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1. Ein falsch interpretierter Verhaltensforscher und der Zeitpunkt der Welpenabgabe An dieser Stelle möchte ich mit dem oft gehörten Missverständnis aufräumen, dass "bei einem Welpen die Prägephase mit der 8-ten Woche beginnt und der Welpe dann möglichst schnell bei seinem neuen Besitzer sein soll !" Der allseits bekannte und in der Kynologie führende Verhaltensforscher Eberhard Trumler selbst beschreibt und definiert genau umgekehrt die ersten 8 Wochen als Prägephase (daher auch die Vorschrift des VDH -Verband für das Deutsche Hundewesen- für seine Mitgliedsvereine, dass die Welpen als Minimalvoraussetzung frühestens nach der 8-ten Lebenswoche abgegeben werden dürfen !). Diese o.g. Fehlinterpretation von vielen Züchtern wird oftmals unwissentlich, aber mit unerschütterlicher Überzeugung und echter Fürsorge im vermeintlichen Sinne des Welpen herangezogen, diesen in bester Absicht schnellstmöglich seinem neuen Besitzer zuzuführen. Tatsächlich schreibt Eberhard Trumler in seinem Buch - auch heute noch das führende Standardwerk in der wissenschaftlichen Ethologie innerhalb der Kynologie-: "Das Jahr des Hundes", Auflage I von 1984, auf den Seiten 67ff, Zitat: "Mit dem Erwachen der Sinne, spätestens am Ende der dritten Lebenswoche , beginnt nun für die Welpen eine neue Lebensphase. Die Doktores Menzel benannten die nun folgende Zeit bis zur zwölften Woche die >>Sozialisierungs-Phase<< in dem Sinne, daß die Welpen nun lernen, sich mit ihren Geschwistern,den Eltern - und dem Menschen! - zu arrangieren. Einige Beobachtungen amerikanischer Forscher brachten mich nun dazu,
diese Zeit genauer zu untersuchen. Deswegen hebe ich jetzt die Zeit bis
zur achten Woche als >>Prägungs-Phase<< hervor.
Bedenkt man, dass die "gesamte Sozialisierungsphase" nach Doktores Menzel e.a. ca 12 Wochen beträgt und die "eigentliche Sozialisierung" dabei nach Trumler (siehe obiges Zitat) in der 9-ten bis 12-ten Woche stattfindet, fehlen dem Welpen also genau die 4 Wochen in dem Hunderudel, die notwendig sind, um aus einem kleinen Pflegel, der bis zur 8-ten Woche absolute Narrenfreiheit genießt, einen von der gesamten Meute erzogenen Junghund zu machen. Zu diesem Lernprogramm gehört das Erlernen sowohl von vielfältiger "hündischer Etikette" als auch im Besonderen das sich Unterwerfen gegenüber ranghöheren Rudelmitgliedern -zu denen auch die Menschen ( repräsentiert durch die Züchterfamilie) gehören-, hierbei wiederum insbesondere dem tierischen Rudelchef. In dieser Phase wird der Grundstock für ein späteres Hundeleben gelegt und es entscheidet sich, ob der Hund ein ausgeglichenes Wesen haben wird, anhänglich ist und sich neuen Situationen gut und souverän anpassen kann oder ob er zum Neurotiker, Haustyrann, Angstbeisser oder im schlimmsten Falle zum nicht einzuschätzenden hemmungslosen Beisser wird. Die Erziehungmaßnahmen, die das tierische Rudel und hier in erster Linie der Leitrüde ausübt, sind oftmals alles Andere als liebevoll, sondern unmittelbar nach einer Verfehlung und drastisch, getreu dem Motto "wer nicht Hören will, muss Fühlen", ohne den Welpen jedoch ernstlich zu verletzten. Dumme Erziehungsmaßnahmen und Sprüche im 68-er Stil ohne tatsächliche
Grenzen zu setzen, wie bei vielen Menschen, die ohnehin von ihren menschlichen
Kindern nicht ernst genommen werden und zu "Wohlstandsprolls"
verkommen (siehe hierzu auch obiges Zitat), sind in der "hündischen
Erziehung" nicht bekannt, sondern die körperliche Strafe folgt
hier sofort auf die Verfehlung und das hierbei Gelernte wird im Gedächtnis
manifestiert. Lesen Sie auch: 2. Die vier Phasen der Aufzucht unserer Welpen bis zur Abgabe ab der 12-ten Woche
Kontakt: Anna Hageschulte Dorle Mayfeld-Hageschulte und Udo Hageschulte
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