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Neufundländer

April 16th, 2008 by klaus


Der Neufundländer zählt zur FCI-Gruppe 2 der Molosser und wurde auf der Insel Neufundland in Kanada gezüchtet. Der Rassestandard sieht beim Rüden eine Schulterhöhe von ca. 71 cm vor, Hündinnen sollten eine Grösse von etwa 66 cm aufweisen.

Dabei liegt das Gewicht zwischen 50 – 69 kg. Der Neufundländer hat ein glattes, mittellanges und sehr dichtes Fell, welches aus einem ölig-wasserabweisenden Deckhaar sowie dichter Unterwolle besteht.

Die Pflege dieses Fells ist dementsprechend aufwendig und ein Aufenthalt in grosser Hitze ist für Hunde mit diesem Felltyp eine Qual. Bei den Farben sind ein einfarbiges schokoladenbraun, bronzefarben oder schwarz zugelassen.

Der schwarz-weiss gescheckte Schlag wird vom FCI als eigenständige Rasse, dem sogenannten “Landseer” angesehen, in England und den USA gilt dieser nur als eine weitere Farbvariante des Neufundländers.

Auch beim Neufundländer ist die genaue Vorgeschichte ungeklärt und gab Anlass zu allerlei phantasievollen Geschichten und Überlieferungen. Die sogenannte “Neufundländersage” erzählt von Indianern, die um 3000 v. Chr. in Begleitung eines mastiffähnlichen Hundes über den Polarkreis zu den Küstenregionen des Nordamerikanischen Kontinents gelangten.

Als um 1001 n. Chr. die Wikinger bis nach Neufundland segelten, hatten sie Hunde ähnlichen Ursprungs, sogenannte “Bärenhunde” dabei und die Kreuzung dieser beiden Typen war wahrscheinlich der Ursprung der Neufundländerzucht.

Andere Quellen meinen, dass der pyrenäische Berghund oder der portugiesische Wasserhund, die als Begleiter baskischer bzw. portugiesischer Fischer im Laufe des 16. Jahrhunderts in die neufundländischen Häfen gelangten, die eigentlichen Vorfahren waren. Zumindest aber könnten sie zu dem wasserfesten Fell, der ausgezeichneten Wasserarbeit sowie der Grösse und der adligen Erscheinung des Neufundländers beigetragen haben.

Zu der Zeit gelangten sehr viele europäische Fischfangschiffe nach Neufundland und da jedes Schiff Bordhunde mitführte, war es sehr gut möglich, dass einige dieser europäischen Hunde auf der Insel verblieben und sich mit den einheimischen “Indianerhunden” vermischten.

Auf jeden Fall züchteten die Bewohner Neufundlands und Labrador St. John´s bereits damals Hunde als spezielle Helfer der Fischer und es entwickelten sich im Laufe der Jahre zwei verschiedene Typen: der grössere St. John´s Dog, aus dem sich später der Neufundländer und der Landseer entwickelten und der kleinere St. John´s Dog, welcher der Vorfahr des wasserfreudigen und auf das Apportieren spezialisierte Labrador Retrievers ist.

Auch der Neufundländer hat eine natürliche Leidenschaft für das feuchte Element und zusammen mit seiner ebenfalls angeborenen Apportierfreude war der hervorragende Schwimmer der geborene Rettungshund.

Er halfen nicht nur den Schiffsbesatzungen bei der Arbeit, indem er beispielsweise bei Gefahr für die Netze bellte, sondern rettete auch über Bord gegangene Seeleute vor dem Ertrinken. Zudem schwamm er von Schiff zu Schiff, um etwa Leinen hin und her zu transportieren und apportierte Boote, andere Gegenstände und gelegentlich auch betrunken ins Meer gefallene Seeleute.

Das rauhe Klima an der kanadischen Ostküste sowie der mit bis zu 21 m extreme Gezeitenunterschied in der Fundy Bay nahe Neufundlands führten dazu, dass man wahrscheinlich sehr oft auf die Hilfe dieser Hunde angewiesen war. Neben ihrer Arbeit auf den Schiffen wurden sie auch als Zugtiere verwendet.

Im Laufe des 18. Jahrhunderts gelangten Neufundländer dann mit Handelsschiffen nach England und Frankreich, wo sie auch dort schon recht bald als Schiffshunde bei den Seeleuten sehr beliebt wurden.

