Vizsla

Der Vizsla gehört zur FCI-Gruppe 7 der Vorstehhunde und stammt ursprünglich aus Ungarn.

Der Name “Vizsla” bedeutet übersetzt soviel wie munter uns aufmerksam, gelegentlich wird die Rasse auch nach ihrer Herkunft als Magyar (= Ungarisch) Vizsla bezeichnet.

Laut Rassestandard sollen Rüden eine Grösse von 57 bis 64 cm aufweisen, die Schulterhöhe der Hündinnen dagegen soll zwischen 53 und 60 cm liegen.

Das erwünschte Gewicht liegt dabei zwischen 20 und 30 kg. Der Vizsla unterteilt sich in zwei verschiedene Schläge, dem Kurzhaar, auf ungarisch “Rovidszorü” genannt und dem während der dreissiger Jahre des letzten Jahrhunderts durch Einkreuzung vom Deutsch-Drahthaar entstandenem Drahthaar, auf ungarisch “Drotszorü” genannt.

Der kurzhaarige Schlag hat ein kurzes und gerades Fell mit dichtem Haar, welches stark glänzt und sich zudem ziemlich fettig anfühlt. Der draht- oder rauhhaarige Schlag hat rauhe, eng am Körper anliegende Haare, die relativ kurz und zwischen 2,5 und 3,2 cm lang sind. Zudem sind bei diesem Schlag etwas Bart und Augenbrauen erwünscht.


Man sagt, dass sich dieser Schlag bei der Jagd weitaus robuster erweist, da er für winterliches Wetter besser ausgerüstet ist, speziell für das Apportieren von Vögeln aus kaltem Wasser und dem stundenlangen Herumsitzen mit nassem Fell im Boot des Jägers.

Deswegen wird der drahthaarige Schlag auch in seiner ungarischen Heimat bevorzugt, während der Kurzhaarige auch als Schauhund geführt wird. In den USA ist der drahthaarige Schlag allerdings nicht offiziell anerkannt.

Bei der Fellfarbe herrschen verschiedene Schattierungen von gold über gelblich-rotbraun und dunklem semmelgelb bis sandgelb vor.

Knochenfunde bewiesen, das bereits während der Völkerwanderung Spürhunde in das Gebiet des heutigen Ungarns kamen. Trotzdem liegt die genaue Geschichte des Vizsla, wie bei so vielen anderen Rassen auch, im unklaren.

Herkunft der Rasse

Manche Historiker gehen davon aus, dass die Geschichte des ungarischen Nationalhundes bis in das Mittelalter zurückreicht und dass die Vorfahren des Vizsla die magyarischen Horden begleiteten, als diese von Osten her um 900 n. Chr. in Ungarn einfielen und das Land unterwarfen.

Wahrscheinlich entwickelte sich die Rasse in der ungarischen Puszta, der hohen Zentralebene des Landes mit einer reichen Landwirtschaft und einer Fülle von verschiedenem Wild. Auf Zeichnungen, die bis zu tausend Jahre alt sind, werden ungarische Jäger mit Hunden und Falken gezeigt.

Es ist bekannt, dass diese Jäger Laufhunde wie beispielsweise den Transylvanischen Hund benutzten und diese auch zur Zucht mit Zielrichtung auf einen gemeinsamen Einsatz des Hundes mit dem Falken einsetzten.

Ein weiterer angeblicher Vorfahre des Vizsla ist der Legende nach der sogenannte “Gelbe Türkische Vorstehhund”, auch als “gelber türkischer Jagdhund ” bezeichnet. Da diese Rassen jedoch ausgestorben sind und es deshalb auch kein modernes Bild dieser Hunde gibt, wird ihre genaue Geschichte für immer ein Geheimnis bleiben.

Obwohl feststeht, das die Magyaren bei ihrer Wanderung Richtung Europa gute Jagdhunde mitgeführt haben, ist allerdings eher anzunehmen, dass die Feinabstimmung des Vizsla als eigenständige Rasse erst in jüngerer Vergangenheit durch Einkreuzungen anderer, bereits bewährter europäischer Jagdhunderassen stattfand.

Man nimmt allgemein an, dass im 18. Jahrhundert die den neuen Jagdmethoden angepasste Zucht der Rasse durch Kreuzung mit Pointer und Deutsch-Kurzhaar begann. Durch den zweiten Weltkrieg wurde die Rasse beinahe ausgelöscht, jedoch konnten in den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts einige Vizsla nach Österreich gebracht werden.

