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Rhodesian Ridgeback

Mai 27th, 2008 by klaus


rhodesian ridgeback

Copyright Bildquelle: Frau Indorf

Der Rhodesian Ridgeback, manchmal auch “Afrikanischer Löwenhund” oder “Rhodesicher Löwenhund” genannt, zählt zur FCI-Gruppe 8 der Apportierhunde.

Sein Ursprung liegt nicht, wie der Name vermuten lässt, in Rhodesien (dem heutigen Simbabwe), sondern in Südafrika. Die Bezeichnung “Ridgeback” bedeutet übersetzt in etwa “Rückenstreifen” und bezieht sich auf das auffälligste Merkmal dieser Rasse, der lanzenförmigen Haarlinie, die in der dem übrigen Fell entgegengesetzten Richtung verläuft und auch als “Aalstrich” bezeichnet wird.

Sie beginnt ungefähr in der Rückenmitte und läuft mit zwei Wirbeln, die auch Kronen genannt werden, auf jeder Seite bis fast zu ihrem Beginn genau zwischen den Schulterblättern.


Der Rassestandard sieht bei den Rüden eine ideale Grösse von 63 bis 67 cm vor, bei den Hündinnen liegt die erwünschte Schulterhöhe zwischen 61 und 66 cm. Das Gewicht soll dabei zwischen 29 und 34 kg liegen.

Der Rhodesian Ridgeback hat ein kurzes und dichtes Fell mit glatten und glänzenden Haaren. Die erlaubten Farben sind hellrot bis weizenrot, dabei sind kleine weisse Abzeichen an Brust und Zehen sowie ein schwarzer Fang und schwarze Ohren erlaubt.

Bereits vor Beginn des 16. Jahrhunderts existierten in Südafrika Hunde, die dem heutigen Rhodesian Ridgeback ähnlich waren und wie diese den typischen Rückenkamm trugen. Diese Hunde sollen zwar sehr ungestüm, aber trotzdem dem Menschen ergeben gewesen sein.

Da der heute ausgestorbene “Phu Quoc Dog”, der seinen Namen von der zu Thailand gehörenden Insel erhalten hat, die einzige andere reine Hunderasse war, die einen Rückenkamm trug, ist es gut möglich, dass diese Hunde mit phönizischen Handelsschiffen nach Afrika gelangt sind und dort durch Kreuzung den Rückenkamm auf die einheimischen Rassen übertragen haben.

Fest steht, dass schon im 6. Und 7. Jahrhundert n. Chr. Hottentotten-Stämme von Nordafrika nach Südafrika gewandert sind und einen Windhundtyp mitbrachten, der den typischen Rückenkamm trug und der hauptsächlich zur Unterstützung bei der Jagd benutzt wurde.

Rund tausend Jahre später kamen holländische, deutsche und hugenottische Emigranten nach Südafrika und brachten europäische Rassen wie den Bluthund, Mastiffs wie etwa die Deutsche Dogge sowie verschiedene Terrier in das Land.

Die allgemein als “Buren” bekannt gewordenen Einwanderer betätigten sich zumeist als Farmer und benötigten grosse und mutige Hunde, die sowohl ihre Familie als auch ihre Viehherden gegen Diebe und wilde Tiere schützen sollten.

Zudem mussten diese Hunde sich auch bei der Jagd auf Hirsche und Federwild nützlich machen, die harten Klimaverhältnisse aushalten können und den Parasiten sowie den tödlichen Tropenkrankheiten des afrikanischen Graslands standhalten.

Als ab 1800 die Einwanderung nach Südafrika abgeschlossen war und keine neuen Hunde mehr ins Land kamen, entstand durch Kreuzung der bis dahin mitgebrachten europäischen Hunde mit den mit Rückenkamm versehenen afrikanischen Jagdhunden im Laufe der Zeit dann der heutige Rhodesian Ridgeback.

Von seinen europäischen Hound- und Doggenvorfahren hat er den kräftigen Körperbau, den Mut sowie die hervorragende Nase geerbt, von den afrikanischen Hottentotten-Hunden erhielt er den Rückenkamm, die Schnelligkeit und die Anpassungsfähigkeit an das Klima.

