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Manchester Terrier

Oktober 9th, 2008 by klaus


Der Manchester Terrier, früher auch als Black and Tan Terrier bezeichnet, hat seinen Ursprung in England und gehört zur FCI-Gruppe 3 der Terrier.

Manchester Terrier

Manchester Terrier

(C) Herr Zander

Da es im ursprünglichen Zuchtmaterial der Manchester Terrier immer schon starke Unterschiede in der Grösse gab und extrem kleine Hunde während der Regierungszeit von Königin Victoria ihre Blütezeit hatten, wurden durch Kreuzung der jeweils kleinsten Manchester Terrier untereinander die sogenannten Toy Terrier geschaffen.

Sehr viele Züchter waren so lange davon fasziniert, immer kleinere Exemplare der Rasse zu züchten, bis dann irgendwann die Gesundheit und die Normalität litten und eine natürliche Grenze erreicht wurde.

Damals waren ausgewachsene Hunde mit einem Gewicht von gerade einmal 1000 Gramm keine Seltenheit. In den USA, wohin die Rasse im 19. Jahrhundert neben Kanada und Deutschland auch gelangte, wird dieser kleine Schlag “Toy Manchester” genannt, in England hiessen sie zunächst “Black and Tan Toy Terrier” bis man sich dann schliesslich auf die Bezeichnung “English Toy Terrier” geeinigt hatte.

1959 wurden die Toy Manchester Terrier dann auch als eigenständige Rasse registriert, obwohl sie heute jedoch nur noch als eine kleinere Abart des Manchester Terriers angesehen wird. Mit Ausnahme von Grösse und Ohren werden der Manchester Terrier und der Toy Schlag auch nach dem gleichen Standard gerichtet. Die Manchester Terrier dürfen entweder ähnlich wie der Foxterrier und der Lakeland Terrier Kippohren haben oder Stehohren.

Der “kleine Bruder” ist zwar nahezu die identische Miniaturausgabe des Standard Manchester Terriers, hat aber im Gegensatz zu diesem hochangesetzte Ohren, die weder fallen noch kippen dürfen.

Der Rassestandard sieht beim Rüden des Manchester Terriers eine optimale Grösse von 40 bis 41 cm vor, die Hündinnen sollen etwa 38 cm Schulterhöhe haben.

Während der Standard in England zum Gewicht keine genauen Angaben macht, werden in den Vereinigten Staaten zwei verschiedene Gruppen unterschieden: Die erste Gruppe hat ein Gewicht von 5,4 bis 7,3 kg, die zweite geht von 7,3 bis 10 kg Gewicht.

Beim “English Toy Terrier” gibt es in beiden Ländern keine Vorgaben in bezug auf die Grösse, beim Gewicht jedoch wird in den USA wiederum in zwei Gruppen unterteilt, einmal in die Gruppe bis 3,2 kg und dann in eine zweite Gruppe, die von 3,2 bis 5,4 kg Gewicht geht.

In England dagegen liegt das erwünschte Gewicht beim Toy Manchester zwischen 2,7 und 3,6 kg. Das Fell des Manchester Terriers ist glatt und kurz mit dichten und glänzenden Haaren. Die vorherrschenden Fellfarben sind hellbraun und schwarz, die jeweils deutlich voneinander abgegrenzt sein müssen.

Hellbraune Flecken sind zudem in V-Form an der Kehle, über den Augen, teilweise an den Backen, in den Ohren, unterhalb der Rute und an den Vorderläufen bis hinauf zu den Knien erwünscht. Ausserdem werden auf den Zehen schwarze “pencil marks” (Bleistiftmarkierungen) gefordert, wohingegen jegliches weiss im Fell als schwerer Fehler gilt.

Auch hellbraune Aussenseiten der Hinterläufe, im Fachjargon als “Breeching” bezeichnet, sind laut Standard zu vermeiden. Durch die auffällige Ähnlichkeit in der Beschaffenheit des Fells und der Farbe liegt es sehr nahe, dass der Manchester Terrier zu den genetischen Vorfahren des Dobermanns gehört hat.

Glatthaarige, schwarz-lohfarbene Terrier gibt es auf den britischen Inseln schon seit vielen Jahrhunderten. Sie gelten als die Urahnen vieler moderner Terrierrassen. Der wichtigste Vorfahre des Manchester Terriers war der bereits im Jahre 1570 vom Chronisten englischer Hunde, Dr. Johannes Caius, beschriebene Black and Tan Terrier, der mittlerweile jedoch leider ausgestorben ist.

Bei diesem handelte es sich um einen schnellen und kräftigen Rattenfänger, der im Kopf und Körper gröber und kurzläufiger war als viele der modernen Terrier. Möglicherweise sah er dem modernen, glatthaarigen Patterdale recht ähnlich. Neben ihrem Ursprung für viele Terrierrassen waren diese schwarz-lohfarbenen Hunde auch Vorfahren einiger Kampfhunde.

Die damaligen Terrierrassen wurden zwar auch zur Jagd auf Kaninchen gezüchtet und benutzt, der eigentliche Sport des kleinen Mannes war aber das “rat killing”, bei dem viel Geld darauf verwettet wurde, dass ein Hund möglichst viele Ratten in möglichst kurzer Zeit tötete.

