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Erste-Hilfe-Kasten für Hunde
Jeder Hundehalter sollte nicht nur fit in Erster Hilfe für Mensch
und Tier sein, sondern auch genau wissen, was in einen Erste-Hilfe-Kasten
für Hunde gehört. Erkrankungen, Unfälle und nicht zuletzt
Vergiftungen gehören leider zu fast jedem Hundeleben und dann ist
es gut, wenn Sie die nötigen Utensilien parat haben, um dem geliebten
Vierbeiner schnell wieder auf die Pfoten zu helfen.
Wichtig ist, dass Sie sich mit dem Inhalt Ihres Erste-Hilfe-Kastens für
Hunde so gut wie möglich vertraut machen: Üben Sie den Umgang
mit der Zeckenzange ebenso wie das Anlegen von Verbänden, wenn Sie
genügend Zeit und Ruhe dafür aufbringen können! Das verleiht
Ihnen im Notfall die nötige Ruhe und Gelassenheit. Sie können
auch einen Kurs in Erster Hilfe für Hunde belegen - viele Hundesportvereine
und Tierärzte bieten solche Kurse an.
Grundsätzliches
Achten Sie bei Medikamenten und Verbandmitteln in Ihrem Erste-Hilfe-Kasten
für Hunde immer auf das Verfallsdatum. Schließlich wollen Sie
im Notfall richtig und komplett ausgerüstet sein! Als Grundlage für
Ihren Erste-Hilfe-Kasten eignet sich ein Autoverbandkasten. Oder Sie gehen
gleich in die Vollen und besorgen sich unterschiedliche Behälter
für die einzelnen Verwendungszwecke: Eine Box oder ein Schrankfach
für daheim, einen kleinen Rucksack für größere Reisen
und Wandertouren und eine kleine Erste-Hilfe-Tasche am Gürtel für
die täglichen Gassirunden.
Hier sind Ihrer Phantasie ebensowenig Grenzen gesetzt wie beim Streicheln
Ihrer Pelznasen! Apotheken und Sanitätshäuser, aber auch viele
Outdoorgeschäfte halten eine Menge unterschiedlicher Angebote bereit,
die auf jeden Geschmack und Geldbeutel zugeschnitten sind. Wichtig ist
nur, dass Ihr Erste-Hilfe-Kasten stets griffbereit ist, um Ihrem Hund
sofort und zielsicher helfen zu können.
Aufbewahrung
Bewahren Sie Ihren Erste-Hilfe-Kasten für Hunde an einem Ort auf,
der keinen allzu großen Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen
unterworfen ist. Da versteht sich von selbst, dass die Küche als
Aufbewahrungsort ungeeignet ist. Auch das Badezimmer ist alles andere
als ideal. Das Schlafzimmer ist hierfür schon besser geeignet.
Wenn Sie mit Ihrem Hund viel im Auto unterwegs sind und auch dort einen
Erste-Hilfe-Kasten aufbewahren, sollten Sie dessen Inhalt häufiger
kontrollieren (mindestens monatlich) und unbrauchbar gewordenes Material
austauschen. Das gilt übrigens auch für Ihren eigenen Autoverbandkasten!
Notfallinformationen
Zur Vorbereitung und zum Nachschlagen schaffen Sie sich am besten einen
Ratgeber zum Thema Erste Hilfe für den Hund an. Eine Rezension der
auf dem Markt erhältlichen Fachbücher steht schon auf meiner
Arbeitsliste für dieses Jahr. Sinnvoll ist ebenfalls, eine Liste
mit den Adressen und Telefonnummern des persönlichen Tierarztes sowie
der lokalen tierärztlichen Kliniken und der Tierrettung mit in die
Box zu legen. Nützlich sind darüber hinaus die Telefonnummern
von Polizei und Feuerwehr sowie vom nächst gelegenen Tierheim - es
kann ja sein, dass Sie in einen Unfall mit einem fremden Tier oder gar
einem Wildtier verwickelt werden. Ich habe diese Liste extra laminiert,
damit sie wetterfest ist und zusätzlich alle wichtigen Telefonnummern
in meinem Handy und auch in meinem Festnetztelefon gespeichert. Sicher
ist sicher!
Und was gehört nun den Erste-Hilfe-Kasten für Hunde?
Für die bessere Übersicht habe ich den Inhalt des Erste-Hilfe-Kastens
für Hunde in drei Gruppen eingeteilt:
Untersuchungsinstrumente und Co.
