen
und umwerfen. Suche gemeinsam mit deinen Eltern Spiele aus, die euch beiden,
dir und dem Hund Spaß machen. Zum Beispiel einen Ball auf dem Boden
rollen, später verstecken. Das sind Spiele, die der Hund schnell
lernen kann.
© Karin Jetter, alle Rechte vorbehalten
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Autors
im Juni 2003
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Mangel leiden
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