Mitte des 19. Jahrhunderts erreichten sowohl das “rabbit coursing” (Kaninchenjagd) als auch das “rat killing” in der Bergbauregion um Manchester ihren Höhepunkt. Wie so viele andere Züchter auch, versuchte es John Hulme, einen Hund zu züchten, der auf beiden Gebieten eingesetzt werden konnte.

Also kreuzte er den für das “rat killing” ausgezeichneten “Black and Tan Terrier” mit dem für das “rabbit coursing” prädestinierten Whippet. So entstand ein eleganterer, schnellerer Typ, den wir heute als Manchester Terrier kennen.

Man vermutet, dass später auch noch West Highland Terrier eingekreuzt wurden. Zur Festigung des Types erfolgten zwar in erster Linie Rückkreuzungen auf Terrier, trotzdem ist der Einfluss des Windhundes durch die aufgewölbte Lendenpartie, die leicht abwärts gebogene Nase römischen Types sowie den kaum ausgeprägten Stop noch sehr deutlich zu erkennen.

Gleichwohl zeichneten sich diese Hunde mit dem sogenannten “true grit” (dem echten Wesen) der Terrier aus. Der berühmte Hund “Billy” schaffte es beispielsweise, hundert Ratten innerhalb von 6 Minuten und 13 Sekunden zu töten, d.h. alle 3,5 Sekunden eine tote Ratte. Allerdings berufen sich auch die Bullterrier-Freunde wahrscheinlich zurecht auf “Billy”, denn der war nachweislich von weisser Farbe mit roten Kopfabzeichen und gilt auch als ein Vorfahre der Bullterrier.

Der Manchester Terrier war schon sehr früh ein beliebter Schauhund, da die Wiege der Hundeausstellungen ebenfalls in dem Gebiet um Manchester herum lag. Trotz seiner damaligen Berühmtheit war sein Name nicht sonderlich beliebt, viele meinten, er sei zu einschränkend für einen Hund, der auf den gesamten britischen Inseln so bekannt war.

So wurde er in seiner Blütezeit während des Viktorianischen Zeitalters oft auch als “Gentleman’s Terrier” bezeichnet und etwa gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Originalname (Black and Tan Terrier) wieder eingeführt. Da bis zu dieser Zeit die Ohren grundsätzlich coupiert wurden, bestand für die Züchter keine Notwendigkeit einer planmässigen Zucht auf Ohrhaltung und -grösse.

Als jedoch 1889 das Ohrencoupieren gesetzlich verboten wurde, bekamen die Züchter beider Rassen Probleme, Tiere vom korrekten Typ zu züchten, die zudem ein gutes Ohr, welches nach vorne gekippt ist, besassen. Weil der damals neu festgelegte Standard ausserdem sehr genaue Farbmarkierungen verlangte, verloren viele Züchter den Mut.

Da zur gleichen Zeit auch die Wettbewerbe im “rat killing” illegal wurden, verloren die Rassen zusätzlich viele Anhänger und wurden immer seltener. Durch die Hartnäckigkeit einiger Liebhaber blieben die Manchesterrassen jedoch erhalten, allerdings ohne die früher so favorisierten Grössenextreme und mit einer viel besseren Ohrhaltung.

Der Manchester Terrier ist ein sehr häuslicher und freundlicher Hund, der Kindern gegenüber sehr liebevoll und geduldig ist. Obwohl er ursprünglich leicht reizbar und ziemlich bissfreudig war, konnten mit der Zeit durch die Zucht diese rauheren Seiten seines Charakters gedämpft werden.

Zum Glück sind dem Manchester Terrier jedoch die typischen Eigenschaften der Rasse, das lebhafte Gemüt und die Wachsamkeit geblieben. Innerhalb der grossen Terrierfamilie ist der Manchester Terrier heute eher eine Seltenheit, obwohl er durchaus eine Reihe treuer Liebhaber hat und zudem ein sehr angenehmer Begleithund ist.

Der Manchester Terrier war immer sehr eng mit seinen Menschen verbunden und wurde nie im Zwinger, sondern immer im Haus gehalten. Er ist ausgesprochen sauber und pflegeleicht und seine hohe Lebenserwartung in Verbindung mit seinem munteren Bellen und seiner bedingungslosen Treue macht ihn zu einem idealen Partner speziell für ältere Menschen.

Der Manchester Terrier ist zwar wachsam, aber nicht bissig, aktiv und temperamentvoll, ohne jedoch ständig Beschäftigung zu fordern. Trotzdem liebt er aufgrund seiner Bewegungsfreude natürlich ausgiebige Spaziergänge. Er ist intelligent, gelehrig und leicht zu erziehen, sodass er auch unerfahrenen Hundehaltern viel Freude bereiten dürfte.

Seine geschmeidige Schönheit und seine anmutige Bewegung machen ihn zudem zu einem hervorragenden Hund für den Ausstellungsring.

Züchter dieser Rasse bei Welpen.de : Manchester Terrier



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