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Französische Bulldogge

Steckbrief

Die Französische Bulldogge markiert schon mal den großen Max. Größe ist schließlich relativ zu sehen – auch wenn der FCI-Standard der Nummer 101 eine Widerristhöhe zwischen 30 und 35 Zentimetern bei einem Gewicht von acht bis fünfzehn Kilogramm als ideal ausweist.

 

Der Hund seinerseits zeigt ein gerüttelt Maß an Selbstüberschätzung, wenn es darum geht, die eigene Größe in Relation zur Umgebung und die ihn Umgebenden zu setzen. Keine Aufgabe scheint ihm zu schwer, kein Artgenosse zu groß, um sich seiner anzunehmen.

Französische Bulldogge
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Geschichte

Die kleine und recht kompakte Französische Bulldogge durchlebt vergangene Zeiten, in denen sie auf andere Hunde oder gar Bullen gehetzt wird. Sie ist Ende des 19. Jahrhunderts im Gepäck englischer Weber und Spitzenklöppler auf deren Weg zu neuen Arbeitsstätten in Frankreich. Hier bestimmen unter anderem das Dezimieren von Ratten und das Tragen kleiner Lasten ihren Alltag.

Aufgrund ihres Aussehens gewinnt sie selbst in höheren Gesellschaftsschichten rasch Freunde. Das Erscheinungsbild der modernen Französischen Bulldogge machen Einkreuzungen vom Terrier und Mops aus: die kurze, gedrehte Rute, vorstehende Augen auf Nasenhöhe sowie Ohren, die an Fledermäuse erinnern.

Charakteristisch ist weiterhin der kurze Fang und Nasenrücken. Hunde anderer Rassen sind überfordert damit, in dem platten Gesicht der Frenchies, wie sie liebevoll genannt werden, deren Mimik zu lesen.  

Leichter fällt es den Menschen, die sich weltweit in großer Zahl in den grimmig erscheinenden Gesichtsausdruck verliebt haben.

Wesen

Es ist bisweilen ein krasser Gegensatz von Mienenspiel und innerer Einstellung beim Vierbeiner zu beobachten. Die Französische Bulldogge ist ein durchweg freundlicher und verspielter Hund. Sie ist ihrem Besitzer treu ergeben.

Französische Bulldogge
Französische Bulldogge

Der ausgeprägte Beschützerinstinkt schließt die Kinder ein. Sie sind in der Regel gern gesehene Spielkameraden, genauso wie diese umgekehrt den quirligen Franzosen ins Herz schließen und für sich beanspruchen.

Mit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es einen ersten offiziellen Zusammenschluss deutscher Anhänger der kleinen Bulldogge. Die moderne Zuchtlinie der Französischen Bulldogge hat dem Vierbeiner die Schärfe genommen. Von Aggressivität kann keine Rede mehr sein, und doch wird sie immer wieder als Kampfhund verunglimpft.

Seit 1987 ist die Rasse der FCI anerkannt, bereits einhundert Jahre zuvor gibt es einen ersten Standard.

Der drahtig-muskulöse Körper ist von einem Fell ohne beziehungsweise mit geringer Unterwolle umgeben. Das kurze Haar ist fein und glänzend.

Der Unterbauch des Tieres jedoch besitzt nur sehr wenig davon, Vorsicht ist deshalb beim Verweilen auf kalten Böden angezeigt. Erkältungskrankheiten können so vermieden werden. Im Sommer ist es die Sonne, die dem Franzosen mit dem auffälligen Vorbiss arg zusetzen kann.

Überhaupt ist die Auswahl eines vertrauenswürdigen Züchters ungemein wichtig. Atmungs- und Herzprobleme wie auch Beeinträchtigungen des Knochenbaus können ansonsten als Folgen falscher Zuchtgewichtung auftreten und die Lebensqualität des Hundes beeinträchtigen.

Fellpflege

Zur angemessenen Pflege gehört insbesondere die Reinigung der Hautfalten der Französischen Bulldogge, um hier Entzündungen vorzubeugen. Das Fell selbst ist mit täglichem Bürsten ausreichend gepflegt. Zudem bringt eine Abreibung mit einem Hundehandschuh Halter und Hund einander nahe, diese Vorgehensweise erhält gleichzeitig den Glanz der Haare.

Die Farbe des Haarkleides variiert. Rehbraun, viele Rottöne, schwarz-gestromt oder ungestromt, die deutlich gescheckten Varianten sowie das nahezu weiße Fellkleid zeigen die große Bandbreite.

Das mimische Talent und ihre kecke Art öffnen der Französischen Bulldogge schnell die Herzen der Hundefreunde. Nicht von ungefähr wird sie mit Kosenamen wie Clown, Kobold oder Irrwisch belegt.

Französische Bulldogge
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Haltung

Das Lebensumfeld ist für den kleinen Hund zweitrangig. Er zeigt sich ebenso zufrieden und ruhig in der kleinen Stadtwohnung wie draußen auf dem Lande. Einzig der uneingeschränkte Zugang zu den Menschen muss gegeben sein – die Französische Bulldogge braucht den Kontakt.

Eine weitere angenehme Eigenschaft hat sie mit den massigen Hundetypen gemein: Französische Bulldoggen sind keine Kläffer. Bei allem Spaß, Erziehung ist verpflichtend! Fehlt dem Tier die Führung, füllt der Franzose die Lücke nach eigenem Gutdünken und nicht immer zur Freude der zweibeinigen Rudelmitglieder.

Französische Bulldogge
Französische Bulldogge

Eine Französische Bulldogge kann stur sein und hat ihren ganz eigenen Kopf. Der Hundehalter muss dennoch kein Experte sein, um sie zu einem angenehmen Gesellschafts- und Begleithund werden zu lassen. Seine Erziehung beginnt früh und ist konsequent und einfühlsam.

Sie bedient sich des Spieldrangs des Hundes. Der Tagesablauf gewährt dem Tier längere Spaziergänge mit moderater Geschwindigkeit, geistig fordernde Beschäftigung und reichlich Zeit zum Faulenzen.

Ein regelmäßiger Austausch mit anderen Hunden im Welpenalter hilft der Französischen Bulldogge, frühzeitig ihre wahre Größe besser einschätzen zu können.