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Wimmel-Training für Vierbeiner

Menschen und Hunde genießen es gleichermaßen, viel gemeinsam zu unternehmen. An manchen Orten fühlen sich Hunde allerdings nicht wirklich wohl. So zum Beispiel in Menschenmengen.

Mit einem gut aufgebauten Training und viel Einfühlsamkeit können sich die meisten Hunde dennoch mit Menschenmengen anfreunden, bzw. ihnen mit Gelassenheit begegnen.

© jirikaderabek - Fotolia
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Wichtig dabei ist, das Ausdrucksverhalten des eigenen Hundes sehr gut lesen und verstehen zu können. Nur dann kann der Hundehalter sicherstellen, seinen Hund nicht zu überfordern.

 

Keine Reizüberflutung

Häufig werden Hunde völlig unvorbereitet dem Gewimmel in einer Stadt oder bei einem Fest ausgesetzt, frei nach dem Motto „da muss er durch, er braucht keine Angst zu haben“. Eine solche Einstellung kann jedoch leicht nach hinten losgehen und den Vierbeiner sensibilisieren, wenn nicht gar traumatisieren.

Ist Ihr Hund in Sachen Menschenmengen also noch „jungfräulich“, führen Sie ihn behutsam an die Anforderungen heran. Das Alter des Hundes spielt bei der Herangehensweise keine Rolle.

Erst beobachten lassen

Stürzen Sie sich nicht gleich in Menschenmengen hinein, sondern postieren Sie sich mit Ihrem Hund in einiger Distanz zum Getümmel. Nehmen Sie den Hund auf Ihren Schoß oder an Ihre Seite und belohnen Sie ihn dafür, dass er sich das Spektakel einfach nur ansieht.

Achten Sie auf seine Mimik und „Körpersprache“.

Zeigt der Hund Stresszeichen wie beispielsweise ängstliche Augen oder starkes Hecheln mit angespannter Zunge und Kieferpartie, vergrößern Sie die Distanz und helfen Sie ihrem Hund, sich zu entspannen. Verringern Sie die Distanz schrittweise und achten sie darauf, dass Ihr Hund entspannt bleibt. Beenden Sie die Übungen frühzeitig, sodass der Vierbeiner angenehme Gefühle mit der Anwesenheit von fremden Menschen verbinden kann.

Fingerspitzengefühl behalten

Haben Sie einen kleinen Hund und fühlt sich dieser wohl, wenn er auf Ihrem Arm sitzt, können und sollten Sie ihn in Menschenmengen immer tragen. Begeben Sie sich anfangs nur in „luftigere“ Bereiche, belohnen Sie den Hund fürs ruhige Schauen und gehen Sie aus der Menge dann wieder heraus.

Steigern Sie die Anforderungen langsam. Haben Sie einen größeren Hund, den Sie nicht tragen können, gehen Sie gleichermaßen vor und üben Sie erst in den Randbereichen von Menschenmengen, wo sich die Leute nicht drängen.

Wichtig: Locken Sie den Hund nicht, sondern lassen Sie ihn bestimmen, in welchem Tempo er sich die Situation erschließt, wem oder was er sich nähern und wann er das Geschehen verlassen möchte.

Rücksicht nehmen

Menschenmengen sind kein guter Ort, um Hunde spazieren zu führen. Überlegen Sie deshalb stets gut, warum Sie Ihren Hund an solche Orte mitnehmen.

Wenn Sie ihn mitnehmen, ist der Hund die Hauptperson, nicht nur Begleiter. Im Zweifel kann das bedeuten, dass Sie auf eigenes Vergnügen verzichten, um sicherzustellen, dass es dem Hund gut gehen kann.

Gerade in der Übungsphase, die sich über einen sehr langen Zeitraum erstrecken kann, zählt jede Menschenmenge als Trainingssituation. Und zwar so lange, bis der Hund wieder zu Hause ist.

Behalten Sie deshalb im Hinterkopf, dass die für alle Beteiligten beste Lösung auch die sein kann, den Hund nicht immer überall mit hinzunehmen.

Tipps und Tricks für Hunde in Menschenmengen:

  • Reizüberflutung verhindern
  • Stress vermeiden und Entspannung fördern
  • geduldig sein und Rücksicht nehmen
  • nichts erzwingen.