King Charles Spaniel
Dezember 23rd, 2008 by klaus
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Der King Charles Spaniel, hierzulande häufig auch Toy Spaniel genannt, zählt zur FCI-Gruppe 9 der Gesellschafts- und Begleithunde. Der Ursprung der Rasse liegt in England.
Seinen Namen verdankt er den beiden englischen Königen Charles I. und Charles II., die eine besondere Zuneigung zu diesen Hunden hatten. Charles I. beispielsweise erliess ein Gesetz, nachdem als einzigste Hunderasse nur der kleine Spaniel den englischen Rat betreten durfte.
Charles II. liebte diese Rasse gegen Ende des 16. Jahrhunderts so sehr, dass er sie frei in seinem Palast in Whitehall umherlaufen liess und das Gerücht umging, der König liesse die Staatsgeschäfte warten, um lieber mit seinen Hunden zu spielen. Ein bekannter englischer Schriftsteller der damaligen Zeit, Samuel Pepys, stand der enormen Zuneigung des Königs zu diesen Hunden sehr kritisch gegenüber und schrieb deshalb sogar, dass “alles, was ich am Hofe beobachten konnte, war die Torheit eines Königs, der die ganze Zeit mit seinem Hund spielt und sich nicht um seine Geschäfte kümmert”.
Bald waren die Hunde allgemein als King Charles Spaniel bekannt, oft nannte man sie auch einfach nur “Charlies”. Als der englische Kennel Club einmal versuchte, die verschiedenfarbigen Schläge unter dem Namen “Toy Spaniel” zu klassifizieren, legte der damalige König Edward VII., der ebenfalls ein grosser Liebhaber dieser kleinen Hunde war, Einspruch ein.
Aus diesem Grund wird die Rasse noch heute, in Achtung des königlichen Willens, King Charles Spaniel genannt. Laut Rassestandard liegt die Idealgrösse zwischen 26 und 32 cm Schulterhöhe, das erwünschte Gewicht beträgt zwischen 3,5 und 6,5 kg. Das Fell des King Charles Spaniels ist lang und dicht und hat seidige und glänzende Haare, die auch leicht gewellt sein können.
Es gibt die Rasse in vier verschiedenfarbigen Schlägen. Da während der Regierungszeit von König Charles II. die meisten Hunde das ursprüngliche schwarz-lohfarbene Fell besassen, bezeichnet man diese Färbung auch als “King Charles”. Da die Familie des Duke of Marlborough über viele Jahre immer nur Hunde mit weissem Fell und kastanienroten Platten besass, benannte man diesen Schlag nach dem Familienbesitz, “Blenheim”. Einfarbig kastanienrote Exemplare werden als “Ruby” bezeichnet, die dreifarbigen mit perlweissem Fell und schwarzen und braunen Abzeichen dagegen werden “Prince Charles” genannt.
Der King Charles Spaniel benötigt recht viel Pflege, da die hervorstehenden Augen und die Hängeohren absolut sauber gehalten werden müssen. Das feine Haar muss regelmässig ausgekämmt werden. Dabei sind die Ohren- und Fellbefederung so lang, dass damit beinahe der Boden gefegt wird. Wie bei den meisten Spaniels wird die Rute coupiert und waagerecht in Rückenhöhe getragen.
Die Vorfahren des King Charles Spaniels waren sehr wahrscheinlich Stöberhunde aus spanischer und französischer Herkunft. Angeblich kamen sie im 13. Jahrhundert aus Italien nach England. Durch Anna von Cleve, der vierten Frau von König Heinrich VIII. gelangten sie dann an den englischen Hof. Schon seit es Spaniels gibt, existieren auch Zwergversionen dieser Hunde. Sie dienten in erster Linie als “Seelentröster” und hatten ihren Platz auf dem Schoss der vornehmen Damen.
Sowohl in England als auch auf dem europäischen Festland schätzte man die Spaniels im Kleinformat als Schosshund sehr. Sie wurden auf immer kleinere Formen gezüchtet, entstammten aber alle verschiedenen Jagdhundschlägen, aus denen der Spanieltyp gezüchtet wurde. Sie wurden von den Wohlhabenden gehegt und gepflegt, aufgrund ihres Mutes aber sogar bis Anfang des 19. Jahrhunderts zur Jagd auf Waldschnepfen verwendet. Obwohl man sie hauptsächlich wegen ihrer Gesellschaft liebte, trug man sie zur Zeit Elisabeth I. in den kalten und zugigen Schlössern Englands unter den Gewändern mit sich und liess sich im Sitzen von den Hunden die Füsse wärmen.
