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Kuvasz

Februar 6th, 2009 by klaus


Der Kuvasz hat seinen Ursprung in Ungarn und gehört zur FCI-Gruppe 1 der Hüte- und Treibhunde. Seine FCI-Nummer ist 54/1.1.

Der Rassestandard sieht beim Kuvasz eine Schulterhöhe von 66 bis 76 cm vor, das Gewicht soll zwischen 32 und 52 kg liegen. Er hat ein welliges Fell mit mittellangen Haaren und einer feinen Unterwolle. Das dicke, weisse Fell verliert zuzeiten viel Haare und bedarf deshalb einiger Pflege. Die Farbe variiert zwischen Weiss und Elfenbeinfarben.

Der genaue Ursprung des Kuvasz ist nicht ganz geklärt. Manche Fachleute glauben, dass er mit einwandernden mongolischen Hirtenvölkern aus Asien ins heutige Ungarn gelangt ist, andere Kynologen behaupten, er sei im 13. Jahrhundert von den Kumanen, nomadischen Schafhirten türkischen Ursprungs, nach Ungarn gebracht worden. Es ist aber auch möglich, dass diese Hunde bereits mit viel früheren Wanderzügen ins Land kamen.

Sie gehören offensichtlich zur Familie der Herdenschutzhunde und sind dabei gleichzeitig Vorfahren für andere Rassen als auch Nachfahren. Ihre Ähnlichkeit mit dem Akbash Dog beispielsweise ist verblüffend.

Eine andere Theorie besagt, dass der Kuvasz von den Sumerern gezüchtet wurde, einen alten östlichen Volk, dass Hunde diesen Typs besass. “Ku-assa” bedeutet in der sumerischen Sprache soviel wie Pferdehund und weist auf Hunde hin, die Pferde und Reiter beschützten und neben ihnen herliefen.

Den Begriff “Ku-assa” findet man bereits etwa 3000 v. Chr. in der Nähe von Akkad an der Kreideküste des nördlichen Mesopotamiens. Auf jeden Fall waren die meisten Völker, die von Asien aus nach Europa kamen, berittene Stämme mit grossen Rinderherden, die ihr ganzer Besitz waren.

Die Stämme, die das heutige Ungarn besiedelten, brachten mit Sicherheit ihre weissen Hirtenhunde mit ins Land. Im 15. Jahrhundert hatte die Rasse am Hofe von König Mathias I. die Zeit höchster Anerkennung. König Mathias behauptete, er könne seinen Kuvasz-Hunden mehr trauen als seinen schmeichelnden Höflingen. Er benutzte seine Hunde sowohl zum persönlichen Schutz als auch zur Jagd auf Sauen.

Gleichwohl war der Kuvasz keinesfalls ein exklusiver Hund für den Adel, im Gegenteil diente er meistens Bauern und Hirten als grosser Wachhund. Noch heute ist diese Rasse in Ungarn sehr häufig anzutreffen. Seit den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wird der Kuvasz auch in den USA gezüchtet und dient dort vornehmlich auf Ranchen als Schutzhund für das Vieh.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Rasse schwere Rückschläge und 1956 wäre sie während des Ungarnaufstandes beinahe ausgerottet worden, da die Soldaten sie kurzerhand erschossen, wenn diese sie am Eindringen in ihr Revier hindern wollten. Glücklicherweise war die Rasse zu der Zeit aber schon in Europa und den USA weit verbreitet und auch die ungarische Zucht konnte sich mit der Zeit wieder erholen.

Der Kuvasz ist ein typischer Herdenschutzhund und damit misstrauisch gegenüber allem, was ihm nicht vertraut ist.

Ausserdem hat er eine sehr stark ausgeprägte Loyalität gegenüber allem, was er als sein Eigentum ansieht. Diese Wesensart ist allerdings sowohl beim Kuvasz als auch bei den Herdenschutzhunden allgemein unbedingt erwünscht.

Er ist eben ein absolut unbestechlicher Wächter und Beschützer der Herden und des Eigentums seines Herren. Der Kuvasz hat eine starke Persönlichkeit und ein ausgeprägtes Rangordungsempfinden. Darum muss die konsequente Erziehung schon bei den Welpen beginnen.

Dieser schnell wachsende, kräftige und sehr temperamentvolle Hund stellt sehr hohe Ansprüche an die Geduld und das Durchsetzungsvermögen seines Erziehers. Von Zeit zu Zeit testet der Kuvasz seinen Besitzer auf Dominanz, darum braucht er unbedingt einen verantwortungsvollen Eigentümer, der genügend Erfahrung und Wissen mitbringt, um das aufbrausendes Wesen dieses Hundes zu beherrschen.

Hat der Kuvasz einmal seinen Platz in der Familie gefunden und seinen Boss akzeptiert, ist er ein angenehmer, lernfähiger Hausgenosse und ein zuverlässiger Wach- und Schutzhund, der Fremden gegenüber mißtrauisch bis reserviert ist und seine Familie gegen alle Eindringlinge einschliesslich neuer Nachbarn und unerwünschter Finanzbeamten schützt.

Er ist eben ein typischer “Einfamilienhund”. Ausserdem ist er auf keinen Fall für ein beengtes Leben in einer Stadtwohnung geeignet, er braucht einen angemessenen Bewegungsraum und reichlich Auslauf, sein Jagdtrieb muss jedoch durch konsequente Erziehung im Zaum gehalten werden.

Er benötigt eine frühzeitige Sozialisation und Erziehung, um zu einem verlässlichen Familienhund zu werden.



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