Norwich Terrier
Oktober 3rd, 2008 by klaus
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Der Norwich Terrier hat seinen Ursprung in England und zählt zur FCI-Gruppe 3 der Terrier. Erst kürzlich hat sich der Norwich Terrier vom Norfolk Terrier getrennt, vorher galten sie als zwei verschiedene Schläge des Norwich Terriers.
Bis auf die Ohren, der Norwich hat Stehohren, der Norfolk hat mittelgrosse, V-förmige Kippohren, sind sich beide Varianten sehr ähnlich und haben eine identische Geschichte. Der Norwich Terrier verdankt seinen Namen der Stadt Norwich, die nördlich von London im zentralen Osten von England, “East Anglia” genannt, liegt.
Da diese Stadt zur Grafschaft Norfolk gehört, lag es dann irgendwie nahe, der kippohrigen Variante den Namen Norfolk Terrier zu geben. Der Norwich Terrier wurde in England und den Vereinigten Staaten in den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts als eigenständige Rasse anerkannt, wobei damals noch beide Schläge zugelassen waren.
Bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurden beide Varianten auch noch miteinander verkreuzt, im Jahre 1965 jedoch wurde der Schlag mit den Kippohren in Norfolk Terrier umbenannt. In den Vereinigten Staaten folgte der AKC erst im Jahre 1979 dem Beispiel des englischen Kennel Clubs und erkannte beide Schläge als jeweils eigene Rasse an.
Der Rassestandard sieht eine erwünschte Grösse von 25 bis 26 cm vor, das Gewicht soll dabei möglichst zwischen 5 und 5,5 kg liegen. Der Norwich Terrier hat ein drahtiges und hartes Fell mit geraden und eng anliegenden Haaren. Zudem besitzt er eine dichte Unterwolle. Am Hals und an den Schultern ist das Fell lang und rauh, am Schädel jedoch kurz und glatt.
Die vorherrschenden Farben des Fells sind rot bis weizenfarben oder schwarz und hellbraun, aber auch eine Graumerlierung ist zulässig. Weisse Abzeichen dagegen sind nicht erwünscht. Wie der Border Terrier, so wird auch der Norwich auf Ausstellungen in einem fast natürlich belassenem Fell gezeigt, das rauhe Haar wird nur in Form gezupft.
Da sein hartes, dichtes Fell schmutzabweisend ist, nicht getrimmt werden muss und nur einen Minimalaufwand an Pflege benötigt, ist der Norwich Terrier im Prinzip ein idealer Haushund. Die Rute des Norwich Terriers ist entweder nicht coupiert und wird dann meist fröhlich wedelnd getragen, wobei sie sich zur Spitze hin stetig verjüngt.
Falls die Rute jedoch coupiert wurde, dann wurde sie in der Regel bis auf die Hälfte der ursprünglichen Länge gekürzt und dann aufrecht getragen. Ein besonderes Merkmal dieser Hunde ist, dass sowohl die englischen als auch die amerikanischen Zuchtstandards es zulassen, dass an diesen von Natur aus sowieso schon furchtlosen Tieren “ehrenvolle Spuren der Abnutzung und des Kampfes” sichtbar sein dürfen.
Über die genaue Entstehungsgeschichte des Norwich Terriers liegt einiges im unklaren. Man geht allerdings davon aus, dass Border Terrier, Cairn Terrier, Irish Terrier und auch der Scottish Terrier mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit zu seinen Vorfahren gehören.
Der Norwich Terrier hat mit dem Border Terrier viele Ähnlichkeiten in bezug auf Farbe, Form und Fell. Allerdings ist der Kopf des Norwich Terriers fuchsähnlich, der des Border Terriers dagegen ähnelt mehr einem Otter. Im 19. Jahrhundert gab es sowohl für den Norwich Terrier als auch für den Norfolk Terrier keinerlei offizielle Anerkennung.
Man sah in ihnen ganz einfach jeweils einen weiteren Typ von Bauernhund und Jagdterrier, die zur damaligen Zeit in dieser Gegend überall gebraucht wurden. Die ursprüngliche Bestimmung dieser kurzbeinigen Terrier war die Jagd auf Füchse, Dachse und andere Kleinräuber.