· 1 digitales Fieberthermometer zur rektalen Temperaturmessung.
· 1 Pupillenleuchte in Kugelschreiberform, die sich hervorragend
eignet, um im Dunkeln kleinere Verletzungen zu finden, aber natürlich
auch geeignet ist, um in Körperöffnungen zu blicken (Ohren,
Nase, After).
· 1 Pinzette mit abgerundeten Enden zum Entfernen von Fremdkörpern
(größere Fremdkörper oder Glassplitter nur vom Tierarzt
entfernen lassen!).
· 1 Zeckenzange (vorher ausprobieren, mit welchem Modell Sie am
besten zurechtkommen).
· 1 Metallschere mit abgerundeten Spitzen zur Kürzung des
Fells bei der Wundreinigung.
· 1 Verbandschere.
· 1 Gummischlauch, falls Stauen oder Abbinden nötig ist. Dieses
sollte aber vorher unbedingt in einem Kurs erlernt werden!
· 1 nicht allzu elastisches Band zum Zubinden des Hundemauls. Denn
es kann ja schließlich sein, dass Sie einem fremden Hund helfen
wollen. Und selbst der eigene Hund kann vor Angst und Schmerz so außer
sich sein, dass es nach Ihnen schnappt!
· 1 Beatmungstuch für die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW).
· 1 nicht zu kleines Cool Pack für mittelgroße bis große
Hunde und zwei bis drei kleinere Cool Packs für kleine Hunde. Diese
sind vielseitig einsetzbar z. B. zur Behandlung von Überhitzungen
bis hin zum Hitzschlag, bei Prellungen, Verstauchungen und sonstigen Schwellungen
sowie auch bei Blutungen zur Unterstützung der Blutstillung.
· 2 Paar Schutzhandschuhe.
· Je 1 Einwegspritze zu 2 ml, 5 ml, 10 ml und 20 ml, damit Sie
wirklich für jeden Hund gerüstet sind. Die Spritzen eignen sich
ebenso zur Eingabe von Medikamenten und Flüssigkeit wie auch zur
Wundreinigung.
· 1 Holzspatel, um in den Mund-Rachenraum blicken zu können.
· 1 Decke als Kälteschutz und zum Transport. Diese passt natürlich
nicht in die Box, sollte aber griffbereit in der Nähe aufbewahrt
werden.
Von Rettungsdecken halten Hunde in Not relativ wenig - das laute Rascheln
der Metallfolie macht ihnen Angst und das in einer Situation, in der sie
ohnehin schon schmerzgepeinigt und verängstigt sind. Also lieber
eine unempfindliche Decke aus Fleece nehmen!
Verbandmaterial
· Sterile Wundkompressen.
· Verbandwatte aus Baumwolle zum Abpolstern von Verbänden.
· Rollenwatte aus Baumwolle zum Aufsaugen von Blut und Wundsekret
und zum Abpolstern.
· Mullbinden in drei verschiedenen Größen (5 cm, 10
cm und 15 cm).
· Elastische Binden in zwei verschiedenen Größen (10
und 15 cm).
· Selbsthaftende dauerelastische Fixierbinden in drei verschiedenen
Größen (6 cm, 8cm und 10 cm).
· 1 Dreiecktuch.
· Heftpflaster von der Rolle.
Medikamente und Lösungen
· Desinfektionsmittel wie z. B. Wasserstoffsuperoxyd (3%) zur Wunddesinfektion
und als Brechmittel.
· Antiseptikum wie z. B. Octenisept zur unterstützenden Wundbehandlung.
· Flüssigkeit wie z. B. oculav NIT zur Augenspülung und
Hautreinigung bei Verätzungen.
· Kohletabletten bei Vergiftungen.
· Pulver- oder Elektrolyttabletten bei Durchfall oder Erbrechen.
Alle aufgeführten Gegenstände und Mittel bekommen Sie problemlos
in Ihrer Apotheke oder im Sanitätshaus. Inzwischen gibt es auch im
Internet immer mehr Anbieter von Erste-Hilfe-Zubehör, bei denen sich
so manches Verbandschnäppchen für Mensch und Hund machen lässt.
Nun bleibt mir nur noch, Ihnen und Ihrem Hund allzeit gute Gesundheit
zu wünschen - Wuff!
Kontakt zur Autorin:
Simone Edelberg
Vesaliusstraße 8
80999 München
Telefon: 089-55 27 67 87
Telefax: 089-55 27 67 88
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