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Azawakh

Oktober 25th, 2008 by klaus


Der Azawakh, im englischen Sprachraum auch als “Tuareg Sloughi” bezeichnet, gehört zur FCI-Gruppe 10 der Windhunde und hat seinen Ursprung im afrikanischen Mali.

Seinen Namen verdankt er einem gleichnamigen Tal in seiner Heimat. Laut Standard soll die Schulterhöhe dieser Rasse zwischen 60 und 73 cm liegen, dass Gewicht soll dabei möglichst 17 – 25 kg betragen.

Der Azawakh hat ein sehr kurzes und weiches Fell. Die vorherrschenden Farben sind sandweiss bis braun über alle Nuancen von gelb bis rot mit jeweils weissen Abzeichen. Eine schwarze Schattenmaske ist erlaubt.

Ihre Besitzer, die geheimnisvollen Tuareg-Nomaden der südlichen Sahara, sehen Hunde ohne weisse Abzeichen als wertlos an. Zudem fordern die Nomaden an ihren Hunden auch schwarze Nägel und eine schwarze Pigmentierung der Augenlider rings um die grossen dunklen Augen.

Dazu kommen noch weitere fünf zwingend erforderliche Merkmale der Kopfform. 1980 wurde der Azawakh vom FCI als eigenständige Rasse anerkannt. Man hält ihn für einen der reinrassigsten Windhunde, da er von den Tuareg-Stämmen niemals gekreuzt wurde. Zudem wurde er auch niemals ausserhalb des Azawakh-Tals und den Gebieten von Oullimiden Tuareg, den heutigen Ländern Mali, Obervolta, Nigeria und Mauretanien, verkauft.

Der Azawakh wurde von den Tuaregs vor mehr als tausend Jahren für die Jagd auf jede Art von Wild gezüchtet.

Für diese echten “Hunde des Wüstenwindes” ist die deutsche Bezeichnung “Windhund” sicherlich besonders passend. Ihre Anhänger bezeichnen sie als “schnellfüssig genug, um Gazellen, Hasen und das europäische Muflon (Wildschaf) einzufangen, mutig genug, auch grosse Raubtiere abzuwehren, ausdauernd wie ein Kamel, so wunderschön wie ein arabisches Pferd”.

Neben ihrer Schönheit lieben die Tuaregs sie als ein Symbol hoher Kultur und Wohlstandes. Obwohl sie auch heute noch in ihrer Heimat die Ziegen und Kamele ihrer Besitzer gegen Schakale, Hyänen und Wildhunde verteidigen, liegt ihr eigentlicher Wert in der Jagd.

Der Azawakh tötet seine Beute nicht, sondern verletzt sie nur schwer, da tote Tiere in der sengenden Sonne sehr schnell verderben würden. Deshalb benutzt der Tuareg-Jäger zur Jagd weder ein Gewehr noch Pfeil und Bogen. Ihm reicht ein Azawakh und ein Messer. Auch für die Beizjagd mit dem Falken benutzen die Nomaden den Azawakh. Die Welpen werden von Geburt an für die Jagd erzogen und erhalten als Nahrung ausschliesslich Milch, niemals Fleisch.

Diese “Diät” erhalten sie über ihr ganzes Leben. Sind die Jungtiere drei Monate alt, bereitet man sie auf ihre spätere Arbeit erst an Ratten, dann an Hasen vor. Wenn der Hund ausgewachsen ist, nimmt sein Besitzer ihn auf dem Pferderücken zur Jagd auf die Gazelle mit.

Der Azawakh sitzt dabei vor seinem Herrn auf dem Sattel. Sobald das Wild gesichtet wird, beginnt die eigentliche Jagd. Nachdem der Hund losgelassen wurde, findet eine manchmal bis zu 6 Stunden andauernde Hetze satt. Hat der Azawakh dann schliesslich seine Beute eingeholt und gestellt, lähmt er sie durch einen Biss in die Kniekehle und wartet dann auf seinen Herrn, der das Wild dann mit dem Messer tötet.

Die Zucht dieser Hunde war ausschliesslich ausgerichtet auf die Bedürfnisse der Tuaregs und ist deshalb das Ergebnis von einer extrem strengen Auswahl und Ausmerzung. Nachdem ein Wurf geboren wurde, behielt man nur den kräftigsten Rüden zur Jagd, gelegentlich auch eine Hündin zur Weiterzucht. Alle anderen Welpen wurden getötet.