Als in der Viktorianischen Epoche um 1880 immer mehr Studenten der berühmten Universität von Cambridge den Norwich Terrier zu ihrem ständigen Begleiter auswählten, stieg dadurch ihre allgemeine Popularität. Die Studenten jagten zum Zeitvertreib gerne Raubzeug, konnten ihre nicht besonders grossen Unterkünfte jedoch nur mit recht kleinen Hunden teilen.
Zu der Zeit wurde der Norwich Terrier von vielen Leuten auch als “Camtab Terrier” bezeichnet, um auf diese Art die Universität, welche die Popularität der Rasse so gefördert hat, zu ehren.
In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts war der Rüde “Rags” einer der berühmtesten modernen Stammväter der Rasse. Einer der bekanntesten Züchter nach dem ersten Weltkrieg, Frank Jones, hatte sowohl Glen of Imaal Terrier als auch eine dunkelrot gestreifte Cairn Terrier Hündin.
Er kreuzte einige seiner Hündinnen mit “Rags”, darunter auch die von Dandie Dinmont und Jagdterriern abstammende “Ninety”. Die Welpen mit einem harten und roten Drahthaarfell behielt er für sich. Sie waren sein Zuchtmaterial für Norwich und Norfolk Terrier. Man kann diesen Frank Jones, der unter dem Spitznamen “Roughrider” auch einen hervorragenden Ruf als Reiter genoss, als einen der ersten seriösen Züchter für Norwich Terrier bezeichnen.
Als kurz darauf die ersten Exemplare über den Atlantik in die USA gelangten, wurden diese damals als “Jones Terrier” bezeichnet. In Amerika wurden die Norwich Terrier wieder für ihren eigentlichen Zuchtzweck, die gemeinsame Jagd mit dem Foxhound, verwendet. Ihr Zweck war es, den Foxhound zu begleiten und den Fuchs aus seinem Schlupfwinkel wieder heraus zu scheuchen.
So fanden sie bei verschiedenen Masters of Foxhounds Verwendung. Der “Cheshire Hunt Club of Philadelphia” gründete dann auch in den zwanziger Jahren zusammen mit anderen Clubs gemeinsame Zuchtzwinger mit dem Ziel, reinrassige Norwich Terrier als Jagdgehilfen zu züchten.
Da diese Hunde für die Jagd mit der Meute gezüchtet wurden, vertragen sie sich sehr gut mit anderen Hunden und benehmen sich ihnen gegenüber sozial. Da mit Ausnahme der Ohren beide Rassen einander sehr ähnlich sind, stellt sich zwangsläufig die Frage: “Was ist nun Norwich, was Norfolk?”.
Der Norwich Terrier hat Stehohren, die so ähnlich wie ein Hexenhut (“witch”) aussehen, der Norfolk Terrier dagegen hat Ohren, die nach vorne gekippt (“fold”).sind
Der kompakte Norwich Terrier ist selbstbewusst, aber nicht rauflustig, was daran liegt, dass er als ursprünglicher Meutehund die ständige Gesellschaft von anderen Artgenossen von klein an gewöhnt ist.
Er ist lebhaft und meistens fröhlich. Besonders für Familien mit Kindern ist der Norwich Terrier hervorragend geeignet, da er zärtlich, liebenswürdig, lehrsam und äusserst geduldig mit Kindern ist. Im Haus verhalten sich diese Hunde sehr angenehm, sie sind aber auch aufmerksame und sehr robuste Wächter.
Als ursprünglich zu Jagdzwecken gezüchtete Hunde brauchen die zähen Terrier natürlich ausreichend Gelegenheit, sich draussen auszutoben. Sie sind treu und unkompliziert, aber gelegentlich auch ziemlich eigenwillig.
Der anerkannte Terrierfachmann Jerome K. Jerome sagte über sie: “Terrier haben bereits bei der Geburt viermal so viel Unsinn im Kopf wie andere Hunde.”
Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Norwich Terrier
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