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Afghanischer Windhund

Ist ein Hund in der Lage, mit derart langem Fell, 50 Stundenkilometer und schneller zu laufen?

Fühlt der Hund sich trotz des üppigen Fells bei bis zu 40 Grad im Schatten wohl?

Vermag jemand ohne abgeschlossene Ausbildung zum Hundefriseur, die Pflege des langhaarigen und befederten Tieres zu leisten?

 

Ein Hundehalter, dessen Herz für die Rasse des Afghanischen Windhundes schlägt, gibt darauf jeweils nur eine gleichlautende Antwort: Ja!

Rassemerkmale

Windhunde jagen auf Sicht. Durch ihre enorme Schnelligkeit und Ausdauer sind sie imstande, gesichtetes Wild zu hetzen. Auch in der afghanischen Steppe und im zentralasiatischen Hochgebirge des Hindukusch werden geschichtlich weit zurückreichend Windhunde zur Hetzjagd eingesetzt.

Ihren Einsatzgebieten angepasst, unterscheiden sich die Schläge zum Beispiel in ihrer Größe, dem Sprungvermögen sowie in der Beschaffenheit ihres Fells. Dem heutigen Afghanischen Windhund in seinem Aussehen ähnelnde Hunde soll es in dieser Region bereits über 2.000 Jahre vor Christus gegeben haben.

© Lars Kilian - Fotolia.com
© Lars Kilian – Fotolia.com

Wie so oft unter Wissenschaftlern gehen die Überzeugungen, welches Aussehen letztlich dem Ursprung der Rasse am nächsten kommt, auseinander.

Der Afghane, wie er in Kurzform benannt ist, wird seit Ende des 19. Jahrhunderts in Europa gezüchtet und entspricht eher der Linie aus Steppe und Flachland.

Der Afghane der Steppe muss sich mit hohen Temperaturen arrangieren; hierzu ist sein Fell weniger dicht behaart. Insgesamt ist dieser Hund leichter und schneller als sein Pendant aus dem Gebirge, der dort strenger Kälte, rauem Wind und Nässe ausgesetzt ist.  Auf jenem Terrain spielt Schnelligkeit eine untergeordnete Rolle – Wendigkeit, Kraft und Sprungvermögen bieten einem  Gebirgs-Afghanen Vorteile. Der Steppen-Afghane punktet hingegen mit seinem Geschwindigkeitspotenzial.

Erscheinungsbild

Das lange und seidige Fell, der schmale Kopf mit schwach bis nicht ausgebildetem Stop, die Körperproportionen und die Hängeohren – das alles macht diese Hunderasse in ihrem Erscheinungsbild unverwechselbar. Die Rüden entsprechen mit 68 bis 74 Zentimeter Widerristhöhe dem FCI-Standard 228, welcher unter dem Patronat des Vereinigten Königreichs geführt wird.

Für die etwa 5 Zentimeter kleineren Hündinnen wird ebenfalls ein Gewicht von 20 bis 30 Kilogramm gewünscht. Der Standard schränkt die Fellfarben nicht ein und lässt sie von Silbergrau über Rot bis Goldgelb, mit und ohne Maske, zu.

© chris-m - Fotolia.com
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Fellpflege

Das Engagement für die Fellpflege fällt durchweg größer aus als bei einem „Durchschnittshund“. Einer Ausbildung zum Groomer beziehungsweise Hundefriseur bedarf es nicht, um einen Afghanischen Windhund artgerecht pflegen zu können.

Jedoch kann der hohe Zeitaufwand hierfür einen Afghanen-Anfänger überraschen. Das tägliche Bürsten ist als Minimum anzusetzen, dadurch wird der Neigung des Haarkleides zum Verfilzen entgegengewirkt.

 Zudem wird regelmäßiges Baden empfohlen, um Ungeziefer Einhalt zu bieten.

Spätestens dann, wenn mit dem außergewöhnlichen Hund Ausstellungen besucht werden, sind Menschen gefragt, die über viel freie Zeit verfügen. Zeit, die auch für den Bewegungsdrang und die Erziehung des Afghanischen Windhundes unbedingt verfügbar sein muss. Hundeanfänger können sich schnell aufgrund der Energie, des Jagdtriebes und der Eigenständigkeit des in Afghanistan als Kostbarkeit geschätzten Tieres überfordert sehen.

Es ist ein Hund für Liebhaber, die mit Geduld und Beharrlichkeit erziehen können – ohne es dabei an Freundlichkeit gegenüber dem liebebedürftigen und stolzen Hund mangeln zu lassen.

So wenig bellfreudig, unauffällig und ruhig das windhundtypische Auftreten im Haus ist, so ungestüm, fordernd und jagdlich ausgerichtet, ist derselbe Hund im Freien zu erleben.

© elementkunst - Fotolia.com
© elementkunst – Fotolia.com

Vor allem Kinder sollten eine entsprechende Konstitution mitbringen, wenn sie mit dem grundsätzlich ihnen sehr zugeneigten Vierbeiner Gassi gehen.

Wesen

Als artgerechte Beschäftigung für den Afghanischen Windhund kommen Rad-Wandertouren, Hunderennen und das sogenannte Coursing infrage. Diese Form eines Windhundrennens befriedigt das ausgeprägte Jagdvergnügen des Hundes – es findet auf einer festen Rennbahn statt oder imitiert das Hakenschlagen eines Hasen.

Weniger artgerecht dagegen ist eine Modezucht mit mehr als üppig behaarten Windhund-Exemplaren, die sich durch Ausstellungsmarathons quälen müssen. Einer Disziplin, von der Berg- und Steppen-Afghanen weit entfernt leben dürfen und die kaum den Bedürfnissen des Tieres entsprechen wird.

 

Züchter der Rasse

Hier finden Sie Züchter von Afghanischen Windhunden