Lhasa Apso
April 14th, 2008 by klaus
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Der Lhasa Apso, im englischen Sprachraum auch unter dem Namen Tibetan Apso bekannt, gehört zur FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde.
Sein Ursprung ist im seit über fünfzig Jahren von China besetzten Himalayastaat Tibet zu finden, über die genaue Herkunft des Rassenamens wird auch heute noch gestritten. Klar ist nur, dass sich der erste Teil des Namens von der tibetischen Hauptstadt Lhasa ableitet.
Da diese Stadt auch das religiöse Zentrum des Landes ist, leben diese Hunde dort auch am zahlreichsten. “Apso” rührt entweder von “abso seng kye” her, was in der tibetischen Sprache “bellender, schützender Löwenhund” bedeutet, oder aber von “rapso”, was das tibetische Wort für “Ziege” ist und eine Beschreibung des drahtigen, langen Haares dieser Rasse sein könnte.
Die Idealgrösse liegt beim Rüden zwischen 25 und 26 cm, andere Quellen geben 28 cm als erwünscht an. Hündinnen sind etwas kleiner. Der Lhasa Apso ist für seine Langlebigkeit berühmt, ein Alter von 18 Jahren ist bei dieser Rasse keine Seltenheit.
Ein Exemplar soll es sogar auf ein Alter von 29 Jahren gebracht haben!
Das Fell hat eine dichte Unterwolle bei langen, geradem Deckhaar, welches drahtig-grob und schwer ist, die Augen und den Kopf komplett verdeckt und bis zum Boden reicht. Über die gesamte Länge des Rückgrates befindet sich ein ausgeprägter Scheitel.
Bei den Farben herrschen gold-, honig- und sandfarben vor, wobei nach Möglichkeit schwarze Spitzen an Ohr, Rute und Barthaar vorhanden sein sollten. Aber auch eine grau gemischte, rauchfarbene, schwarze, weisse, braune oder mehrfarbige Färbung sind anzutreffen. Wegen des oft vorkommenden gold- bis honigfarbenen Fells wird der Lhasa Apso auch als der “Löwenhund Tibets” bezeichnet.
Dieses schöne Haar kann leider sehr schnell verfilzen, deswegen muss es nicht nur bei den Ausstellungshunden, sondern auch bei den als Familienhunden lebenden Tieren sehr sorgfältig und regelmässig gepflegt werden.
Über den genauen Ursprung des Lhasa Apso sind, wie bei so vielen Hunderassen aus dem Fernen Osten, nur bruchstückhafte Kenntnisse vorhanden. Man ist sich jedoch sicher, dass der zottige Hütehund Tibets, der Tibet Terrier, welcher Grundlage für sehr viele andere Rassen war, auch ein Vorfahr des Lhasa Apso ist.
Durch Zuchtauswahl auf Zwergwuchs (Brachycephalismus) entstand aus dem Tibet Terrier der Hund vom Typ Lhasa Apso. Bereits 800 Jahre vor Christi Geburt waren zottige Hunde in Tibet bekannt und mindestens 2000 Jahre lang wurde der Lhasa Apso ausschliesslich von Mönchen und dem Adel gezüchtet.
Zwar sollten sie auch als Wachhunde dienen und waren sogar als “heilige Hunde” angesehen, aber besonders schätzte man sie als Glücksbringer, welche Frieden und Wohlstand bringen sollten.
Da sie praktisch unverkäuflich waren, wurden sie Gästen als Glücksbringer geschenkt oder dienten als Gegengeschenke. Durch den Übertritt Tibets zum Buddhismus im 7. Jahrhundert wurde die Stellung des Lhasa Apso endgültig gefestigt. Für diese Religion war der Löwe das Symbol der tibetischen Herrscher, dargestellt durch den Löwenthron des Dalai Lama und des Löwen in der Nationalflagge.
Buddha machte den Löwen zum Wächter seiner Tempel und ein Löwe soll ihm der Legende nach “wie ein kleiner Schosshund” überall hin gefolgt sein. So bot sich ein löwenähnlich geformter und gefärbter Hund wie der Lhasa Apso förmlich dazu an, dem einfachen Volk die Wahrhaftigkeit dieser Geschichte zu beweisen.
Mit der Zeit war dann in jedem Kloster und in jeder Wohnung des Adels dieser Hund vorhanden. Man glaubte sogar, dass die Seele eines Hundebesitzers nach seinem Tode in den Körper des Lhasa Apso schlüpfen würde.
Auch sollten buddhistische Priester, die sogenannten Lamas, die das Nirwana nach ihrem Ableben noch nicht erreicht hatten, als ein Lhasa Apso wiedergeboren werden. Es ist erwiesen, dass die Dalai Lamas, die geistigen Herrscher Tibets, über viele Jahrhunderte Lhasa Apsos als Zeichen der Hochachtung an die chinesischen Kaiser geschickt haben. Dort flossen sie in die Zucht einheimischer Hunde ein und waren stark an der Entwicklung von Rassen wie dem Shi Tzu und dem Pekinesen beteiligt.
Da auch ausländische Diplomaten, Gesandte und Forschungsreisende vom Dalai Lama zuweilen einen Lhasa Apso geschenkt bekamen, gelangten diese sehr wertvollen Hunde dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch in die westliche Welt. Zunächst wurden alle Hunde, die aus Tibet stammten, als “Lhasa Terrier” bezeichnet, erst später wurde zwischen dem grösseren Tibet Terrier und dem kleineren Lhasa Apso unterschieden.
Seit den dreissiger Jahren des letzten Jahrhunderts ist der Lhasa Apso als eigenständige Rasse in England anerkannt. Etwa zur gleichen Zeit gelangten die ersten zwei Exemplare dieser Rasse in die USA, es handelte sich hierbei um ein Geschenk des 13. Dalai Lama an amerikanische Gäste. Auf diesem Paar wurde die berühmte “Hamilton-Linie” aufgebaut, da diese Hunde in Tibet niemals verkauft wurden, sondern nur ausgewählten Personen als Glücksbringer geschenkt wurden.
Als später der Shi Tzu erstmals nach Amerika gelangte und dort auch mit Lhasas gepaart wurde, kam es zu grossem Ärger unter den Züchtern und noch heute findet man dort eine klare Betonung der “reinen Hamilton-Linie”, um anzuzeigen, dass diese Hunde niemals mit einem Shi Tzu gekreuzt wurden.
Mittlerweile ist der Lhasa Apso in vielen Ländern ein sehr beliebter Haushund, der sehr robust ist und sich den verschiedenen Lebensräumen und klimatischen Gegebenheiten hervorragend anzupassen weiss.
Vom Charakter her ist der Lhasa Apso ein freundlicher und fröhlicher Haushund mit ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Allem Fremden gegenüber ist er sehr misstrauisch, in seiner Familie jedoch ist er zärtlich und treu. Von Natur aus ist er sehr anhänglich, lebhaft und intelligent.
Er liebt ausgiebige Spaziergänge und schätzt es, im Mittelpunkt zu stehen. Ausserdem braucht er den engen Kontakt zum Menschen, um sich voll entfalten zu können. Da er auch sehr dickköpfig sein kann, ist eine feste, aber liebevolle Erziehung angebracht.
Er hat die Fähigkeit, genau zwischen Freund und Feind unterscheiden zu können, was sicherlich mit ein Grund für seine grosse Beliebtheit ist.
Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – Lhasa Apso
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