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Dandie Dinmont Terrier

Oktober 10th, 2008 by klaus


Der Dandie Dinmont Terrier zählt zur FCI-Gruppe 3 der Terrier und hat seinen Ursprung im Grenzland zwischen England und Schottland.

Seinen Namen verdankt er der Romanfigur Dandie Dinmont, die in Sir Walter Scotts Novelle Guy Mannering aus dem Jahre 1814 eine Hauptrolle als Farmer und Hundezüchter darstellte und mit grosser Wahrscheinlichkeit dem Züchter John Davidson nachempfunden war.

Sir Walter Scott benennt in seiner Novelle Dandie Dinmonts berühmte sechs Terrier mit den aussergewöhnlichen Namen “Auld Pepper” (= alter Pfeffer), “Young Pepper” (= junger Pfeffer), “Little Pepper” (= kleiner Pfeffer), “Auld Mustard” (= alter Senf), “Young Mustard” (= junger Senf) und “Little Mustard” (= kleiner Senf), die auf die vorherrschenden Fellfarben dieser Rasse hinweisen.

Über ihren Charakter schrieb er: “Sie fürchten nichts auf dieser Welt, das ihnen je mit einem haarigen Pelz begegnet”.

Laut Rassestandard sollte die Schulterhöhe beim Dandie Dinmont Terrier 24 bis 28 cm betragen, das Idealgewicht in Arbeitskondition soll dabei zwischen 8 und 11 kg liegen.

Das Fell besteht aus einer gekräuselten Mischung von harten und weichen Haaren, die mit rund 5 cm zudem ziemlich lang sind. Normalerweise verlangt das Fell des Dandie Dinmonts relativ wenig Pflege, es muss nur regelmässig ausgekämmt und mehrmals im Jahr in Form gezupft werden.

Bei Hunden, die an Ausstellungen teilnehmen, muss die Fellpflege selbstverständlich sorgfältiger ausfallen. Besonders der buschige Haarschopf verlangt besondere Beachtung, um die charakteristische weiche und seidige Form des “topknots” zu betonen. Wichtig dabei ist, dass der Hund niemals wie “frisiert” wirkt.

Die vorherrschenden Fellfarben sind, wie schon in Scotts Novelle durch die besonderen Namen der Hunde angedeutet, Pfefferfarben, d.h. Schattierungen zwischen blauschwarz bis hellem silbergrau sowie senffarben, also Färbungen von rotbraun bis beige.

Der Dandie Dinmont Terrier gehört zur grossen Gruppe der schottischen Terrier und lässt sich als eigenständige Rasse bis in das 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Er hat die gleichen alten Terrier als Vorfahren wie Border, Lakeland, Bedlington und Welsh Terrier.

Sein langes Hängeohr verweist auf die enge Verwandtschaft zum Bedlington Terrier. Der Dandie Dinmont Terrier gehört zu den unmittelbaren Vorfahren des Rauhhaardackels, bei dem man gelegentlich noch die Dandie-Merkmale erkennen kann.

Zu den weiteren Vorfahren des Dandie Dinmonts gehören vermutlich auch der Otterhound und der Basset, aber auch Skye Terrier, Cairn Terrier und Schottischer Terrier.

Eine Reihe seiner körperlichen Merkmale wie die kurzen, gekrümmten Läufe, die aufgezogene Lendenpartie, der gerundete Kopf und die grossen Augen gehen vermutlich auf die Einkreuzungen diverser Laufhunderassen zurück.

Der Rassestandard verlangt einen Körper, der in der Länge 2,5 cm kürzer ist als seine zweifache Schulterhöhe. So ist der Dandie Dinmont Terrier eher lang als hoch und setzt sich durch seinen langen, gebogenen Rücken und seiner krummschwertartigen Rute von den anderen Terriern äusserlich doch recht deutlich ab.

Dieser Terrierschlag wurde etwa um 1600 in den Cheviot Hills und in der Nähe von Coquetdale speziell entwickelt, um die Jagd auf Otter und Dachse zu unterstützen. Aber auch Raubzeug und Hasen machte dieser vollendete Jäger das Leben sehr schwer.

Die meisten Hunde dieser Rasse wurden nur von sehr wenigen Familien in der Gegend gehalten und auch nur sehr selten an Fremde abgegeben. Der bekannte Züchter Willi Allan beispielsweise hielt eine herausragende Meute, weigerte sich aber trotz hoher Gebote, auch nur einen seiner Hunde zu verkaufen.

Seine Söhne und Enkel hielten nach seinem Tod im Jahre 1704 diese Tradition bei, gaben jedoch vereinzelt einen Hund an gute Freunde oder als Gefälligkeit ab. Der bereits erwähnte Züchter John Davidson erhielt auf diese Weise ein Paar und startete damit seine Zucht.

So verbreiteten sich diese Otter Terrier nur sehr langsam über das gesamte Gebiet und kein Tier hatte irgendwelche Titel oder Ahnentafeln. Als Sir Walter Scott diesen Hunden zufällig auf einer seiner Reisen begegnete, machte er sie durch die Eingangs erwähnte Novelle mit einem Schlag unsterblich.

Durch diesen literarischen Aufstieg Anfang des 19. Jahrhunderts bekamen die Dandie Dinmonts nicht nur ihren endgültigen Namen, sondern auch den Zutritt zu Englands vornehmsten Gesellschaftsschichten und es blieb dann auch nicht aus, dass sich der Dandie Dinmont Terrier recht schnell von einem raubzeugscharfen Jagdhund zu einem Salonlöwen entwickelte.

Er war der Lieblingshund des französischen Königs Louis Philippe, der um 1840 ein Paar Dandies besass. Der Maler Gainsborough verewigte den Dandie Dinmont Terrier auf seinem Portrait des Herzogs von Buccleuch. Obwohl er mittlerweile hauptsächlich wegen seines aussergewöhnlichen Erscheinungsbildes und seines freundlichen Wesens geschätzt wird, ist dieser wendige und schnelle Terrier auch heute immer noch ein hervorragender Ratten- und Mäusejäger.

Vom Charakter her ist der Dandie Dinmont Terrier freundlich, verspielt und sehr treu. Er ist zudem ein ausgezeichneter Wachhund mit einer überraschend lauten und respekteinflössenden Stimme. Manche Liebhaber bezeichnen den Dandie Dinmont als den Philosophen unter den Terriern. Er ist ruhig, wenn es nötig ist und lebhaft, wenn es möglich ist.

Fremden Leuten gegenüber ist er gleichgültig bis unnahbar, zu seinen Menschen jedoch ist er umgänglich und zärtlich. Für Familien mit kleinen Kindern ist er weniger gut geeignet, er fühlt sich eher bei ruhigen und besonnenen Menschen richtig wohl.

Der Dandie Dinmont hat das gleiche intelligente Wesen und die Wachsamkeit, welche die meisten Terrier zu guten Familienhunden machen. Glücklicherweise neigt er dabei nicht zur Dickköpfigkeit. Möchte man seinen Dandie Dinmont gesund und munter erhalten, ist es unumgänglich, dass man täglich mit ihm spazieren geht und ihn zudem relativ fettarm ernährt.



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