Saint Bernard




Der Saint Bernard, auch bekannt als Sankt Bernhardshund oder Bernhardiner zählt zur FCI-Gruppe 2 der Molosser.

Sein Ursprung liegt in der Schweiz, er hat eine Schulterhöhe von bei Hündinnen Minimum 65 cm, bei Rüden 70 cm und wiegt dabei 70 – 90 kg und mehr. Sein Fell teilt sich in zwei Arten, Kurzhaar (Stockhaar) sowie Langhaar (mittlere Länge) und ist weiss mit rot gefärbt.

© Jan Schuler - Fotolia.com
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Während ihrer Eroberung Europas errichteten die Römer bei der Überquerung der Schweizer Alpen am Pass des Großen St. Bernhard in der Nähe der italienischen Grenze einen Tempel zu Ehren Jupiters.

Auf den alten Ruinen, eine der höchstgelegenen und ältesten menschlichen Ansiedlung in Europa, gründete der Mönch Bernhard von Menthon, später als St. Bernhard heiliggesprochen, im 10. Jahrhundert ein Hospiz, um dort den Pilgern auf ihrem Fußmarsch nach Rom zu helfen.

Um 1750 bemerkten die Mönche, dass ihre seit 1707 gehaltenen Wachhunde aufgrund ihrer Kraft, ihres Felles sowie ihres hervorragenden Geruchs- und Orientierungssinnes viel besser als sie selbst geeignet waren, Reisende aus Schneewehen, Lawinen und der Kälte zu retten und sie zu führen.

Nachdem erste Versuche mit großen, mastiffartigen Hunden getätigt wurden, wurde bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ein eigenes Zuchtprogramm im eigenen Zwinger errichtet. Bevor erstmals um 1865 der Name „Bernhardiner” auftauchte, wurden diese Hunde bis dahin als „Heilige Hunde”, Klosterhunde oder Alpine Mastiffs bezeichnet.

Viele Berichte ranken sich um sensationelle Rettungen, wobei das berühmte Symbol der Bernhardiner, das um den Hals gebundene Brandy-Fässchen, in Wirklichkeit nie vorhanden war, sondern die Erfindung Erwin Landseers ist, der dieses in seinem Film „Alpine Mastiffs reanimating a distressed Traveller” zeigte.

Insgesamt 2500 Menschen sollen durch Bernhardiner gerettet worden sein, wobei sich je ein Hund an die Seite des Opfers legte, um ihn zu wärmen, ein weiterer das Gesicht leckte, um zu reanimieren und ein vierter zum Kloster zurücklief, um weitere Hilfe zu holen.

Dabei begleiteten unerfahrene Junghunde die Alten bei ihren Kontrollgängen, um von ihnen zu lernen. Ein Hund, der berühmte „Barry” soll im Laufe seiner Dienstzeit 40 Leben gerettet haben.

Obwohl die Hunde zunächst größtenteils kurzhaarig und von mäßiger Grösse waren, kam es als Folge der Einkreuzung großer Rassen zu erhöhtem Wuchs und langhaarigen Haarkleid. Diese Kreuzungen waren jedoch nach 1830 notwendig geworden, da der ursprüngliche Bestand bis dahin durch Inzucht, Krankheiten und schlechte Winter so stark dezimiert war, dass die Mönche in den nächsten Jahrzehnten durch Einkreuzen von z.B. Neufundländern die Leistungsfähigkeit zurückgewinnen wollten. So wurde der uns heute bekannte St. Bernhard gezüchtet.

© fotofrank - Fotolia.com
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Gezielt wurden Bernhardiner ab ca. 1850 in Bern von Heinrich Schumacher gezüchtet, in England wurde die Rasse um 1870 durch den Geistlichen J.C. Macdona bekannt gemacht. Aufgrund ihres Rufes gelangten sie dann auch schnell nach Amerika, bereits um 1877 wurden dort für einzelne Tiere bereits über 1000 Dollar gefordert.

Im „Guinnness Book of World Records” finden sich 3 Eintragungen dieser in vieler Hinsicht rekordverdächtigen Hunde: „Benedictine” war mit 138 kg der schwerste Hund der Welt, „Ayette´s Brandy Bear” zog 2,9 t Stahl auf einem Karren über 5 m in nur 90 Sekunden und „Careless Ann” hatte mit 23 Welpen den grössten Hundewurf.

1884 gründete sich der schweizerische St. Bernhards-Club, sein deutsches Pendant entstand 1891 in München. Aufgrund ihrer Größe und ihres Wesens ist es erforderlich, die Hunde von Anfang an zur Disziplin zu erziehen, zudem sollte immer nur Nachwuchs von kräftigen Elterntieren mit freundlichem Wesen erworben werden.

Züchter der Rasse Bernhardiner bei Welpen.de