Diese frühen Neufundländer waren allerdings im Aussehen noch recht unterschiedlich, meistens kleiner als die heutigen Exemplare und traten mit einer Vielzahl von Farben auf. Nach wahrscheinlich erfolgten Einkreuzungen stabilisierte sich die Rasse dann aber im Laufe der Zeit und es entwickelte sich der noch heute vorhandene grosse Typ.

1886 gründete sich in England der erste Club für Neufundländer und es wurde der Rassestandard aufgestellt. Ebenfalls im gleichen Jahr wurde er zum ersten Male ausgestellt. Seine elegante, adlige Erscheinung, der freundliche Charakter sowie die enorme Kraft sorgten dafür, dass der Neufundländer sehr schnell auch bei den Nicht-Seeleuten beliebt wurde.

Der englische Schriftsteller Lord Byron verewigte seinen Neufundländer “Boatswain” in einem berühmt gewordenen Gedicht, der schottische Schreiber J.M. Barrie hat seinem Neufundländer mit dem Hund “Nana” in dem weltbekannten Märchen “Peter Pan” ein literarisches Denkmal gesetzt. Viele bekannte Persönlichkeiten haben diese Hunde sehr bewundert, darunter z.B. Benjamin Franklin, George Washington, Robert Kennedy, Bing Crosby sowie die englische Königin Victoria.

Der Neufundländer “Seaman” begleitete den Forschungsreisenden Meriwether Lewis im Jahre 1804 auf dem Boot Discovery bei einer Expedition den Missouri flussaufwärts. Jedoch wurde der Neufundländer erst ab Mitte der dreissiger Jahre des 20. Jahrhunderts bei der breiten Öffentlichkeit immer beliebter.

Der Neufundländer Club von Amerika versucht durch verschiedene Rettungsübungen, die angeborene Leidenschaft für das Wasser bei dieser Rasse zu erhalten. Neben Grundübungen wie Apportieren, Leinentragen, Suchübungen nach vermissten Personen und Befolgen von Anweisungen im Wasser gehören für fortgeschrittene Hunde schwierige Lebensrettungsübungen im Wasser dazu.

Manchmal sind sie bei diesen Übungen jedoch etwas übereifrig und wissen nicht, wann die eigentliche Übung beendet ist. Dann kann es vorkommen, dass sie versuchen, normale Schwimmer zu retten und an Land zu befördern. Zudem werden auch noch Tests als Zughunde veranstaltet, wobei die Hunde u. a. einen Karren durch einen Hinderniskurs manövrieren müssen.

An der französischen Atlantikküste werden von der dortigen Küstenwacht besonders leichte und wendige Neufundländer als Rettungsschwimmer ausgebildet. Seine erstaunlichen Fähigkeiten in diesem Metier lassen ihn mittlerweile zu den stärksten Gebrauchshunden weltweit zählen und auch als Familienhund ist er vorzüglich geeignet.

Vom Charakter her ist der Neufundländer ein ruhiger und friedlicher Hund. Er ist sehr anpassungsfähig, anhänglich und fügt sich äusserst leicht in die Familie ein. Die Kinderliebe ist sprichwörtlich und auch anderen Tieren gegenüber ist er sehr geduldig. Er benötigt keine langen Spaziergänge, wenn ausreichender Platz im Garten für ihn vorhanden ist.

Zudem lernt er sehr schnell, bellt sehr wenig und besitzt keinerlei Schärfe. Von Zeit zu Zeit sollte man ihm die Möglichkeit verschaffen, seine natürliche Passion für das Wasser durch Spielen im Teich, Fluss oder Meer auszuleben, da er ansonsten frustriert und depressiv werden könnte.

Trotz seiner enormen Körpergrösse hat er einen relativ bescheidenen Appetit und frisst in etwa nur soviel wie die meisten Retriever. Ursache dafür ist laut Angaben der Züchter eine gute Futterverwertung sowie sein ruhiger Charakter.

Der Neufundländer hält sich sehr gerne im Freien auf und nur als vollwertiges Mitglied der Familie fühlt er sich wirklich glücklich. Ansonsten stellt er nur wenig Ansprüche und zeichnet sich als ein liebenswürdiger Haus- und Familienhund aus.

Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Neufundländer



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