So kann der Rhodesian Ridgeback bis zu vierundzwanzig Stunden ohne Wasser auskommen und auch die enormen Temperaturschwankungen des afrikanischen Buschs machen ihm nicht sonderlich viel aus.

Viele afrikanische Mischlinge, die beispielsweise Schäferhunden, Boxern und Deutschen Doggen ähneln, tragen den Rückenkamm, da dessen Erblichkeit sehr dominant ist.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hielten sich im damaligen Rhodesien sehr viele Grosswildjäger auf und als im Jahre 1870 der Reverend Helm einige Rhodesian Ridgebacks in das Land brachte, merkten die Jäger schnell, dass diese südafrikanischen Burenhunde hervorragend für Jagd, insbesondere zu Pferde auf Löwen, geeignet waren.

Die Hunde waren mutig und wendig genug, den Löwen erst zu hetzen und dann zu attackieren sowie ihn solange abzulenken, bis der Jäger nahe genug war. Normalerweise arbeiteten die Rhodesian Ridgebacks in Meuten zu drei Hunden und nahmen es dann aber auch mit Rudeln auf, die aus fünf Löwen bestehen konnten.

Aber auch als Meutehunde zur Jagd auf Büffel, Antilopen und Leoparden machten sie eine ausgezeichnete Arbeit als hartnäckige und unbeugsame Jäger. Der Grosswildjäger Cornelius Van Rooyen, der im rhodesischen Gebiet Bulawayo lebte, machte sich um die Rasse verdient, indem er über 35 Jahre lang ständig seine Meute züchterisch verbesserte, sodass man die Rasse in den Anfangstagen sogar als “Van-Rooyen-Hund” bezeichnete.

Nach seinem Tod gründeten im Jahre 1923 Liebhaber dieser Hunde einen eigenen Klub und erliessen einen Rassestandard. Ihr Ansinnen, die Rasse “Rhodesian Lion Dog” (rhodesischer Löwenhund) zu nennen, wurde vom South African Kennel Club abgelehnt, stattdessen einigte man sich schliesslich auf den noch heute gültigen Namen Rhodesian Ridgeback.

Im Jahre 1928 kam die Rasse dann nach England und in Amerika ist sie vom AKC seit 1959 als eigenständige Rasse anerkannt. Heutzutage wird der Rhodesian Ridgeback hauptsächlich als Wach- und Polizeihund und im Sanitäts- und Blindendienst verwendet, aber auch als Familienhund hat er überall eine kleine, aber begeisterte Anhängerschaft gefunden.

Gelegentlich wird er auch noch zur Jagd ausgebildet und zeichnet sich dort bei der Schweissarbeit aus.

Der Rhodesian Ridgeback gilt als sehr pflegeleichter Hund, der sich durch Gehorsamkeit und ein ruhiges Wesen auszeichnet. Als temperamentvoller und kräftiger Hund benötigt er aber eine konsequente und verständnisvolle Erziehung.

Er ist sehr bewegungsfreudig und weiss grosszügigen Auslauf zu schätzen. Man kann mit ihm stundenlang wandern, radfahren oder ausreiten, deswegen ist er für eher bequeme Menschen nicht so gut geeignet.

Auch ohne eine spezielle Ausbildung ist er ein ausgezeichneter Wach- und Schutzhund, ist aber auch gehorsam genug, um sich von einer aufgenommenen Spur zurückrufen zu lassen. Er kann hervorragend kämpfen, ist aber im Grunde ein ruhiger Hund, der nur sehr selten bellt.

Sein lernfreudiges und freundliches Wesen machen ihn zwar zu einem optimalen Familienhund, gleichwohl handelt es sich beim Rhodesian Ridgeback aber um eine Art Vielzweckhund, der auch als Jäger, Beschützer und Helfer eine gute Figur macht.

Gelegentlich kann er dickköpfig sein und auf falschen Druck mit Verweigern reagieren.




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