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Wann fängt "Rücksicht nehmen" an? Das ist, so scheint es, ein Problem. Während es der eine schon als störend empfindet, nimmt es der andere noch gar nicht wahr. Wo auch immer man "seine" Grenze sieht, sollte man sich doch Gedanken machen, wo sie die Allgemeinheit sieht. Möchte man mit seinem Hund in Frieden leben, ist es einfach notwendig, sich einzufügen, Rücksicht zu üben. Viele Hundehalter sind aber in dieser Richtung sehr gedankenlos und "versauen" allen verantwortungsbewußten und rücksichtsvollen Hundehaltern den Ruf. Da kommt einem ein Hund entgegen. Der findet es ganz toll, den Passanten zu verbellen, auf ihn zuzurennen und vielleicht sogar noch an ihm hochzuspringen. Sein Besitzer freut sich über die Freundlichkeit seines Hundes dem Fremden gegenüber.
Aber was sagt der Passant dazu? Ist es nicht zu viel verlangt, daß jeder gleich gut Freund mit so einem Hund ist und die Begeisterung mit seinem Besitzer teilt? Vielleicht hat der Passant Angst vor Hunden? Vielleicht hat der Passant für einen besonderen Anlaß teure Kleidung an? Vielleicht mag der Passant keine Hunde? Und so hat man sich vor lauter "Rücksichtslosigkeit" einen Feind gemacht! Daß der eigene Rüde auf dem Weg zur Hundewiese jede Hecke und jeden Zaunpfahl anbieselt, findet der Hundeführer normal. Auch daß er auf den Grünstreifen seine Tretmine abdrückt. Schließlich muß der Hund sein Revier markieren und er hat es eben nicht bis zur großen Hundewiese geschafft. Eine Fifitüte hat man nicht dabei, weil man es auch gar nicht für nötig hält, die Hinterlassenschaften seines Hundes weg zu machen. Außerdem ist das sehr unangenehm und stinkt. Besonders rücksichtslose Hundehalter kann man in Urlaubsorten beobachten. >Weit von Daheim benimmt man sich wie ein Sch...!< Jetzt hätten sie Zeit, mit ihrem Hund ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Statt dessen pflastern ihre Hunde die Gehwege voll und am Strand muß man schon genau darauf achten, wo man sich hinlegt. Total ungeniert läßt man seinen Hund auch an diesen machen, obwohl in nur geringem Abstand Urlauber in der Sonne liegen. Aber was sagen die Anwohner dazu, wenn der Hund mehrmals täglich die Hecke anbieselt und zusätzlich noch jeder vorbei kommende Hund "natürlich" noch eins drauf setzen muß? Wenn deshalb mit der Zeit die Sträucher gelb werden und eingehen und an Zaunpfählen und Mauern ihre unansehnlichen Spuren zu finden sind? Was sagt die Mutter, deren Kind auf dem Grünstreifen spielt und mitten in dem Hundehaufen landet? Und wie findet es der Urlauber, wenn er unter seinem Badetuch einen weichen Untergrund vorfindet, der eindeutig kein Sand ist? Und wieder hat man sich vor lauter "Rücksichtslosigkeit" Feinde gemacht! Man macht Urlaub in einem Hotel - natürlich mit Hund. Der Hund bekommt sein Futter auf dem Teppichboden. Natürlich darf der Hund, wie zu Hause auch, im Bett schlafen und wenn man zum Essen geht, darf der Hund im Zimmer bleiben, was er laut bellend und Türen kratzend auch jedem mitteilt. Es war wohl zu viel verlangt, den Hund im Badezimmer zu füttern, das ja meist einen Fliesenboden hat und die Futterkrümel mit etwas Toilettenpapier zu beseitigen. Das Zimmermädchen hat sicher seine Freude daran, die Reste aus dem Teppich zu kratzen. Und man hat ja schon so viel Gepäck. Da sind ein oder zwei Hundedecken, die man aufs Bett legen kann, einfach zu viel. Es wäre natürlich auch zu viel Aufwand, den Hund vor dem Essen ins Auto zu bringen, wenn er schon nicht gelernt hat, alleine zu bleiben, ohne zu randalieren.
Da kann ich die Hotelwirte gut verstehen, daß sie bei so viel Rücksichtslosigkeit keine Hundehalter mehr aufnehmen! Der Hund braucht Auslauf und frische Luft, weshalb man ihn in den Garten sperrt. Vielleicht hält man ihn sowieso nur im Zwinger, weil man die Haare und den Dreck nicht im Haus haben möchte. Der Hund ist natürlich sehr interessiert an allem was vorbei kommt. Also rennt er jedes Mal zum Zaun, erschreckt Passanten und mit lautem und anhaltendem Gebell teilt er sich der ganzen Nachbarschaft mit. Mit einem ruhigen Kaffeekränzchen ist es nun vorbei. Aber eigentlich ist es egal, ob man Kaffee trinkt, im Garten arbeitet, das Auto wäscht - dieser Hund bellt einfach immer. Noch erfolgreicher ist diese Geschichte, wenn es zwei oder noch mehr Hunde sind. Hört der eine endlich auf, fängt der nächste an, was wieder anstachelt, weiter zu bellen. Den Besitzer scheint das allerdings überhaupt nicht zu stören. Wen wundert es da, wenn einen die Nachbarschaft nicht mehr freundlich grüßt? Einen Hund zu haben ist ja eine tolle Sache. Aber Spazieren gehen kann er doch alleine. Also macht man die Tür auf, wünscht ihm noch eine schöne Tour und hofft vielleicht noch, daß er nicht wieder 5 Stunden unterwegs ist. Dieser Hund genießt seine Freiheit. Er geht natürlich nicht unverrichteter Dinge bis in den Wald oder auf eine wilde Wiese. Er durchstreift lieber sämtliche Gärten, bieselt Blumentöpfe an und hinterläßt seine Tretminen. Ist dies ein Rüde und sind in der Nachbarschaft vielleicht auch noch läufige Hündinnen, werden die natürlich ganz besonders beachtet. Dann führt jeder Spaziergang in diese Gärten. Ein Zaun ist natürlich kein Hindernis. Da springt man einfach drüber, oder, falls der Hund schon zu alt ist, nagt man so lange an Zaunlatten, bis man sie abreißen kann. Besonders schön ist es im Winter, wenn viel Schnee liegt. Kommt man aus dem Haus, kann man rundherum die Biesel- und Kotspuren zählen, die sich hervorragend vom weißen Schnee absetzen. Da wird man verstehen, daß sogar Hundehalter einen Zorn auf Hundehalter haben können! Die Hundesteuer. In vieler Munde, weil sie ja in vielen Gemeinden drastisch erhöht wurde und das nicht nur wegen der Kampfhundeproblematik. Aber was bewirkt das? Meist nur einen vollere Gemeindekasse. Manche Gemeinden reagieren dann wenigstens und installieren Mülleimer mit einem Fifitütenspender. Vorbildlich! Aber was nutzt das, wenn sie keiner bemerkt oder gar benutzt? Und da wundert man sich, daß die Einstellung Hundehaltern gegenüber so feindselig ist. WIR BRAUCHEN HUNDEHALTER, DIE ENDLICH MEHR VERANTWORTUNGSBEWUSSTSEIN UND RÜCKSICHT ZEIGEN!
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