Dort und auch in den anderen Ländern, in denen der Vizsla durch ungarische Auswanderer gelangte, wurden sie glücklicherweise sehr sorgfältig weitergezüchtet, sodass sie mittlerweile in der ganzen Welt verbreitet sind und viele Liebhaber gefunden haben.

Die bekannte Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, die ja auch ursprünglich aus Ungarn stammte, war stolze Besitzerin eines Vizsla, ebenso wie der damalige Papst Pius XII. In den USA wurde der Vizsla von AKC im Jahre 1960 offiziell als Rasse anerkannt.

Obwohl er sich auch als Familienhunde gut eignet, wird der Vizsla immer noch in erster Linie als eine Art Allroundhund für die Jagd gezüchtet. Er dient als hervorragender Fährtenhund, markiert als Vorstehhund und apportiert erlegtes Wild auf dem Land genauso wie im Wasser.

Seine Herkunft aus der sehr warmen ungarischen Puszta macht ihn besonders ausdauernd bei heissem Wetter und hat ihm besonders bei amerikanischen Jägern einen sehr guten Ruf verschafft.

Zudem macht sich sein wunderbar dunkelgoldenes Fell auf Ausstellugen sehr gut und auch auf Unterordnungsprüfungen hat der Vizsla seine ausserordentlichen Fähigkeiten bereits unter Beweis gestellt.

Einige engagierte Züchter, denen sehr viel daran gelegen ist, dass sich die Rasse nicht in Arbeits- und Schönheitshunde aufspaltet, sind dazu übergegangen, immer mehr Doppel-Champions zu züchten. Im Jahre 1987 gewann ein Vizsla in den Vereinigten Staaten den bisher ersten und einzigen dreifachen Championatstitel, der von AKC speziell für einen Hund ausgeschrieben wurde, der auf Ausstellungen bereits den Titel für den idealen Körperbau gewonnen hat.

Dazu kam dann das Leistungs-Championat für die Jagd und schliesslich als drittes das Championat für die Unterordnung, nach dem der Hund den Titel U.D. (Utility Dog = Gebrauchshund) errungen hatte.

Allerdings ist der Vizsla viel eleganter als die meisten anderen Gebrauchshunde, was eventuell daran liegen könnte, dass der ominöse “gelbe türkische Jagdhund” vielleicht von Windhunden abstammte.

Wesen das Vizla

Der Vizsla ist ein ausgesprochen freundlicher und unterordnungsbereiter Hund. Er verträgt jedoch keine harte Erziehung, aber da er von vornherein einen eher sanftmütigen und gehorsamen Charakter hat, wird man bei ihm mit Liebe viel mehr erreichen können.

Er lässt sich sehr leicht führen, ist leicht abzurichten und besitzt ein sehr grosses Durchhaltevermögen. Ein Teil seines Wesens wird bereits durch seinen Namen Vizsla verdeutlicht, was übersetzt ja aufmerksam und munter bedeutet.

Bei der Jagd auf Niederwild ist er ein wendiger und schneller Sucher und ein fester und sicherer Apporteur. Auf Schweiss ist er sehr genau und ruhig, zudem ist er ein ausgezeichneter Totverbeller und lernt Bringselverweis äusserst schnell.

Er geht auch sehr gerne ins Wasser und ist zudem ein rücksichtsloser Raubzeugwürger. Seine Vielseitigkeit bei der Jagd, die Ausdauer speziell bei heissem und trockenem Wetter sowie seine angeborene Intelligenz und Anhänglichkeit machen ihn zu einem idealen Begleiter für berufsmässige Jäger.

Mehr als die meisten anderen Vorstehhunde ist der Vizsla jedoch für den Freizeitjäger geeignet, der neben einem hervorragenden Jagdhund einen angenehmen und sanftmütigen Haus- und Familienhund sucht. Ausser zur Jagd eignet sich der Vizsla hervorragend für den allgemeinen Hundesport und auch als Katastrophenhund ist er sehr gut einsetzbar.


Um dauerhaft glücklich und gesund zu bleiben, muss sich sein Besitzer allerdings auf einen sehr hohen Bedarf an Auslauf einstellen.

Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Magyar Vizsla

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