Shar Pei
Februar 26th, 2008 by klaus
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Der Shar Pei, was auf chinesisch sowohl Haifischhaut als auch Sandpapier bedeutet, gehört zur FCI-Gruppe 2 der Molosser. Sein Ursprung ist in China zu finden.
Bei einer gewünschten Grösse von 46 – 53 cm sollte sein Gewicht idealerweise zwischen 20 – 25 kg liegen. Sein Fell ist kurz, steif und borstig und steht weitestgehend vom Körper ab, nur an den Läufen liegt es flach an.
Die Haarlänge sollte 2,5 cm nicht überschreiten, man spricht dann vom sogenannten Bürstenhaar. Noch kürzeres Haar wird als Pferdehaar bezeichnet und wird von den meisten Liebhabern bevorzugt.
Bei der Fellfarbe herrschen rot, rehbraun, schwarz oder schokoladenbraun vor, aber auch cremefarben sind möglich, wobei ein einfarbiges Fell einem Gefleckten vorgezogen wird. Des öfteren finden sich an der Unterseite der Rute und an der Rückseite der Läufe Aufhellungen.
Ein weiters typisches Merkmal ist die feste, schwarze oder blauschwarze Zunge. Dieser durch seine vielen Falten besonderes Aufsehen erregende Hund zählt zu den seltensten Rassen der Welt.
Wie so oft, sind sich über seinen genauen Ursprung auch hier die Fachleute nicht immer einig. Bereits um 200 v. Chr. wurden während der Han-Dynastie Shar Pei-ähnliche Hunde auf Kunstwerken abgebildet. Wahrscheinlich wurden Chow-Hunde mit westlichen Mastiffs gekreuzt, die über die damaligen Handelsrouten nach China gelangten.
Bis auf die viele Haut, den dicken Polstern über dem Fang und den kleinen Kippohren, die völlig abweichend zu allen anderen Rassen sind, ist die Ähnlichkeit mit kurzhaarigen Chows sehr prägnant, zumal sie wie diese schwarze Pigmente in der Fanghöhle und auf der Zunge aufweisen.
Aber auch Einkreuzungen anderer nordischer Rassen sind möglich. Andere meinen, sein Vorfahr wäre in einem mittlerweile ausgestorbenen, viel grösseren Hund zu finden, der vor rund 2000 Jahren im Norden Chinas und in Tibet heimisch war. Aber auch eine Verwandtschaft mit dem Paria-Hund und dem Arbeitshund des Südens Chinas wird nicht ganz ausgeschlossen.
Die südlichen Küstenprovinzen Dah Let und Quantung gelten als seine Heimat, dort diente er bereits seit Jahrhunderten den Bauern bei der Jagd, beim Hüten vom Vieh sowie als Wachhund, aber auch bei Hundekämpfen erwies er sich als äusserst schwer zu besiegender Gegner. Man nimmt an, dass sie durch Drogen schmerzunempfindlich und aggressiv gemacht wurden, um dadurch die Gewinnchancen ihrer Besitzer zu steigern.
Das faltige, lose Fell, die kleinen Ohren sowie die tiefliegenden Augen machten es dem gegnerischen Hund zudem sehr schwer, den Shar Pei beim Zubeissen richtig mit den Zähnen zu packen und seine kurzen, borstigen Haare waren für das Maul des Angreifers alles andere als ein Vergnügen. Mit den Jahren gewann der Shar Pei auch ausserhalb Chinas immer mehr Liebhaber, nur in seinem Heimatland drohte er fast auszusterben, als die Regierung im Jahre 1947 die Hundesteuer so drastisch erhöhte, dass die meisten Besitzer sich dieses Tier nicht mehr leisten konnten und der Shar Pei vom chinesischen Festland nahezu völlig verschwand.
Nur in Hong-Kong, Macao, Taiwan und in einigen abgelegenen südchinesischen Dörfern konnte er überleben. Im Jahre 1971 veröffentlichte der Züchter Matgo Law aus Hong-Kong in einer amerikanischen Hundezeitschrift einen Hilferuf, indem er die westliche Welt darum bat, diese imposante Rasse vor dem Aussterben zu bewahren.
Seine Bitte fiel dort auf fruchtbaren Boden, voller Begeisterung nahmen sich besonders Leute, die das Besondere und Exklusive schätzen, der Rasse an und durch die folgende, verstärkte Nachfrage stiegen die Preise für Welpen in ungeahnte Höhen.
Leider führte dies dazu, dass immer faltigere Hunde gezüchtet wurden. Denn obwohl die Welpen stark faltig sein müssen, sie wachsen mit der Zeit ja in das viel zu grosse Fell hinein, verursachen zu starke Falten beim erwachsenen Tier Hautprobleme bis hin zum sogenannten Entropium, bei dem sich die oberen und unteren Augenlider einrollen, schmerzhafte Entzündungen nach sich ziehen und schlimmstenfalls zur Erblindung führen können.
Manche Züchter lassen deswegen bei Welpen das die Augen überlappende Fell im Alter von 3 – 10 Wochen auf dem Kopf „heften“, d.h. festnähen, damit die Kleinen in der Lage sind, ihre Augen offenzuhalten. Beim ausgewachsenen Hund finden sich nur noch im Gesichts- und Schulterbereich Falten, allerdings können Hormonstörungen für verstärkte Faltenbildung sorgen und neben den bereits angesprochenen Hauterkrankungen bei Hündinnen für Probleme beim Monatszyklus sorgen.
Obwohl der Shar Pei mit einer robusten Konstitution ausgestattet ist, benötigt er wegen seiner aussergewöhnlichen Hautstruktur mindestens genau so viel Pflege wie ein Hund mit langem Fell.
Trotz seiner Vergangenheit als Kampfhund ist der Shar Pei eine ausgesprochen freundliche, liebenswerte Hunderasse. Gleichwohl kann es vorkommen, dass gelegentlich sein dominantes Mastifferbe durchschlägt und er sich dann mit Hausgenossen anlegt.
Fremden gegenüber ist er eher zurückhaltend, aber fröhlich und rücksichtsvoll. Obwohl wachsam und stets verteidigungsbereit, ist er nicht scharf oder aggressiv. Seine starke, selbständige Persönlichkeit verlangt eine frühe Sozialisation bei einer festen Erziehung. Die angeborene Menschenfreundlichkeit machen es notwendig, ihn bereits sehr früh an ein Leben in der Wohnung zu gewöhnen. Dann aber erhält man einen temperamentvollen aber zärtlichen Mitbewohner.
Dieser originelle und sehr seltene Haushund ist für ein Leben im Zwinger absolut ungeeignet, ein dauernder Aufenthalt dort wäre für ihn eine grosse Qual. Da er jedoch für seine ausgeprägte Reinlichkeit bekannt ist, man sagt sogar, dass sich seine Welpen selbständig zur Stubenreinheit erziehen würden, sollte einem Leben in der Wohnung seiner Familie eigentlich nichts entgegenstehen.
Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Shar Pei
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