|
Startseite Welpen.de | Gesamte Artikel | Leishmaniose - Leidensweg einer HündinWhisky´s Geschichte
Ein Hund sollte es sein, die Entscheidung stand schon seit ein paar Tagen fest. Und dass es ein Tibet-Terrier werden sollte stand für mich auch fest, aber woher diesen Hund bekommen?
Da entdeckte ich in der Wochenendausgabe vom 14.10.2001 der Westfälischen Nachrichten folgende Anzeige: "Tibet Terrier-Welpen, extrem kinderliebe Familienhunde" Nicht lange überlegt und angerufen. Gott sei dank auch kein langer Weg, direkt hinter Osnabrück in Damme war die Züchterin. Am Nachmittag konnte ich mir dann gleich die kleinen Welpen ansehen. Es sah alles sehr schön und gepflegt aus. Es war ein sehr abgelegener Bauernhof. Die Hunde waren auf der Terrasse in kleinen Zwingern untergebracht.
Ich konnte mir auch die Mutter und den Vater der Welpen ansehen. Ja und dann war da ja auch noch Whisky! Sie saß da, total süß und noch so zierlich und klein. Ich habe mich sofort in den kleinen schwarz-weißen Welpen verliebt. Ja und dann der Preis! Ich wußte, dass Tibet-Terrier mit Papieren um die 800 Euro kosten. Und diese Züchterin wollte jetzt nur 400 Euro von mir haben! Papiere für Whisky gab es auch, aber die hätte ich noch mit 100 Euro extra bezahlen müssen. Wozu Papiere? Alles Schnickschnack! Hauptsache der Hund ist nicht so teuer und gefallen tut sie mir ja sowieso. So habe ich damals gedacht, denn ich wollte "nur" einen neuen Freund und kein Ausstellungsstück.
Diesen Fehler mußte ich mit viel Kummer und sehr teuer bezahlen. Zuerst war alles ganz toll. Whisky entwickelte sich ganz normal. Aber mit ca. 8 Monaten fiel mir auf, dass Whisky sehr ruhig wurde und nicht mehr soviel spielte. Sie war an vielen Dingen nicht mehr so interessiert, wie man es sonst von einem Welpen erwartete. Auch die Hundeschule hielt sie nicht mehr durch.
Ich bin also mit meiner Whisky zur Tierärztin getrabt und habe sie untersuchen lassen. Diagnose war Blutarmut, Blasenentzündung und Halsentzündung. Sie bekam verschiedene Präparate verschrieben. Nach einigen Wochen (zwischendurch war ich immer wieder zur Kontrolle) konnten wir immer noch keine Besserung feststellen. Die Tierärztin war am verzweifeln! Dann hatte sie die Idee Whisky auf Tropenkrankheiten testen zu lassen, obwohl ich nie mit ihr über die Grenzen des Münsterlandes hinaus gewesen bin. Und dann bekam ich die traurige Diagnose "Leishmaniose". Diese Krankheit ist eine seltene Tropenkrankheit und verläuft unbehandelt oft tödlich. Es sind einzellige Parasiten, die die Organe des Hundes zerstören. Viele Tierärzte kennen sie nicht, oder denken gar nicht an diese Möglichkeit. Aber woher hatte Whisky jetzt diese Krankheit. Leishmaniose kann nur von einer Sandmücke übertragen werden. Whisky kann sich also nicht bei einem anderen Hund angesteckt haben. Die Sandmücke kommt in den Tropen und in Mittelmeerländern vor. Aber dort sind wir nie gewesen! Großes ? in unseren Gesichtern und die Vermutung evtl. von der Mutter? Durch Zufall kam dann Lina, eine 6 Monate alte cremefarbene Tibet-Terrierhündin, in die Hundeschule. Die erste Frage von der Trainerin, woher haben sie Lina? Die Besitzerin sagte: "ja da war ein Bauernhof hinter Osnabrück in Damme". Sofort klingelten der Trainerin die Ohren und Lina wurde zur Blutuntersuchung geschickt. Traurige Diagnose "Leishmaniose".
Durch diese Gemeinsamkeit lernte ich die Besitzerin von Lina kennen und wir verglichen die Bilder der Mütter von unseren Hunden. Papiere hatten wir ja leider beide nicht. Auf unseren Bildern sehen die Mütter total identisch aus, aber laut Aussage des Züchters haben sie angeblich verschiedene Mütter, aber den gleichen Vater. Nur die Leishmaniose kann nicht vom Vater übertragen werden. Schon komisch eine so seltene Krankheit und zwei Hunde von der selben Züchterin bekommen nun aus reinem Zufall dieselbe Krankheit. Die Behandlung von Whisky hat mich jetzt schon fast 2.000 Euro gekostet. Diese Krankheit wird sie ein Leben lang begleiten, da die Leishmaniose wie ein HIV Virus unheilbar ist. Im Moment geht es Whisky durch die Behandlung wieder gut und ich hoffe, dass sie auch mit dieser Krankheit alt wird.
Meine Geschichte habe ich geschrieben (leider lernte ich sie erst nach Whisky´s Kauf kennen), weil ich hoffe, dass sie viel gelesen wird und es anderen Tibet-Terrierfreunden und allen die es werden wollen, nicht so ergeht wie Whisky, Lina, Lina´s Frauchen und mir. Wenn sie den Verdacht haben, auch einen Welpen aus der oben beschriebenen Zucht zu besitzen , oder andere Fragen haben, dann dürfen sie mich gern unter 0172/43 63 800 anrufen oder unter Anja.Gils@gmx.de mailen. Anmerkung:
Kontakt zur Autorin:
(C) , alle Rechte vorbehalten |