In Gestalt eines kleinen Cocker Spaniels findet man sie auf vielen Gemälden und in der Literatur der damaligen Zeit. Ein zeitgenössischer Spötter schrieb über den “Spaniel gentle….. Diese Hunde – hübsch, sauber und fein – befriedigen die geheimsten Wünsche zarter Damen und lüsterner Frauen”. Berühmt wurden diese Hunde dann durch die Legende der Schottischen Königin Maria Stuart.
Diese liebte die kleinen Spaniels so sehr, dass man nach ihrer Hinrichtung angeblich einen Hund fand, der heimlich unter ihr Gewand gekrochen war und nur mit Gewalt wieder zum Vorschein gebracht werden konnte. Als sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts die erklärten Lieblinge von König Charles II. waren, hatten sie anschliessend ihren noch heute gültigen Namen gefunden. Es gab aber noch viele andere, die von der Rasse begeistert waren. In der englischen Zeitung “Daily Courant” erschien 1720 eine Anzeige, in der eine hohe Belohnung für das Wiederbringen einer verschwundenen King Charles Spaniel Hündin versprochen wurde.
Über den Herzog von Norfolk wurde berichtet, dass er auf keinen Fall seine King Charles Spaniel verkaufen wollte und stattdessen nicht erwünschte Welpen an seine Adler verfütterte. Mit der Zeit veränderte sich dass äussere Erscheinungsbild der Rasse. Durch selektive Zucht, aber auch durch Einkreuzung von Zwerghunden aus China und Japan, wurden die Hunde immer kleiner und bekamen die hervortretenden Augen und den verkürzten Fang. Dieser führte dann auch zu den zurückliegenden Nasen. Die neue Gestalt änderte allerdings nichts an der Beliebtheit, denn heute ist der King Charles Spaniel ganz allgemein die kurznasige Version.
Allerdings entstand im Laufe des 19. Jahrhunderts durch die Einkreuzungen noch ein weiterer Schlag der Rasse, der etwas grösser als der King Charles Spaniel ist. Zudem hat der als Cavalier King Charles Spaniel bezeichnete Schlag einen flachen Schädel, einen etwas längeren Fang und eine uncoupierte Rute. Er verdankt seine Existenz einem Amerikaner, der diese Kleinhunde auf alten Gemälden bewundert hatte und in der zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Europa gereist war, um dort solch ein Exemplar zu erwerben. Dort fand er allerdings nur den kurznasigen King Charles Spaniel vor.
Es wurden jedoch vereinzelt auch Welpen mit normalen Fang in den Würfen kurznasiger Eltern geboren. Mr. Eldridge aus Amerika setzte Geldpreise für diese “Rückschläge” aus und gewann so das Interesse der Züchter, die dann mit der Neuzüchtung des alten Zwergspaniels mit dem längeren Fang begannen. 1945 erfolgte mit der Anerkennung des Cavalier King Charles Spaniels die Trennung in zwei verschiedene Rassen. Seitdem hat der Cavalier King Charles seinen kleinen Vetter an Popularität in der ganzen Welt weit überflügelt.
Auch in Deutschland trifft man nur auf sehr wenige King Charles Spaniels. Vom Charakter her ist der King Charles Spaniel ruhig, friedfertig und sehr treu. Er ist ganz auf seinen Menschen eingestellt und freut sich, wenn er ihm Gesellschaft leisten darf. Zudem ist er rücksichtsvoll, vernünftig und kinderlieb, was ihn zu einem hervorragenden Familienhund werden lässt.
An der frischen Luft zeigt der King Charles Spaniel dann auch sein Temperament und erweist sich als ausdauernder und gutgelaunter Spaziergänger. Fremden Menschen gegenüber ist er anfangs zurückhaltend, allerdings sollte er nie ängstlich oder nervös wirken. Mit anderen Hunden verträgt er sich sehr gut. Er lässt sich leicht erziehen und kann gerade für ältere und einsame Menschen ein verständnisvoller Begleiter sein.
Falls er die Gelegenheit hat, in einem nahegelegenen Park zu laufen, ist der King Charles Spaniel auch ein ausgezeichneter Stadthund.
Züchter dieser Rasse bei Welpen.de – King Charles Spaniel
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