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Whippet

Steckbrief Whippet

Herkunft des Whippet
Patronatsland: Großbritannien
FCI-Nr. 162 b

Hündinnen bis 48 cm, Rüden bis 51 cm

Ein starker Wind weht per Definition mit einer Geschwindigkeit von 56 Stundenkilometern. Auf einen ebenso schnellen Durchschnittswert kommt ein Whippet im Rund der Hunderennbahn.

 

Die kleine Windhundrasse von der britischen Insel ist damit nur unwesentlich langsamer als die größeren Greyhounds. Gut trainierte Spitzensportler unter den Whippets erreichen Spitzengeschwindigkeiten um sechzig Stundenkilometer.

wie erziehe ich einen whippet
© Josephine Mayer-Hartmann – Fotolia.com

In Kreuzungen von Greyhounds mit anderen kleinen Windhunden und hochbeinigen Terriern sehen Kynologen einen möglichen Ursprung der Rasse. 1891 wird in England das erste Zuchtbuch für die Rasse der Whippets eröffnet. Der Vierbeiner blickt auf eine lange Vergangenheit als Jagdgehilfe zurück. Kaninchen und Hasen verfolgt der Hund im atemberaubenden Zickzacklauf.

Er jagt auf Sicht. Die mittelgroßen englischen Windhunde werden zudem als eines der schnellsten Tiere zu Land lange Zeit bei Hunderennen eingesetzt. Eine Rasse der weniger betuchten Schicht – die Rennpferde des armen Mannes. Vor allem Arbeiter aus den englischen Fabriken und Bergleute wetten auf die Sprinter.

Ausstellungshunde bilden neben den sportlich gehaltenen Whippets den zweiten Schwerpunkt bei der Verwendung des heutigen Familienhundes. Die kleineren Vertreter der Windhunde laufen mit einer Widerristhöhe von 47 bis 51 Zentimetern vor die Augen der Wertungsrichter (Hündinnen weisen 44 bis 47 Zentimeter auf).

Das im FCI-Standard mit der Nummer 162 nicht festgelegte Gewicht schwankt zwischen 10 und 15 Kilogramm. Variantenreich sind die Fellfarben der muskulösen und ohne ein Gramm Fett auftretenden Kandidaten.

Fell

Es herrschen sandfarbene, schwarze und braune Farben vor. Jedoch schränkt der Standard in Bezug auf die Färbung nicht ein und bis zu einhundert Farbspielarten werden beschrieben.

Das kurze, feine und dichte Fell liegt am Whippet eng an und verleiht ihm ein elegantes Äußeres.

Die fehlende Unterwolle erleichtert die Fellpflege. Dem Halter eines Whippets genügt bereits ein raues Tuch beziehungsweise ein Noppenhandschuh, um seinem Tier die abgestorbenen Haare zu entfernen.

Bei strenger Kälte indes kann die wärmeisolierende Funktion des Haarkleides unter Umständen unzureichend sein. Markant ist die tief angesetzte Rute des Whippets, sie ist leicht nach innen gebogen. Was bei anderen Rassen eine ängstliche Haltung des Hundes signalisiert, ist in seinem Fall anatomisch bedingt und kommt der hohen Laufgeschwindigkeit entgegen.

Das zu beobachtende Zittern des Hundes, vor allem, wenn er dem Beginn eines Rennens entgegenfiebert, ist weniger ein Ausdruck von mangelnder Wärme als vielmehr von Erregung. Das Rennen dient der Triebbefriedigung.

Wesen

Auspowern, sich strecken und seinem Temperament freien Lauf lassen – der angeborene Hetztrieb ist nur eingeschränkt beeinflussbar. Rennstrecken sind in diesem Zusammenhang keine wirkliche Alternative zur freien Bewegung; Wiesen und Felder fernab von Straßen entsprechen eher einem artgerechten Terrain.

Gern in Verbindung mit sportlicher Aktivität wie Agility, Frisbee sowie dem Lauf an der Seite eines Fahrrades. Besonders das Coursing entspricht dem natürlichen Jagdverhalten der Whippets. aken schlagend reizt die Beute auf einer Rennstrecke auf freiem Feld den Jäger.

In der heutigen Zeit lebt der Whippet im engen Verbund mit den Menschen als Familienhund.

Das A und O ist die Sozialisation des Tieres.

Je früher sie beginnt und je konsequenter sie durchgehalten wird, desto leicht führiger kann sich der Jagdhund entwickeln. Dabei kommt es bei der Konsequenz nicht auf eine harte Hand an, wogegen durch positives Verstärken eine nachhaltige Beeinflussung zu erzielen ist.

Der Whippet-Halter hat dennoch die Raubtierschärfe des Begleiters stets im Blick. Ein sich bewegender Alltagsgegenstand genügt, um jederzeit den Jagdinstinkt auszulösen. Im Spiel bellen und kreischen die Energiebündel, sie springen hoch, laufen und wollen sich ins Zeug legen.

hunderasse whippet
© jagodka – Fotolia.com

Solch hektische Phasen halten glücklicherweise nicht sehr lang an – etwas später ist das moderate Gehen mit dem Wirbelwind wieder möglich.

Ein Whippet ist ausgesprochen menschenbezogen und kinderlieb.

Er braucht den Gruppenverband, das Rudel und will immer dazugehören. Ihm sind ein freundliches Wesen, große Treue und eine robuste Natur eigen.

So energiegeladen der Sprinter draußen auftritt, so entspannt ist er im Haus. Mit Vorliebe döst der Hund stundenlang auf einem Platz in unmittelbarer Nähe und auf Augenhöhe zum Menschen.

Seine Ausgeglichenheit in der Wohnung ist gepaart mit einem geringen Drang, Laut zu geben. Gleichwohl stellt der Whippet Anforderungen an seinen Halter.

Er verlangt viel Einfühlungsvermögen und eine sensible Handhabe von ihm. Schnell gelangt der Tierfreund an Grenzen, wenn der Jäger nicht beizeiten lernt, im Freilauf abgerufen zu werden.

 

Und zu Hause passen Katzen, Wellensittiche oder Meerschweinchen perfekt in das Beuteschema eines Whippets.

Züchter der Rasse finden Sie hier…