Der Azawakh wurde von seinen nomadischen Besitzern so sehr geschätzt, dass für einen Tuareg die Bitte, doch einen seiner Hunde zu verkaufen in etwa dem Versuch entsprach, von ihm seinen ältesten Sohn erwerben zu wollen.

Der jugoslawische Gesandte für Obervolta und der Elfenbeinküste, Dr. Pecar, hatte sich während seiner Amtszeit den Titel “Grosser afrikanischer Jäger” verdient.

Er war ein besonders grosser Liebhaber der Azawakhs, deren exotische Schönheit er ausserordentlich bewunderte. Vergeblich versuchte er, unter grossen Anstrengungen und Zeitaufwand, ein Zuchtpaar zu erwerben. Als er in seine Heimat zurückbeordert wurde, schenkte man ihm in Anerkennung seiner Verdienste als Jäger einen attraktiven Rüden.

Daraufhin versuchte er später, eine Azawakh-Hündin zu kaufen und bot als Ausgleich dazu seine jagdliche Leistung an. Da zu dieser Zeit ein Elefantenbulle einen Tuareg-Stamm terrorisierte, hatte Dr. Pecar das grosse Glück, diesen Bullen zu erlegen und zum Dank dafür bekam er eine Hündin geschenkt, die schon halb verhungert war und mit Sicherheit bald gestorben wäre.

Diese Hündin und der vorher erhaltene Rüde wurden jedoch der Grundstock für die Zucht des Azawakhs in Europa. Heute hat die Rasse in Europa eine sehr stabile Zuchtgrundlage und wird hier in mehreren Ländern, so auch in der Schweiz, in Deutschland und im ehemaligen Jugoslawien erfolgreich gezüchtet.

Der Azawakh ist auch heute noch ein Hund von ursprünglicher Wildheit, aufmerksam und lebhaft. Er bleibt selbst ihm bekannten Menschen gegenüber zurückhaltend, wem er aber einmal seine Zuneigung geschenkt hat, dem gegenüber ist er sehr sanft und liebenswürdig. Ihre Besitzer sagen, dass, wenn man erst einmal einen dieser Hunde kennengelernt hat, man diese Rasse für immer lieben wird.

Gleichwohl ist er kein Hund für jedermann, da er sehr stolz und evtl. sogar etwas hochmütig ist. Er ist keinesfalls immer dazu bereit, sich harter Disziplin zu unterwerfen. Falsche Strenge und Härte machen ihn nur verstört und unsicher. Dieser freiheitsliebende Hund ist ein Aristokrat unter den Hunden, “Freund, niemals Sklave”. Er ist ein Hund, der unbedingt den Anschluss an die Familie braucht. Dann aber ist er ein anpassungsfähiger Hausgenosse.

Allerdings muss man ihm die Möglichkeit geben, seinen Laufhunger stillen zu können und ihm täglich die notwendige Bewegung verschaffen. Bei Windhundrennen, Coursing und bei Ausritten kann er sein Naturell voll ausleben. Man muss diesen selbständigen und stolzen Hund mit viel Geduld, Liebe und ruhiger Beharrlichkeit erziehen. Seiner Heimat entsprechend liebt er Sonne und Wärme und benötigt unbedingt Schutz vor kaltem Wetter.

Manche Züchter warnen davor, dass er sehr gerne frisst, sogar zum Futterdieb werden kann und auch zur Fettleibigkeit neigt, besonders, wenn er seinen benötigten täglichen Auslauf nicht erhält. Der Azawakh hat den typischen Schritt der Windhunde. In der Bewegung ist er leichtfüssig, fast ballettartig und fliessend.

Der Körperbau ähnelt dagegen einem guten Araberpferd, hochläufig, kurzrückig und mit kleinen Pfoten. Das unterscheidet ihn von anderen Windhunden. Er ist sehr schnell und kann problemlos Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen. Es ist sehr wichtig, dass die Mentalität dieses freiheitsliebenden Hundes und seines Besitzers zusammenpassen, damit beide glücklich miteinander werden.



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