Rottweiler
Februar 27th, 2008 by klaus
->

(C) Frau Riedel
Der Rottweiler, der seinen Ursprung in Deutschland hat, zählt zur FCI-Gruppe 2 der Molosser. Erwünscht ist beim Rüden eine Grösse von 63 – 69 cm, bei den Hündinnen sollte sie zwischen 58 und 63,5 cm liegen.
Das Gewicht sollte idealerweise um die 43 kg liegen. Der Rottweiler hat ein derbes, mittellanges Fell mit dichtem Unterhaar. Bei der Farbe dominiert schwarz mit satten, rotbraunen bis mahagonifarbenen Abzeichen, die allerdings nur maximal 10 % der Fläche des Körpers bedecken dürfen.
Die schwarze, rehbraune oder graue Farbe des Unterhaares darf dabei nicht durchscheinen. Die Vorfahren des modernen Rottweilers waren molosser- und mastiffähnliche Hunde, welche die römische Armee während ihrer Eroberungsfeldzüge in Europa begleitet hatten.
Die Aufgabe dieser Hunde war hauptsächlich der Schutz der Viehherden, die von den Römern zur Sicherstellung der Ernährung ihrer Legionäre mitgebracht wurden. Zudem zeigten sie sich auch als äusserst geschickt bei der Jagd auf Schwarzwild.
Auch als Wachhunde auf von den Römern errichteten Aussenposten taten sie ihren Dienst. Nachdem das Vieh von den Legionären verspeist worden war, wurden die sie schützenden Hunde einfach zurückgelassen und auch die Wachhunde wurden beim späteren Rückzug der römischen Krieger aus den besetzten Gebieten vielfach dort “vergessen”.
Viele Schweizer Hunderassen haben ihre Vorfahren in diesen Hunden, da die Reiseroute der Römer über die Alpen und den Gotthard-Pass führte. Vom damaligen Germanien eroberten die Römer nur die linksrheinischen Gebiete und den südlichen Teil des heutigen Deutschlands.
Dort errichteten sie zum Schutz vor den von ihnen sehr gefürchteten germanischen Kriegern den als “Limes” bekannt gewordenen Grenzwall. Bereits zu dieser Zeit wurde in der südlich des Limes liegenden schwäbischen Stadt Rottweil ein intensiver Viehhandel betrieben und während der nächsten 1800 Jahre entwickelte sich die Stadt zu einem der Hauptumschlagsplätze des deutschen und südeuropäischen Viehhandels.
Durch Kreuzung ihrer genügsamen und robusten einheimischen Hüte- und Treiberhunde mit den römischen Hunden züchteten die ansässigen Metzger und Viehhändler eine eigenständige neue Rasse, die seit dem Mittelalter als “Rottweiler Metzgerhund” bekannt war. Er diente nicht nur als Viehtreiber und als Zughund für kleine Wagen, sondern fand auch als Schutzhund für die damals noch gefährlichen Reisen der Viehhändler Verwendung.
Um Überfälle zu vermeiden, wurde vielfach die Geldbörse der Reisenden am Halsband des Hundes befestigt. Die temperamentvolle, kraftvolle Erscheinung der Rottweiler liess denn auch die meisten Räuber nicht unbeeindruckt, so dass sie in der Regel von ihrem ungesetzlichen Vorhaben freiwillig Abstand nahmen.
Als im 19. Jahrhundert das Viehtreiben in Deutschland verboten wurde und die Herden nur noch mit der damals neu aufgekommenen Eisenbahn transportiert werden durften, wurden Treiberhunde überflüssig. Da sich die Rottweiler ihren Lebensunterhalt dadurch nicht mehr selbst verdienen konnten, nahm ihre Anzahl zugunsten von kleineren und damit leichter zu ernährenden Hunden immer mehr ab, sodass sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts nahezu ausgestorben waren.
Den Bemühungen begeisterter Liebhaber dieser Rasse ist es letztendlich zu verdanken, dass diese gehorsame und arbeitsfreudige Rasse ihre besonderen Fähigkeiten dann als Gebrauchs- und Wachhund bei Polizei, Armee und Rettungsdiensten sowie als Blindenhund unter Beweis stellen konnte.
Bereits 1907 wurde der Allgemeine Deutscher Rottweiler Klub (ADRK) gegründet, die Anerkennung als eigenständige Hunderasse in Deutschland folgte kurze Zeit später. 1930 gelangten die ersten Exemplare dann auch nach Grossbritannien und den USA und auch dort liess die Anerkennung durch die Verbände nicht lange auf sich warten.
Vom Charakter her gehört der Rottweiler zu den Rassen, die eine äusserst konsequente, aber trotzdem einfühlsame Erziehung benötigen.
Ursprünglich als Wachhund gezüchtet, kann er ansonsten nicht nur anderen Hunden gegenüber, sondern auch Menschen, die in sein “Revier” eindringen, aggressiv reagieren.
Er muss schon als Welpe lernen, sich immer und unbedingt unterzuordnen, da er sonst später versuchen könnte, selbst seinem eigenen Herren den Rang streitig zu machen. Falsche Erziehung durch unseriöse Züchter lassen ihn leicht ausser Kontrolle geraten, niemals darf man ihn “scharfmachen”, da er sonst zu einer Gefahr für seine Mitmenschen werden kann.
Eine vernünftige Erziehung zur Disziplin und Einhaltung der Rangordnung machen aus ihm jedoch einen ruhigen, dankbaren Haushund, der sich durch besondere Anhänglichkeit und Treue auszeichnet und sich als angenehmes sowie zuverlässiges Familienmitglied problemlos seinem “Rudel” einfügt.
Dann erweist er sich auch trotz des angeborenen Schutztriebs als friedlich und wenig misstrauisch gegenüber Fremden. Wichtig ist, beim Kauf eines Welpen genauestens auf die Seriosität des Züchters und auf das korrekte Sozialverhalten der Eltern zu achten.
Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Rottweiler
Posted in Rasseportrait |